Die Stadt-Apotheke hat einen neuen Inhaber. Der 24-jährige promovierte Apotheker Valentin Schlieper aus Hinterzarten ist der neue Chef in dem Traditionsgeschäft in der Dekan-Metz-Straße. Der bisherige Inhaber, Detlef Hurtig, wird allerdings weiterhin mitarbeiten, solange es ihm seine Gesundheit aus zulässt. Sie war schließlich auch der Grund, dass sich Hurtig auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht hat.

Wegen der Gesundheit

"Aus gesundheitlichen Gründen habe ich das früher in Angriff genommen", erklärt der 56-Jährige. Der Zustand könne schlechter werden und er wolle keine kritische Grundsituation. Seit 1970 leitet die Familie Hurtig die Geschicke der Bräunlinger Stadt-Apotheke. 1994 übernahm Detlef Hurtig das Geschäft von seinem Vater. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten sei nicht ganz einfach gewesen: "Ein großer Teil des Geschäftsalltags hat weniger mit der Arznei und den Patienten zu tun, sondern mit Bürokratie. Da will sich nicht jeder reinarbeiten", sagt Hurtig. Mit Valentin Schlieper sei eine gute Lösung gefunden. "Mir ist wichtig, dass der Übergang nicht hoppla-hopp abläuft, sondern in geordneten Bahnen."

Der 24-Jährige Schlieper hat in Budapest studiert, sein Bruder leitet die Apotheke in Bonndorf, sein Vater eine in Hinterzarten: "Ich habe nach dem Studium viel in Hinterzarten gearbeitet, aber auch in der Freiburger Innenstadt. Außerdem habe ich den Kurs zum Apothekenbetriebswirt absolviert", so Schlieper.

Keine Veränderungen

Für die Kunden bleibe in der Stadt-Apotheke vorerst alles beim Alten, das Personal bleibt, lediglich ein neues Gesicht sei mit im Laden. Schlieper fühlt sich mit dem neuen Aufgabenbereich wohl: "Ich wäre in einer Großstadt nicht glücklich geworden. Die Leute hier sind nett, geduldig und sehr angenehm." Zudem stehe die Apotheke sehr gut da: "Sie ist sehr modern, die Elektronische Datenverarbeitung wurde erst vor einem halbe Jahr auf den neuesten Stand gebracht. Wir haben natürlich das Internet als Konkurrenz. Daher wollen wir alles schnell bieten, das ist besonders auf dem Land sehr wichtig."

Hurtig habe mittlerweile die Verantwortung übergeben und die Arbeitsstunden reduziert. Ganz aufhören? "Ne, das werde ich nicht. Wir waren jetzt 48 Jahre hier, das legt man nicht einfach ab. Und für die Rente ist es mir noch zu früh."