Mit einem Narrentreffen im Kleinformat eröffneten die Unterbränder Köhler die Fasnetsaison. Narrenbaumstellen, ein Nachtumzug und natürlich jede Menge Stimmungsmusik waren angesagt. In ihrer mittlerweile siebten Auflage ist die "Köhlergaudi" zu einem Geheimtipp geworden. Daran änderte auch das fehlende Gemeindehaus nichts. Das Autohaus Henkel hatte kurzerhand seine Bushalle geräumt. Die war zwar nicht ganz so heimelig wie das inzwischen abgerissene alte Schulhaus, das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch.

Nachdem der Narrenbaum seinen Platz am Dorfmittelpunkt gefunden hatte, lud Narrenvater Wolfgang Weber zum "wohl kleinsten Zunftmeisterempfang aller Zeiten" in den Sternen ein. Neben den Vertretern einiger Gastzünfte konnte er auch Erznärrin Lilo Günter aus Unterkirnach begrüßen. Pünktlich um 19 Uhr zog ein Umzug mit zwei Musikgruppen und verschiedenen Maskenträgern durch das nächtliche Unterbränd, bevor die Schelli-Band aus Lenzkirch in der Henkel-Halle für den ersten musikalischen Höhepunkt sorgte. Mit bekannten Melodien und einer treibenden Rhythmusgruppe hievte sie das Stimmungsbarometer nach oben, bevor die heimische Zunft mit den traditionellen Köhlertanz die Veranstaltung standesgemäß eröffnete.

"Sumpfohren ist mit dem halben Ort dabei", freute sich Narrenvater Wolfgang Weber, während sechs Mädels der Boschenstecher die Bühne eroberten und das Tanztalent Martin Schöndienst als "Rocky" Boxhiebe austeilte. Bei jeder Köhlergaudi dabei sind die Baaremer Schallmeien. Mit "Humba-Tätärä" ging die Post ab.

Die rot-weißen Garde-Damen aus dem Brigachtal begeisterten mit ihrem CanCan, bevor es die "Brändbach-Hupä" aus Bräunlingen dann wieder richtig krachen ließen. Ihre Zugabe gaben sie nach dem Verlassen der Bühne und nicht nachlassendem Applaus dann am Ausgang. Es folgte ein orientalischer Tanz der Sumpfohrener Mädels. Der Schußpunkt des abendfüllenden Programms gehörte den Gästen aus Grüningen.

Während eine gemischte Truppe aus Cancan-Tänzerinnen und Cowboys die Bühne eroberte, gab es lange Gesichter beim Musikverein. Man stand ohne den plötzlich erkrankten Schlagzeuger da. Doch Alois Schwörer vom Duo "Neustadt-West" rettete die Situation und die Stimmungskapelle mit eigenen Interpretationen aktueller Hits, aber auch Traditionellem rockte in alter Manier die Halle. Es wurde mitgesungen, geklatscht und getanzt, während sich die Jüngeren in das eigens angeschaffte beheizte Zelt vor der Halle aufmachten, wo noch lange zu DJ-Musik gefeiert wurde.