Angefangen haben sie vor sechs Jahren mit einem Geländespiel und einem Kopierer. „Als Startkapital haben wir alle unser Erspartes zusammengekratzt“, erinnert sich Ralf Moßbrugger. Ein niedriger vierstelliger Betrag kam zusammen und Marcus Ewald, Patrick Gemeinder und Ralf Moßbrugger gründeten die Geländespieler.

Sechs Jahre nach der Gründung der Geländespieler stemmen Marcus Ewald (links) und Ralf Moßbrugger 150 Veranstaltungen im Sommer.
Sechs Jahre nach der Gründung der Geländespieler stemmen Marcus Ewald (links) und Ralf Moßbrugger 150 Veranstaltungen im Sommer. | Bild: Jakober, Stephanie

Heute sind es 150 Veranstaltungen, die überwiegend in den Sommermonaten stattfinden. Schulen, Vereine, Familien und Firmen gehören zu den Kunden. Geländespiele gibt es mittlerweile sechs verschiedene, die immer weiter entwickelt werden. „Dann spielt man es wieder und bekommt Rückmeldungen. Dann verbessern wir es“, sagt Marcus Ewald.

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Der Ursprung der Geländespieler liegt in den traditionellen Ferienlagern, die der damalige Pfarrer Stephan Ocker vor fast 30 Jahren ins Leben gerufen hat und die seither von Generationen von Bräunlingern besucht worden sind. Auch Ewald, Gemeinder und Moßbrugger gehören dazu. „Wir wollten einfach das, was wir im Lager erlebt und gelernt haben, weitergeben“, erklärt 31-jährige Moßbrugger. Das erste Geländespiel, mit dem sie vor sechs Jahren gestartet sind, stammt auch aus dem Lager. „Das haben wir uns quasi ausgeliehen“, sagt Ewald. Heute kommen die Leiter des Lagers zu den Geländespielern und leihen sich die Geländespiele aus.

Bild: Carmen and Ingo Photography

Ihr Ziel war es, Spiel, Spaß und Erlebnisse anzubieten. Doch ganz nebenbei kam damit auch die Erlebnispädagogik ins Spiel. „Wir kommen eigentlich aus einer ganz anderen Richtung“, erklärt Ewald. Doch Teamwork, Kombinationsgabe, Mut und Geschick sind auch bei den Geländespielern gefragt. Und so manch einer sammelt ganz neue Erfahrungen. Beispielsweise gibt es ein Nacht-Geländespiel. Der Unterschied zu den anderen Geländespielen ist gar nicht so groß – außer, dass es dunkel ist. „Für viele ist das aber ein ganz besonderes Erlebnis“, erklärt Moßbrugger. Beispielsweise die Erfahrung der eigenen Grenzen und was man sich selbst zutraut. Mittlerweile sei für manche schon allein das Erlebnis im Wald etwas ganz Neues. Von der Kanu-Tour auf der Donau über die Schatzsuche am Kirnbergsee bis hin zum Floßbau, bei dem Teams aus einer Materialsammlung einen schwimmfähigen Untersatz bauen müssen – neue Erfahrungen gibt es reichlich.

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Dass sie mit ihrer Geschäftsidee erfolgreich sein werden, war schnell klar: „Wir haben eigentlich immer groß gedacht und wir waren ziemlich schnell an einem Punkt, an dem es hieß: entweder nach vorne oder gar nicht“, sagt Ewald. Und Moßbrugger fügt hinzu: „Wir haben im April angefangen und im Juni haben wir gleich investiert und uns einen Kanuanhänger gekauft.“ Seither ist immer mehr Equipment hinzugekommen. Heute sind es sechs Zelte, 18 Kanus, 35 Garnituren, 450 Quadratmeter Holzboden und vieles mehr – und natürlich die beiden Lamas.

