"Wir wollen von den Bürgern hören, wo bezüglich des Bräunlinger Verkehrskonzeptes der Schuh drückt, Ideen, Verbesserungsvorschläge und Hinweise auf Problemstellen sammeln, diese dann bündeln und nach Machbarkeit und Umsetzungsmöglichkeiten prüfen, bevor wir in den Gemeinderat gehen" sagte Bürgermeister Micha Bächle am Infostand am Mittwochsmarkt zum Thema Innerstädtisches Verkehrskonzept.

Kompetente Unterstützung bekam Bächle von Diplom-Ingenieur Florian Krentel vom Büro Fichtner Water and Transportation aus Freiburg, der zu den Anmerkungen der Bürger den fachspezifischen Hintergrund beisteuerte.

Reges Interesse herrschte beim Infostand über das innerstädtische Verkehrskonzept von Bräunlingen.
Reges Interesse herrschte beim Infostand über das innerstädtische Verkehrskonzept von Bräunlingen.

Nie war der Stand leer

Das Interesse an den aktuellen zwei Stunden war mit mehr als 50 Bürgern sehr groß, denn nie war der Stand leer. Immer wieder kamen Bräunlinger, um über die nach ihrer Meinung, zum Teil auch von der individuellen persönlichen Situation bestimmten, zu verbessernde Verkehrssituation in der Kernstadt von Bräunlingen zu berichten.

  • Tempo-30-Zone: Die Forderung nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung in der Zähringerstraße auf Tempo 30 vom Kelnhof bis nach dem Stadttor war eines der meist genannten Anliegen. Es werde in der Innenstadt oft zu schnell gefahren. Auch die Parkplatzein- und -ausfahrten seien problematisch. Dazu sagte Ingenieur Krentel, dass eine Tempo-30-Zone nur schwer umzusetzen sei, doch er könnte sich einen abgegrenzten Bereich mit einer Beschränkung auf 30 Stundenkilometer vorstellen – oder Temporeduzierungen durch andere Maßnahmen, etwa niedrige Schwellen.
  • Parkplatzsituation: Auch die oft als problematisch erlebte Parkplatzsituation im Zähringerstraßen- und Kirchstraßenbereich war ein häufig genanntes Thema am Mittwochmorgen. Zwar gebe es innerorts viele Parkplätze. Aber: "Viele Leute sind zu bequem, ein paar Schritte zu laufen", war zu hören. Fußgänger, Schulkinder und Mütter mit Kinderwagen würden durch zugeparkte Gehwege sowie zu hohe Geschwindigkeiten etlicher Autofahrer in der Gumpp- und Döggingerstraße gefährdet.
  • Gießnaustraßensanierung: Eine Erneuerung dieser Straße sei kurzfristig nicht möglich, sagte Bürgermeister Bächle. "Ich sehe für die Gießnaustraße keine kurzfristige Realisierung, da dort nicht nur der Straßenbelag, sondern auch der Unterbau erneuert werden muss", so der Rathauschef.
  • Weitere Themen: Bürger sprachen unter anderem auch teils hohe Randsteine, eventuelle Einbahnstraßenregelungen, gefährliche Einfahrten mit schwieriger Einsicht sowie die Durchfahrt durchs Stadttor mit hoher Geschwindigkeit und dem sofort folgenden Zebrastreifen an. Auch wurden weitere Zebrastreifen angeregt. Auch Kritik an Lärmbelästigung durch Lastkraftwagen und Traktoren kam auf.

Das Thema eines kommunalen Ordnungsdienstes ("Stadtsheriff") wurde erwähnt, welcher vor allem die Parksituation entschärfen könnte, jedoch vom Gemeinderat vor drei Jahren mehrheitlich abgelehnt wurde.

Bürgermeister Micha Bächle freute sich über die rege Teilnahme am Infomorgen mit den vielen unterschiedlichen Anregungen, Ideen und Vorschlägen zur Verbesserung der Bräunlinger Verkehrssituation und sagte eine Aufarbeitung und Prüfung der Umsetzungsfähigkeiten zu.

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