Im Rathaus sorgt die Personalsituation weiter für stete Beschäftigung der Stadtverwaltung. Ist eine Position besetzt, muss an anderer Stelle wieder neu ausgeschrieben werden. Im Raum steht dabei auch, dass es aktuell im Rathaus weniger harmonisch zugehe.

Nach 13 Jahren in ein anderes Rathaus

Für Verwunderung sorgte dabei der Entschluss von Sebastian Pfaff im Frühling, eine andere Stelle im Donaueschinger Rathaus anzutreten. Dort wird er ab Herbst für das Sachgebiet Personal zuständig sein, der Donaueschinger Rat hat ihn am 30. April entsprechend gewählt. Verwunderung deshalb, weil Pfaff bereits seit 13 Jahren beim Bräunlinger Rathaus angestellt war, seit dem 1, September 2006. Auch seine Lehrzeit hat er hier absolviert. Bis dahin war Pfaff auch als designierter Hauptamtsleiter vorgesehen, der irgendwann einmal in die Fußstapfen des aktuellen Amtsinhabers Jürgen Bertsche treten soll. Aber was sind die Gründe für Pfaffs Entschluss? Die neue Stelle bietet etwa die gleiche Besoldung wie in Bräunlingen. Mit den Entwicklungen im Rathaus sei er nicht zufrieden, ohne dabei zu konkret zu werden: „Es ist in eine Richtung gegangen, mit der ich nicht einverstanden bin.“ Mit seiner Entscheidung sei er offen umgegangen, vor allem auch mit Jürgen Bertsche, der seine Hoffnungen auf Pfaff gesetzt hatte. „Es gehört sich einfach, das man sagt, was Sache ist“, so Pfaff, der mit Bertsche ein gutes Verhältnis hat. Er ergänzt: „Der Abschied fällt mir gewiss nicht leicht, man versteht sich ja auch mit den Kollegen sehr gut.“ Ab dem 1. Oktober wird Pfaff dann schließlich in Donaueschingen anfangen.

„Ich bedauere seinen Wechsel“, sagt Bürgermeister Micha Bächle. „Er wäre als Nachfolger des Hauptamtsleiters denkbar gewesen.“ Allerdings sei Bertsche auch noch etwas da, zudem stehe eine Besetzung von Pfaffs Stelle unmittelbar bevor.

Stadtbauamtsleiterin geht

Nun gibt es nach Pfaffs Entscheidung abermals einen Wechsel im Rathaus. Die Leiterin des Stadtbauamtes Antje Krotzinger wird im August Bräunlingen verlassen, die Stelle soll neu ausgeschrieben werden. „Wir haben uns im gegenseitigen Einvernehmen zu diesem Schritt entschieden“, sagt Bächle. Demnach seien es familiäre Gründe, die ursächlich für die Entscheidung sind: „Ihre Familie lebt nach wie vor in Offenburg, daher wird sie zum Schuljahreswechsel gehen“, sagt Bächle. Es bleibt also nur bei einem kurzen Intermezzo für die Stadtbaumeisterin. Angetreten hat sie ihre Stelle im Oktober 2018, ist also knapp ein Jahr in der Zähringerstadt. Kommissarische Leitung wird dann Alexander Misok. Krotzinger werde ihre Projekte übergeben, am 25. Juli an der Gemeinderatssitzung teilnehmen und ebenso die Bauausschusssitzung begleiten. Die Zuständigkeiten und Projekte werden laut Bürgermeister dann intern verteilt.

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Kurzes Intermezzo in Bräunlingen: Antje Krotzinger war seit Oktober vergangenen Jahres als Leiterin des Stadtbauamtes tätig, im August wird sie die Stadt jedoch wieder verlassen und in ihre Heimat nach Offenburg zurückkehren. | Bild: Simon, Guy

Stelle neu ausgeschrieben

Wie Bächle sagt, werde die Stelle umgehend neu ausgeschrieben. Sie zu besetzen sei „grundsätzlich erst mal schwierig“, erklärt der Bürgermeister. Neben der notwendigen Vorbildung und Qualifikation ist auch eine entsprechende berufliche Erfahrung notwendig. „Bisher haben wir allerdings alle Stellen auch wieder besetzen können“, sagt Bächle. Ziel sei es daher nach der Ausschreibung etwa im September mit Bewerbern Gespräche führen zu können. Wer die Anforderungen erfüllt, wird schließlich dem Gemeinderat vorgestellt, der schlussendlich die Entscheidung über die neue Personalie treffen wird. Verstärkt werde das Bauamt ab August allerdings mit einem neuen Techniker. „Wir schauen, dass wir personelle Verstärkung bekommen“, so Bächle.

Ärger im Rathaus?

Aus gut informierten Kreisen ist allerdings zu vernehmen, die personellen Wechsel haben mit dem Führungsstil der Rathausspitze zu tun, es gehe dort derzeit weniger harmonisch zu. Auch seien externe Personalberater hinzugezogen worden, um zu schlichten. „Wir sind bestrebt, dass es im Rathaus gut miteinander läuft und dass wir alles ausdiskutieren“, erklärt Bächle. Von daher gebe es auch immer wieder Workshops mit entsprechendem Fokus im Rathaus. „Es gibt immer Dinge, die sieht manch einer eben anders“, sagt der Bürgermeister. So komme es auch im Rathaus zu unterschiedlichen Auffassungen. „Ich schätze die Mitarbeiter sehr und bedauere jeden Einzelnen, der uns verlässt. Bei mehr als 100 Personen kommen solche Wechsel aus verschiedenen Gründen allerdings immer wieder vor, auch in Führungspositionen. Das ist auch in anderen Verwaltungen so“, erklärt Bächle. Man arbeite derzeit etwa auch daran, gute Rahmenbedingungen im Rathaus zu schaffen, etwa mit flexiblen Arbeitszeiten, Präventionsangeboten und guten Aussichten.