Lama Emil begeistert beim Kinderferienprogramm den Bräunlinger Nachwuchs. Mittlerweile hat er und seine beiden Artgenossen auch noch einen Job bei der Mediclin, wo sie bei einer Lama-Therapie im Einsatz sind. Archivbild: Christina Rademacher
Lama Emil begeistert beim Kinderferienprogramm den Bräunlinger Nachwuchs. Mittlerweile hat er und seine beiden Artgenossen auch noch einen Job bei der Mediclin, wo sie bei einer Lama-Therapie im Einsatz sind. | Bild: Archivbild: Christina Rademacher

„Wir haben immer aus dem Büro auf die Wiese geschaut“, blickt der 37-Jährige Ewald zurück. Es ging darum, auch Angebote für kleine Gruppen zu schaffen. Denn immer mehr Familien fragten an. Doch für eine achtköpfige Gruppe lohnt sich ein Geländespiel nicht. Und so wurde die Idee zum Lama-Trekking geboren. Und die Wiese musste ja auch gemäht werden. „Es hat alles zusammengepasst und dann haben wir den Tipp bekommen, dass jemand seine Lamas verkauft“, erklärt Ewald.

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Seither sind Emil, Fridolin und Karl ein fester Bestandteil des Teams. „Es war nicht ganz einfach, wir mussten den Umgang mit den Tieren ja auch erst lernen.“ Mittlerweile sind Lamas ein richtiger Trend geworden und die drei haben unter der Woche noch einen Job bekommen. Sie sind an der Klinik Mediclin und werden dort für die Lama-Therapie eingesetzt. „Unter der Woche sind sie voll beschäftigt, aber am Wochenende kommen sie immer zu uns zum Relaxen“, scherzt Ewald.

Es geht nur gemeinsam: Nur wenn alle zusammen eine durchgängige Rinne bilden, kann das Wasser auch fließen.
Es geht nur gemeinsam: Nur wenn alle zusammen eine durchgängige Rinne bilden, kann das Wasser auch fließen. | Bild: Roland Sigwart

Mit 150 Veranstaltungen gibt es viel zu tun im Sommer. Ewald und Moßbrugger machen das Tagesgeschäft. Bis vor einem Jahr wurde auch noch jede Veranstaltung von einem der beiden persönlich betraut. Doch das Team ist gewachsen: Unterstützung gibt es nicht nur von den beiden Vätern, die oft und gerne helfen. Eine Dame macht das Büro, die Schwester von Moßbrugger hat die Lama-Touren übernommen und je nach der Größe der Veranstaltungen sind auch mehrere Mini-Jobber im Einsatz.

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Trotzdem haben die Beiden im Sommer viel zu tun. „Wir arbeiten eben dann, wenn andere frei haben“, sagt Moßbrugger. Doch die Arbeit macht Spaß und anders würde das auch nicht gehen. „Wenn man eben das Hobby zum Beruf macht, dann fällt das Hobby weg.“ Da müsste man auch mal den einen oder anderen privaten Termin absagen oder zum Grillen eben erst um 23 Uhr kommen, wenn die eigene Veranstaltung vorbei ist.

Mit dem Kanu auf der Donau paddeln: Ab dem 21. Juli startet das Angebot für Familien wieder – sofern der Wasserstand hoch genug ist. Auch auf dem Rhein gibt es entsprechende Angebote.
Mit dem Kanu auf der Donau paddeln: Ab dem 21. Juli startet das Angebot für Familien wieder – sofern der Wasserstand hoch genug ist. Auch auf dem Rhein gibt es entsprechende Angebote. | Bild: Roland Sigwart

Auch der Winter ist nicht mehr ganz so ruhig, wie in der Anfangszeit: „Früher sind die Geländespieler über den Winter eingeschlafen“, sagt Moßbrugger. Er und Ewald sind beide noch in anderen Sparten selbstständig und haben so im Winter ein zweites Standbein. Doch die eine oder andere Veranstaltung findet nun auch außerhalb des Sommers statt und dann gibt es noch den Zeltverleih, der ganzjährig funktioniert. Pläne für den Winter gibt es allerdings nicht. Auf den Schnee ist in der Region kein Verlass, Indoor-Veranstaltungen wiedersprechen dem Raus-in-die-Natur-Prinzip: „So wie es ist, ist es gut“, sagt Ewald.