Die Bräunlinger TuS-Turnerinnen der Altersstufe zwölf bis 14 Jahre gehören im Turngau mit zu den Besten, was unter anderem der Gauligasieg und auch der Landeskinderturnfestsieg vor kurzem unterstreichen. Doch die Kinder wollen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und versuchen trotz dreimaligem Training in der Woche, auch bei ihren Bewegungselementen Verbesserungen zu erreichen.

Dazu wurde mit Elli Karrer eine Tanzpädagogin für etliche Abende eingeladen, die den Mädchen über verschiedene tänzerische Elemente mehr Lockerheit, eine bessere Körpererfahrung und auch verminderte Spannung näher bringt. Dies soll vor allem für das Bodenturnen, doch auch an anderen Turngeräten Verbesserungen bringen. Die TuS-Mädchen beziehungsweise ihre Eltern finanzieren die Sonderstunden aus eigener Tasche.

Grundprinzipien der Tanzpädagogin

Tanz ist für Elli Karrer der schönste Ausdruck von Lebensfreude. Sie gibt mit ihren Einheiten diese Freude mit Leidenschaft an die TuS-Turnerinnen weiter, was bei den bisherigen Tanzstunden in der Bräunlinger Sporthalle deutlich zu sehen war. „Es war für mich nicht das erste Mal, dass ich versucht habe, eine Gruppe von Turnerinnen weiter zu bringen, denn ich habe auch schon in Bad Dürrheim Mädchen im Turnen und die Turner in Schonach im Showtanz trainiert. Ich versuche, dass die Mädchen etwas lockerer und entspannten werden, was sie bei ihren Turnelementen umsetzen können.“ Beim TuS Bräunlingen habe sie normales Tanztraining gemacht, mit einer Mischung aus HipHop und Jazz, aus der sie Teile vor allem für das Bodenturnen in ihre Kür übernehmen können.

Tanzpädagogin Elli Karrer zusammen mit den TuS-Turnerinnen. Hinten von links Elli Karrer, Hannah Bösch, Sophia Muja, Luna Lorang, Lea Haas; Mitte von links Rebekka Happle, Leni Andre, Maja Wernet, Nele Stökle, Vanessa Würth und Julia Schäfer; vorne Lia Fritschi. Bilder: Dagobert Maier
Tanzpädagogin Elli Karrer zusammen mit den TuS-Turnerinnen. Hinten von links Elli Karrer, Hannah Bösch, Sophia Muja, Luna Lorang, Lea Haas; Mitte von links Rebekka Happle, Leni Andre, Maja Wernet, Nele Stökle, Vanessa Würth und Julia Schäfer; vorne Lia Fritschi. Bilder: Dagobert Maier

Gelöstere Bewegungen

„Es geht einfach darum, dass die Mädchen etwas anders machen, auch für ihren Körper und gelöster in die Bewegungen gehen. Mein Ziel ist auch die oft zu starke Spannung und Konzentration beim Turnen etwas raus zu nehmen, um die Übungen lockerer zu machen“. Wenn sie einen Tanz einübe, dann könne sie die Leistungen und Fähigkeiten der Turnerinnen zum Beispiel beim Bogengang mit einbauen. Viele Elemente könnten mit Turnerinnen viel besser geübt werden. Eine Tänzerin brauche dazu viel länger. „Turnen und Tanz kann man ganz toll verbinden“, sagt die Lehrerin. Dies zeigten die Übungsstunden in der Bräunlinger Sporthalle, als Elli Karrer den Mädchen Bewegungsformen näher brachte, die sie bisher so nicht kannten. Anforderungen dabei: die Balance halten im Ausfallschritt und dann runter in den Spagat oder über die linke Schulter mit gestrecktem Bein in die Bauchlage gleiten.

Haltung – nicht nur beim Tanz eine Frage der Einstellung.
Haltung – nicht nur beim Tanz eine Frage der Einstellung.

„Eine Übungsleiterin der Mädchen hat mich angesprochen, ob ich nicht die Turnerinnen in den tänzerischen Elementen, die für das Turnen wichtig sind, weiter bringen könnte. Ich war sofort bereit dazu, das beim TuS Bräunlingen zu übernehmen“, berichtet Elli Karrer. Zwar sei sie am Anfang schon etwas unsicher gewesen, ob sie ihre Ziele mit den Mädcen erreiche. Der Spaß und neue Körpererfahrungen waren ihr Ziel, was mit den Bräunlinger Turnerinnen sehr gut gelungen sei. Je nach Kür-Musik sind die neuen Bewegungserfahrungen wichtig. Ihr Ziel war auch, die Mädchen aus der Reserve zu locken und Erfahrungen mit neuen Bewegungsformen, unter anderem die Lockerung im Schulterbereich, zu machen, die nicht nur für das Bodenturnen gut sind.

Schon mit 16 Jahren begann Elli Karrer Kinder, Teenies und Erwachsene in verschiedenen Tanzstilen zu unterrichten. Nach ihrer Ausbildung zur Turn- und Gymnastiklehrerin und Tanzpädagogin unterrichtete sie in verschiedenen Institutionen Tanz und gab Gymnastikkurse. Dabei entwickelte sie in den Jahren ihren eigenen Stil und Unterrichtsaufbau. Tanz ist für Elli Karrer reine Lebensfreude und noch mehr. Der Tanz fördere die körperliche Haltung und die Koordination von Bewegungen. Auch macht der Tanz sensibel für Rhythmus sowie Takt und stärkt das Selbstbewusstsein. Dies hat sich Elli Karrer durch ihre Tanzeinheiten zur Aufgabe gemacht.