Der Straßenmusiksonntag braucht gutes Wetter und viele Besucher. Die würden natürlich nicht in Scharen kommen, würde das künstlerische Angebot der Veranstaltung nicht passen.

Dass dieses jedoch stimmt, dafür sorgen unter anderem diese beiden: Franz Heindl und Hans Möckel sind Straßenkünstler, die bereits seit den Anfangstagen des Bräunlinger Straßenmusiksonntags mit dabei sind. Möckel, besser bekannt als die Rambo-Tschambo-Ohrwurmband, spielte schon bei der ersten Veranstaltung 1988 als Ein-Mann-Kapelle für das Publikum in der Zähringerstadt. Mit Pauke, Zimbeln, Pfeifen und Tröten, verschmolzen zu einer Einheit und einem Banjo sorgt er für Unterhaltung: "Seither war ich wohl bei mindestens zwei Drittel der Strassenmusiksonntage zugegen. Die Erinnerungen an die einzelnen Tage verschwimmen allerdings bei mir etwas über die Jahre", erzählt er.

Der Reiz des Straßenmusiksonntages sei für ihn als Musiker immer das dankbare, offene und begeisterungsfähige Publikum. "Da hat sich über die ganze Zeit eigentlich nix geändert. Das ist schon ein ganz spezielles Völkchen in Bräunlingen und Umgebung", sagt er. Was sich bei ihm jedoch geändert habe, sei die monetäre Ausbeute im Hut: "Das war in früheren Zeiten deutlich besser. Aber das ist generell bei der Straßenmusik so." Möckel habe sich zwar für 2018 angemeldet, es könne aber sein, dass er noch absagen müsse, "da ich möglicherweise am Knie operiert werde und ich nicht weiß, ob das Knie bis Ende August wieder voll belastbar ist."

Franz Heindl spielt auf seiner Akustik-Gitarre, singt und spielt Mundharmonika. Seit den Neunzigerjahren auch auf jedem Straßenmusiksonntag in Bräunlingen. <em>Bild: Privat</em>
Franz Heindl spielt auf seiner Akustik-Gitarre, singt und spielt Mundharmonika. Seit den Neunzigerjahren auch auf jedem Straßenmusiksonntag in Bräunlingen. Bild: Privat

Regelmäßig in Bräunlingen ist auch Franz Heindl. Der österreichische Musiker spielt auf seiner Akustik-Gitarre Lieder der Sechziger, Siebziger und Achtziger-Jahre, Countryblues und Eigenkompositionen in Englisch und Deutsch. Er ist seit dem zweiten Straßenmusiksonntag in den Neunzigern mit an Bord – und seitdem jedes Mal dabei. Er sei damals auf einem Gauklerfest unterwegs gewesen und von Bernhard Hauser vom Bräunlinger Kulturamt angesprochen worden. "Dann habe ich lange Zeit nichts gehört, und plötzlich flatterte die Einladung ins Haus", sagt Heindl. Er machte sich schließlich im Sommer auf den Weg in Richtung Deutschland.

Das sei dann der Beginn einer langjährigen künstlerischen Beziehung gewesen. Regelmäßig habe man sich geschrieben und miteinander gesprochen. "Der Veranstalter und ich, wir sind da richtig zusammengewachsen", so der 63-Jährige. Mittlerweile sei es keine reine Geschäftsbeziehung mehr, sondern eine Freundschaft. "Wenn man in Bräunlingen mit neuen Ideen und Anregungen kommt, hören sei einem immer zu. Wenn man so miteinander spricht, dann ist das schlussendlich besser, für den Veranstalter, den Künstler und vor allem das Publikum", sagt Heindl.

Was sich seit seinem ersten Auftritt in der Zähringerstadt verändert habe? "Vor allem die Technik. Heute ist sehr viel mehr Elektronik mit dabei. Das beobachtet man allerdings auf vielen Festivals", sagt er. Daher sei es besonders schön, dass in Bräunlingen speziell für akustische Musik ein eigener Bereich ausgewiesen sei. "Mir gefällt dort auch die ganze Begebenheit. In vielen anderen Straßen verlieren sich solche Festivals in engen Gassen. Hier sind die Straßen offen und sorgen so für eine tolle Atmosphäre", so der Musiker. Generell sei das Verhältnis an verschiedenen Künstlern in Bräunlingen sehr ausgewogen: "Die Stadt hat das gut getroffen."

Besonders gefalle Franz Heindl der familiäre Bezug beim Straßenmusiksonntag: "Man trifft alte Freunde und Künstlerkollegen, auf die ich mich sehr freue. Für mich ist das immer spannend. Einerseits gibt es jenen Teil meiner Generation, andererseits ganz neue, junge Künstler." Dazwischen gebe es schließlich einen spannenden und produktiven Austausch, von dem beide profitieren: "Es macht mir auch Spaß, jungen Künstlern etwas mitzugeben."