Der nächste Abschnitt des in den 1970-er Jahren angelegten Neubaugebiets „Hinter dem Kirchle“ ist dem Weg der Umsetzung. Zwischen Anfang Juli und Ende des Jahres, so der im Gemeinderat genannte Zeitrahmen, erfolgt die Erschließung des 19 000 Quadratmeter großen Areals, auf dem 17 Baugrundstücke ausgewiesen werden. Im Sommer, so Bürgermeister Michael Bächle, werde der Verkauf der Baugrundstücke beginnen. Das Interesse ist groß. Schon vor Jahren haben Bürger „ein Auge“ auf die Dorferweiterung geworfen. Seitdem Matthias Blenkle vom Liegenschaftsamt im Februar begonnen hat, Reservierungen zu notieren, sind es inzwischen neun „Häuslebauer“, die sich, rechtlich bisher unverbindlich, die Bauplätze angeschaut hätten und zufrieden seien.

Dieses einfache und einvernehmliche Verfahren werde sich im Kernstadtbaugebiet am Bregenberg nicht anwenden lassen, kündigte Bächle an. Hier erfordere das große Interesse ein komplizierteres Verfahren. Verwaltung und Gemeinderat müssten einen Vorschlag für die bestmögliche Grundstücksvergabe entwickeln.

Unter den neun Bürgern, die gegenwärtig in Waldhausen bauen wollen, befänden sich drei Waldhauser, ergänzte Ortsvorsteher Horst Kritzer. Er lobte das Baugebiet als Meilenstein für die Ortsentwicklung. „Richtig toll“ wäre es allerdings, wenn bis zum Jahresende auch die Breitbandversorgung gesichert wäre.

Bei der Erschließung von 17 Grundstücken, die der Gemeinderat zuletzt in einem Abschnitt umgesetzt sehen wollte, muss die Stadt weniger Geld ausgeben, als kalkuliert. Für 723 443 Euro wurde der günstigste Anbieter verpflichtet. Die Kostenschätzung lag deutlich über diesem Wert. Erschlossen wird das Areal vom Hofweg her. Im Bereich der Zufahrt wird der Hofweg auf die bisherige Straßenbreite verbreitet. Eine Verjüngung an dieser Stelle wird aufgegeben. Neun Baugrundstücke liegen links neben der bis einem Wendehammer führenden Erschließungsstraße, acht auf der rechten Seite.

Zum Ablauf der Umsetzung gab es von Matthias Blenkle einen Zwischenbericht. Demnach habe ein offiziell bestellter Vermesser bereits die Grundstücke vermessen und das Ergebnis dem Landratsamt gemeldet. Inzwischen hat die Stadt Bräunlingen den Fortführungsnachweis bekommen, der als Grundlage für die notarielle Beurkundung und Eintragung ins Grundbuch dient. Selbst die Hausnummern an der „Am Mühlenbach„ genannten Erschließungsstraße sind definiert.

Im Rahmen einer einstimmig beschlossenen Bebauungsplanänderung ging der Gemeinderat auf Gestaltungsänderungen im Baugebiet ein. Festgelegt wurden die Erweiterung auf 17 Bauplätze sowie der Verzicht auf eine Aufweitung der Erschließungsstraße im mittleren Bereich und auf zwei Fußwege, die östlich und südlich des neuen Wohngebietes angelegt werden sollen.

Nicht angelegt wird zunächst ein im Bebauungsplan ausgewiesener Spiel- und Bolzplatz. Wenige Meter neben dem Baugebiet befindet sich bereits der Spielplatz am Kirchle. Ein zweiter in Waldhausen wäre nicht notwendig, so die Argumentation der Verwaltung. Jetzt bleiben die Flächen für Spiel- und Bolzplatz ungenutzt. Später soll entschieden werden, ob ein neuer Spielplatz im Wohngebiet den bestehenden Spielplatz ersetzen soll.