Fast ein Drittel höher als der Haushaltsansatz fiel die Anschaffung eines mittleren Lastwagens für den Bauhof aus. Im Gemeinderat sorgte dies für Diskussionsbedarf. Das Modell des Herstellers MAN kostet knapp 166 000 Euro und setzte sich im Praxistest gegen ein vergleichbares Modell von Mercedes Benz durch. Der um 10 371 Euro teurere Preis rechtfertigt sich nach Erläuterung von stellvertretenden Bauamtsleiter Alexander Misok und Bauhofleiter Michael Hirth aus einer funktionaleren Ausstattung.

So erlaubt der kürzere Radstand des MAN, auch die engsten Winkel und Kreuzungen anzufahren. Eine Luftfederung ermöglicht besseren Fahrkomfort und eine ausgewogene Belastung der Winterdienstausrüstung auf dem Fahrzeug. Der eingebaute Abbiegeassistent gilt als Ausstattungselement, das mutmaßlich künftige gesetzliche Verpflichtungen vorwegnimmt. Das vollautomatische Automatikgetriebe gibt als Arbeitsentlastung für die Fahrer, die im Winterdienst teils acht und mehr Stunden unterwegs sind.

Diskussionen drehten sich um die Höhe der Ladekante. Hier versprach der MAN beim Beladen des Fahrzeugs mit Streugut mehr Spielraum für den Einsatz des Radladers. "21 Zentimeter sind da Welten", sagte Hirth. Bürgermeister Micha Bächle entschuldigte die Erhöhung gegenüber dem Haushaltsansatz. Das sei zu blauäugig gewesen. Generell seien Lastwagen dieser Konfiguration Nischenprodukte weniger Hersteller. Das treibe den Preis ebenso in die Höhe, wie die Notwendigkeit eine Kommunalhydraulik einzubauen. Zuletzt konnte sich die Stadt bei Tonnage und Fahrgestellaufbau nicht an den Daten des Vorgängermodells orientieren. Eine Überladung hätte gedroht. Gegen die Anschaffung stimmte Hannes Wehinger (CDU). Er sah die Anschaffung als zu luxuiös und nicht zum städtischen Sparkurs passend an.

Geradezu ermutigt wurde die Verwaltung zur Anschaffung eines VW-Transporters für Dienstfahrten im Abwasserbereich. Das Fahrzeug zu Kosten von 33292 Euro beendet ein unpraktisches Provisiorium. Bauhofleiter Hirth hatte bei Kontroll-, Wartungs- und Reparaturarbeiten stets die umfangreiche Ausrüstung für diese Aufgaben in seinem VW Caddy mitgeführt. Dabei mache nicht nur das ständige Ein- und Ausräumen keinen Sinn. Auch ein vernünftiges Arbeiten mit dem Equipment sei kaum möglich. "Das ist keine Schafferei", urteilte Thomas Held (CDU).

Ebenfalls teuer könnte eine Neuanschaffung für die Grünflächenpflege werden. Weil der 13 Jahre alte Aufsitzmulcher inzwischen mehrmals im Jahr zur Notreperatur in der Werkstatt steht, wird ein Ersatz notwendig. Leider, so Misok, werde dieser Gerätetyp nicht mehr gebaut. In dieser Kategorie gebe es auf dem Markt nur noch absolute Profigeräte, die neu für bis zu 95 000 Euro und gebraucht für bis zu 60 000 Euro zu haben sind. Kostengünstigere Fahrzeuge sind privat über den Gebrauchtmarkt zu erstehen. Gerade in der Schweiz gebe es Möglichkeiten, wenn man flexibel reagieren könne. Armin Ewald (FDP) mahnte angesichts von 600 Stunden jährlicher Einsatzdauer doch eher in Richtung einer Neuanschaffung zu gehen.