Fahrräder von Bräunlingen nach Eritrea. Diese außergewöhnliche Hilfsaktion am Samstag fand viel Lob und Zustimmung in Bräunlingen. Zahlreiche gebrauchte Fahrräder und auch Ersatzteile, die in Bräunlingen gelagert waren, wurden von vielen Helfern in einem großen Schiffscontainer verstaut, der auf die große Reise nach Eritrea geht. Ungefähr in sechs Wochen sollen die über 200 gebrauchten und teilweise reparierten Fahrräder im Zielland in Afrika ankommen.

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„Ich finde dies eine tolle Aktion und deshalb hat die Stadt Bräunlingen und die Bäckerei Schmid das Grundstück bis nächstes Frühjahr der Initiative von Ewald Baumann zu Verfügung gestellt“, sagt Bürgermeister Michae Bächle und fügt hinzu: „Da die Lagermöglichkeit in Schwenningen ausgelaufen ist, bin ich darauf aufmerksam geworden und habe zusammen mit der Bäckerei Schmid vereinbart diese viel gelobte Aktion zu unterstützen.“

Thomas Ackermann sichert Ersatzteile für Fahrräder die nach Eritrea geschickt werden.
Thomas Ackermann sichert Ersatzteile für Fahrräder die nach Eritrea geschickt werden.

Die Initiative „Fahrräder für Afrika„ die von Ewald Baumann aus Schwenningen geleitet wird, sammelt schon seit Längerem gebrauchte Fahrräder und verschifft sie immer wieder, nun schon seit rund 20 Jahren, nach Afrika. Neben den gebrauchten Fahrrädern werden auch Drahtesel zum Ausschlachten, Zubehör, Rollstühle, Gehhilfen und Reparaturwerkzeuge angenommen. Auch über englisch- und französischsprachige Literatur freuen sich die Initiatoren. In den Ankunftsländern in Afrika finden vor allem die Fahrräder viele Verwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel in der Landwirtschaft, dem Krankentransport oder für den Schulweg.

Viele Helfer, auch aus Eritrea, die meist schon in Deutschland wohnen, helfen bei der Verschiffungsaktion in Bräunlingen mit. Rechts Bürgermeister Micha Bächle, Links Ewald Baumann.
Viele Helfer, auch aus Eritrea, die meist schon in Deutschland wohnen, helfen bei der Verschiffungsaktion in Bräunlingen mit. Rechts Bürgermeister Micha Bächle, Links Ewald Baumann.

Die von Ewald Baumann vor über 20 Jahren ins Leben gerufene Initiative „Fahrräder für Afrika„ wurde in Stuttgart gegründet und ist seit 2015 im Schwarzwald- Baar Kreis beheimatet. Baumann kam durch Kontakte zum Stuttgarter eritreischen Verein auf die Idee, auch in Schwenningen durch eine neue Initiative dieses Vorhaben zu unterstützen. Mitte des Jahres 2020 folgte der Umzug nach Bräunlingen, da die Räume in Schwenningen geräumt werden musste und im alten Zähringerstädtchen ein Ausweichsquartier als momentane Übergangslösung gefunden wurde. Diese Lagermöglichkeit kann vorübergehend bis zur Umnutzung des ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes, das voraussichtlich 2021 abgerissen wird, gegenüber der Bäckerei Schmid, genutzt werden.

Viele Fahrräder werden im Schiffscontainer verstaut.
Viele Fahrräder werden im Schiffscontainer verstaut.

Bisher wurden von der Initiative insgesamt zwölf Hochseetouren nach Eritrea, Tansania, Burundi und Ghana in Auftrag gegeben. Hauptsächlich Fahrräder und deren Ersatzteile, aber auch Werkzeuge für Holz und Metall, Nähmaschinen und Materialien zur Wassergewinnung, wurden unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ nach Afrika transportiert. Das Ziel des eritreischen Vereins in Stuttgart ist, den Menschen mit Behinderung die notwendige Unterstützung zu gewährleisten, die sie brauchen, um ein etwas besseres, selbstbestimmtes Leben zu führen. Durch diese Hilfe soll das alltägliche Leben erleichtert werden, damit die Menschen ihre sozialen und ökonomischen Probleme besser lösen können.

Bei der Beladung des Schiffscontainer (von links): Fetzum Woldegherghis, Alex Maier und Ewald Baumann.
Bei der Beladung des Schiffscontainer (von links): Fetzum Woldegherghis, Alex Maier und Ewald Baumann.

Mehrere Vereinsteams darunter in Stuttgart und Freiburg, arbeiten mit der Schwenninger Initiative zusammen, und leisten unter anderem mit der Verschiffung von Fahrrädern, Nähmaschinen und Medikamenten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Verbesserung in Eritrea. Behinderte Menschen sollen dadurch einen Zugang zu einem besseren Leben finden. Aktuell laufen einige Projekte in Eritrea, die von einigen Partnerorganisationen komplett geplant und überwacht werden, um den behinderten Menschen eine Existenzgründung für sich selbst und ihre Familien zu ermöglichen, betonte Fetzum Woldegherghis vom eritreischen Verein für Körperbehinderte in Stuttgart.

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