Wer kann sich noch an alle Rezepte der Oma erinnern? Der Braten mit der Soße, die immer so lecker war. Oder die Spätzle, die sie wie keine zweite schaben konnte? Manches Wissen wird weitergegeben, leider geht jedoch auch vieles davon verloren.

Genussvolles Essen erhalten

Dagegen kämpfen Martin und Gudrun Strangfeld aus Unterbränd an. Sie engagieren sich in dem Verein Slow Food. Der hat sich auf die Fahnen geschrieben, für den Erhalt von genussvollem, bewussten und regionalem Essen zu kämpfen. Quasi als Gegenteil zum negativ behafteten Fast Food. Vor allem geht es um den Erhalt der regionalen Küche mit den typisch regionalen Produkten. "Wir haben schlicht die Sorge, dass gute Lebensmittel aus dem Alltag verschwinden", erklärt Strangfeld.

Martin Strangfeld präsentiert die Schwenninger Knöpfle auf der Slow Food-Messe in Stuttgart. Hier ist er mit einer Dreibein-Spätzle-Maschine zu sehen. Die wird er am Sonntag auch im Kelnhof-Museum vorstellen.
Martin Strangfeld präsentiert die Schwenninger Knöpfle auf der Slow Food-Messe in Stuttgart. Hier ist er mit einer Dreibein-Spätzle-Maschine zu sehen. Die wird er am Sonntag auch im Kelnhof-Museum vorstellen. | Bild: Privat

Tipps im Kelnhof-Museum

Wie passend, dass sich die aktuelle Ausstellung im Kelnhof-Museum "Vom Kochen, Backen und Essen" mit regionaler Kulinarik auseinandersetzt. Dort wird Martin Strangfeld am Sonntag, 17. Februar, um 14.30 Uhr interessierten Besuchern die traditionelle Dreibein-Knöpflemaschine erklären. Natürlich gibt es dabei auch Tipps und Kniffe zur beliebten Teigspezialität.

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"Auch die Knöpflemaschine droht zu verschwinden. Daher wollen wir den Leuten vermitteln, was das Gerät eigentlich kann und wie man es richtig bedient", erklärt Strangfeld. Die Maschine sei in Schwenningen vor mehr als zweihundert Jahren von einem Schlossermeister erfunden. Sie habe sich daraufhin im evangelischen Teil Baden-Württembergs ausgebreitet. "Ins Badische hat sie es eher nicht geschafft. Von daher habe ich mich richtig gefreut, als ich erfuhr, dass sich im Kelnhof-Museum ein Exemplar davon befindet", so Strangfeld, selbst gebürtiger Schwenninger.

Historische Ofenstellen, Kochbücher und natürlich das Kochen selbst stehen im Fokus der aktuellen Ausstellung "Vom Kochen, Backen und Essen" im Bräunlinger Kelnhof-Museum.
Historische Ofenstellen, Kochbücher und natürlich das Kochen selbst stehen im Fokus der aktuellen Ausstellung "Vom Kochen, Backen und Essen" im Bräunlinger Kelnhof-Museum. | Bild: Veranstalter

Spätzle oder Knöpfle?

Wer übrigens bei der Bezeichnung Knöpfle an die kleinen, runden Nudeln denkt, der irrt. Was in einer Stadt als Knöpfle bezeichnet wird, heißt in der anderen Spätzle. Das sei von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, erklärt Strangfeld. So sind die Schwenninger Knöpfle eher eine lange Nudel: "Sie sind etwas Besonderes. Wie eine Art Spaghetti", sagt Strangfeld. Die Maschine besitze eine Art Getriebe, über das der Teig in das heiße Salzwasser gedreht wird. Wichtig bei den Schwenninger Knöpfle sei dabei, dass es sich um einen besonders festen Teig handle: "Viel Mehl, wenig Eier."

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Wie macht Strangfeld seine Knöpfle, mit Maschine oder handgeschabt?

"Ich mache das mit der Maschine. Ich mag es, wenn die Knöpfle al dente sind. Damit gelingt das super. Es entsteht eine ganz andere Nudel." Knöpfle habe man früher eher im Winter gemacht. Da gab es weniger und kleinere Eier, für die Knöpfle braucht man nicht so viele: "Ich nehme ein Ei auf 100 Gramm Mehl. Das wird dann runtergeknetet, bis eine gewisse Festigkeit entsteht." Dann geht der Teig in die Maschine. Die wurde ursprünglich mal entwickelt, um den Hausfrauen das aufwendige Handschaben der Spätzle zu ersparen.

Knöpflewettbewerb

"Im Museum werde ich etwas zur Geschichte sagen und natürlich auch Maschinen mitbringen. Daran sieht man schön die Entwicklung im Laufe der Zeit. Sind etwa die ersten noch aus Schmiedeteilen, kommen schließlich die ersten Guss-Teile", sagt Strangfeld. Und natürlich werde auch eine Schüssel Knöpfle mitgebracht. "Es geht uns um die Zukunft. Dass es damit weitergeht und im Haushalt wieder präsent wird." Öfter bekomme Strangfeld Anrufe von Familien, die eine solche Maschine entweder geerbt, überlassen oder auf dem Dachboden gefunden haben. "Wir organisieren auch einen Knöpflewettbewerb. Da sind auch immer öfter Familien dabei, die das erst gar nicht kannten. Erst haben sie sich eine Maschine ausgeliehen, schließlich dann doch selbst eine gekauft", sagt Strangfeld. Er ergänzt: "Es macht einfach Spaß."

Weitere Informationen sowie Rezepte zu den Schwenninger Knöpfle finden Sie unter http://www.schwenninger-knoepfle.de