Ruhig war es in den vergangene Wochen um das Konsortium DGE Wind: Während die Gegner eine Unterschriftenaktion gestartet und nun auch ein Bürgerbegehren erwirkt haben, hatte man von den Verantwortlichen, die den Windpark zwischen Waldhausen und Döggingen mit bis zu sieben Windkraftanlagen planen, seit der Gemeinderatsentscheidung zumindest offiziell nichts mehr gehört.

Nun tritt das Konsortium, das sich aus den drei Unternehmen DGE Wind, Badenova-Wärmeplus sowie dem Windenergieanlagenhersteller Enercon zusammensetzt, wieder in Erscheinung und möchte die Bürger über ihr Vorhaben informieren. Deshalb wird es am morgigen Mittwoch einen Informationsstand auf dem Wochenmarkt geben.

Die drei Projektpartner haben nach eigenen Angaben bereits "wichtige Weichen gestellt", damit sich bei Bräunlingen bald Windräder drehen können: Die Zwischenergebnisse der bis September laufenden Windmessungen würden dem Standort eine ausreichende Windhöffigkeit und damit Wirtschaftlichkeit bescheinigen. Auch die aufwendigen artenschutzrechtlichen Untersuchungen wären erfolgreich abgeschlossen worden. Zudem sei einer der zwei benötigten Pachtverträge unterschrieben: Das Fürstenhaus habe zugestimmt, dass auf seiner Fläche ein Teil des Windparks realisiert wird. Ob die Stadt ihre Flächen allerdings verpachtet, hängt vom Ausgang des Bürgerbegehrens aus, das voraussichtlich im Oktober stattfinden soll.

Und was ist, wenn die Stadt ihre Flächen nun nicht verpachtet? Das bedeute nicht das Aus für das Energiewendeprojekt: "Drei der sieben Anlagen werden wie geplant auf den Flächen des Fürsten realisiert – die mit einer Zuwegung auch ohne Nutzung städtischer Flächen erreicht werden", teilt Badenova mit. Und auch Jens Borchers, Leiter des Fürstlichen Forstbetriebs, äußert sich klar: „Wir stehen in jedem Fall für die Realisierung des Windparks bereit.“

Bei dieser Planungsvariante kämen laut Pressemitteilung etwas höhere Anlagen zum Einsatz als bei der Variante mit sieben Gesamtanlagen. Die drei Anlagen müssen räumlich näher an den Ortsteil Waldhausen heranrücken, damit zwischen den Anlagen die technisch notwendigen Abstände erreicht werden und die Anlagen weiter von den städtischen Waldflächen wegrücken.

„Unser Ziel ist es aber, das Projekt zusammen mit der Stadt und dem Fürstlichen Haus zu Fürstenberg gemeinsam umzusetzen“, betont Marco Greci, verantwortlicher Projektmanager bei DGE Wind. Zwar seien die Vorgaben des Bräunlinger Gemeinderats deutlich weitreichender als bei allen anderen bisherigen Projekten des Unternehmens. "Aber wenn wir damit die Akzeptanz des Windparks vor Ort unterstützen können, steht es für uns außer Frage, dass wir die Vorgaben vollumfänglich umsetzen", so Greci weiter.

Werde das Gesamtprojekt realisiert, würden sieben Windkraftanlagen mit insgesamt 24,5 Megawatt-Leistung auf dem Höhenrücken zwischen Waldhausen, Döggingen und Bräunlingen entstehen. Dabei sollen Enercon-Anlagen der neuesten Generation zum Einsatz kommen, die an Bedingungen des Binnenlandstandorts angepasst wären. „Mit einem Rotordurchmesser von knapp 140 Metern können wir sehr viel Energie aus dem Wind an Binnenlandstandorten herausholen“, so Frank Holfert von Enercon. Durch die insgesamt sieben Windkraftanlagen könnte so viel Ökostrom produziert werden, wie rund 15 000 Haushalte pro Jahr verbrauchen. Falls ausschließlich drei Anlagen gebaut werden können, sind die Beschlüsse des Gemeinderats im Hinblick auf die kommunalen Flächen nicht mehr bindend, da sich diese rein auf die Planung inklusive der städtischen Flächen beziehen.

Die drei Unternehmen begrüßen es nach eigenen Angaben, dass sich die Bürger intensiv mit ihrem Projekt befassen und das Interesse an einer Mitsprache groß ist. Im Rahmen von Infoveranstaltungen und durch die Präsenz auf dem Wochenmarkt vor Ort soll den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Fragen direkt zu stellen. Ziel sei ein intensiver Austausch mit den Bürgern, um auf Anregungen, Fragen oder Vorbehalte eingehen zu können.

Bevor der Windpark von den Unternehmen DGE Wind, Badenova-Wärmeplus und Enercon in Bräunlingen realisiert werden kann, wird noch etwas Zeit verstreichen: Frühestens Ende 2018 soll die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) beantragt werden. Der Bau könnte frühstens 2020 beginnen.