Eigentlich war das Thema Windkraft in Bräunlingen vom Tisch. Zu viel Zeit ist verstrichen, ohne dass sich in diesem Bereich etwas tat. Dann wollte der frühere Investor, das Konsortium DGE Wind neu verhandeln – die Stadt allerdings nicht.

Nach der Flaute gibt es jetzt wieder Aufwind. Neue Investoren sind an die Stadt herangetreten, um doch noch einen Bräunlinger Windpark zu realisieren. Ob das nun tatsächlich geschieht, und unter welchen Bedingungen, das diskutiert und entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Oktober, um 19 Uhr in der Stadthalle.

Wenn Bräunlingen sich dafür entscheidet, wie sieht denn überhaupt der Anteil an regenerativen Energien bei der städtischen Versorgung aus? Das hat Bürgermeister Micha Bächle über das Umweltbüro und den Netzbetrieb auswerten lassen.

So sieht der Verbrauch aus

Großer Stromverbraucher ist in Bräunlingen die Industrie. Sie hat im vergangenen Jahr 30 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht, Privathaushalte lagen hier bei etwa elf Millionen Kilowattstunden. „Für uns war die Frage interessant, wie weit sind wir in Richtung eines autarken Bräunlingen?“, sagt Bächle.

Hoher Anteil

Dabei ist der regenerative Anteil der Stadt bereits hoch: 61 Prozent der Energie stammen aus eben solchen Quellen. Die Wasserkraft liefert mit zwei Prozent, Solarenergie 16 Prozent und Biogas 43 Prozent. „Da müssen wir allerdings schauen, was noch geplant ist“, so Bächle. Nächstes Jahr geht es los mit den Dögginger Solarparks. Auch in Waldhausen ist einer geplant.

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„Gehen wir dann noch von den Windkraftanlagen mit einer Höhe von 250 Metern aus, dann liegen wir bei einem regenerativen Anteil von 261 Prozent“, sagt der Bürgermeister. Nehme man alles zusammen, dann sei man 2024 im Strom autark. „Allerdings wird der Bedarf weiter wachsen. Also müssen wir auch weiter etwas tun.“

Die Empfehlung

Bei der Entscheidung im Rat will Bächle empfehlen, mit den neuen Investoren einen Vertrag zu schließen: „Es ist hier auch sinnvoll, eine Anlagenhöhe von 250 Metern zuzulassen.“ Die Auswirkungen seien über eine Garantie der Nullverschattung geregelt, „und beim Lärm macht es keinen Unterschied.“ Unter Prämisse der Auflagen sei daher nichts gegen die 250 Meter zu sagen.

„Wichtig ist uns auch, dass wir entsprechende Optionen zu einem Bürgerstrom sichern. Die Akzeptanz ist eine andere, wenn die Bürger merken, dass es etwas bringt“, sagt Bächle. Er sieht hier auch die Stadtwerke mit an Bord.