Nur einige Meter entfernt von der Bushaltestelle in Unterbränd, oberhalb der kleinen Kapelle, befindet sich seit Kurzem ein weiterer Halteplatz. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Mitfahrerbänkle. Wer dort sitzt, der würde gerne von einem Autofahrer mitgenommen werden. Das Prinzip ist auch aus anderen Orten bekannt, in Unterbränd hat man das jedoch professioneller aufgezogen: Neben der eigens dafür hergestellten Holzbank mit entsprechendem Schriftzug gibt es auch Infotafeln und Hinweisschilder. Fast so, wie bei einer richtigen Bushaltestelle.

Im Internet entdeckt

„Seit Jahren ist der Busverkehr bei uns eher relativ dürftig. Ich bin dann im Internet auf das Konzept der Mitfahrbänke aufmerksam geworden“, sagt Ortschaftsrat Lutz Rademacher, Initiator dieses Projektes. Im Rat wird das Thema besprochen. Warum nicht auch in Unterbränd ausprobieren. Ja, das Gremium stimmt zu. Das Projekt soll jedoch besonders sein. Daher ist noch einiges notwendig. „Bürgermeister Micha Bächle wollte ein schlüssiges Konzept. Es sollte mindestens zwei Stationen geben, damit man hin- und zurückfahren, oder eben mitfahren kann.

Eine Gemeinschaftsarbeit

Förster Reinhard Merz arbeitet schließlich an einer Bank mit entsprechender Inschrift. Mit ins Boot kommen auch die Druckerei Fleig und die Firma Bedrunka und Hirth. Ein Logo wird entworfen, das einen Daumen nach oben zeigt. „Ich würde gerne mitgenommen werden“ – so der Symbolcharakter. Schließlich entsteht eine richtige kleine Haltestelle. Und das Besondere: Über verschiedene Schilder können Mitfahrer direkt erkenntlich machen, wohin sie gefahren werden wollen. Etwa zur zweiten Station, die sich in der Bräunlinger Zähringerstraße direkt neben der Bushaltestelle befindet. Dazu muss lediglich das Schild umgeklappt werden.

Idee soll weiter reichen

Und die Idee wird auch schon weitergesponnen, arbeitet man in Dittishausen auch schon an einem solchen Konzept: „Dort will man eine Verbindung nach Löffingen schaffen. Wenn das klappt, kann man über eine nach Unterbränd über die Kreisgrenze nachdenken“, sagt Bürgermeister Micha Bächle. Jetzt müsse man allerdings auch schauen, wie das Angebot angenommen werde: „Es ist eine tolle Idee, aus der ein Gemeinschaftsprojekt geworden ist. Es stärkt die Mobilität und ist ein Beitrag zur Verbesserung der Infrastruktur“, so Bächle. Es habe auch schon Gespräche mit Annette Hilpert, Ortsvorsteherin von Dittishausen zu diesem Thema gegeben.

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Auch Ortsvorsteher Winfried Klötzer freut sich über das neue Angebot: „Es ist eine gute Idee, die auch außerhalb der Busfahrzeiten funktioniert.“ Das Ganze stärke zudem die Gemeinschaft und biete die Möglichkeit, über die Kreisgrenzen hinaus zu kommen: „Es gibt auch die Möglichkeit, andere Ortschaften zu verbinden. Außerdem wird sowieso immer darüber diskutiert, dass weitestgehend leere Autos unterwegs sind. So wäre noch jemand dabei“, so Klötzer. Für die Infrastruktur sei es ein Schritt in die richtige Richtung.

Bewohner mit ins Boot holen

Jetzt müsse man vor allem die Unterbränder mit ins Boot holen. Ist niemand bereit, hier zu helfen, funktioniert das Konzept nicht. Dennoch sei niemand gezwungen, das Angebot als Mitfahrer wie als Fahrer zu benutzen: „Das soll jeder selbst entscheiden“, sagt Micha Bächle.

Vorteile biete das Mitfahrbänkle insbesondere, wenn es gelinge, die Kreisgrenzen zu überschreiten: „Diese Grenze gibt es zwischen den Gemeinden nicht, nur im Verkehr. Vielleicht lässt sich das jetzt ändern“, so Lutz Rademacher.

Einen Anschluss gebe es somit auch für die Asylbewerber, die in der Gemeindewohnung untergebracht sind, so Ortschaftsrätin Sabine Weißer. Sie haben natürlich auch die Möglichkeit, hier mitzufahren.