In zwei unscheinbaren Kisten in den Werksräumen des Bräunlinger Unternehmens Metalltechnik Scherzinger lagern mehrere hundert Schwerter. Spitz, mit Parierstange und Handgriff. Nur parieren werden diese Schwerter vermutlich nie etwas, außer vielleicht den Hunger derjenigen, die sich eines davon am Straßenmusiksonntag, 25. und 26. August, kaufen. Denn dann werden sie auch bestückt sein – und zwar mit leckeren Fleischstücken. Schweinefilet und Rindfleisch. Angeboten werden sie beim Stand der Narrenzunft vor der Zunftstube bei Zähringerstraße und Kelnhofplatz.

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Idee und Planungen

"Die Idee für die Spieße entstand 2004. Damals haben wir den Narrenbrunnen vor dem Zunfthaus offiziell eingeweiht und dachten uns, aus diesem Anlass müssen wir irgendwas besonderes machen", erklärt Karlheinz Scherzinger, Zunftmeister der Bräunlinger Narren. Er selbst sei leidenschaftlicher Koch, dazu sollte dann noch etwas, das eben auch zur Narrenzunft passt. Da sei dann der Gedanke gewachsen, Spieße zu machen, die nicht alltäglich sind.

Gesagt, getan. Die Möglichkeiten und das technische Wissen bringt der Zunftmeister in seinem Unternehmen Metalltechnik Scherzinger gleich mit: "Wir haben ein Muster gemacht und geschaut, wie es rauskommt. Was uns allerdings auch klar war: Mit einer solchen Sache machen wir keine üblichen Schaschlikspieße, wie man sie überall bekommt. Wir arbeiten mit Schweinefilet und Rinderhüfte", erklärt Scherzinger. Das Konzept kommt bei den Narren gut an.

Mit viel Liebe zum Detail: Auf den Spießen sind die Schriftzüge "Straßenmusik-Sonntag" und "Narrenzunft Bräunlingen" zu sehen.
Mit viel Liebe zum Detail: Auf den Spießen sind die Schriftzüge "Straßenmusik-Sonntag" und "Narrenzunft Bräunlingen" zu sehen. | Bild: Simon, Guy

Der erste Grill ist viel zu heiß

Jetzt ist alles bereit, einmal auszuprobieren, was da ertüftelt wurde. Dazu muss jedoch erneut Energie aufgewandt werden: Auf einem handelsüblichen Grill funktionieren die speziellen Spieße nicht. "Also haben wir eigens dafür einen Grill gebaut. Alles natürlich erst mal im Miniaturformat zum Ausprobieren", erklärt der Zunftmeister. Die Premiere beim Scherzinger-Betriebsgrillen im Juli 2004 verläuft dann jedoch nicht ganz so, wie gedacht. Der Grill wird extrem heiß, zu heiß. "Wir konnten gar nicht so grillen, wie wir das wollten", sagt Scherzinger. Es wird weiter getüftelt und schließlich in mehreren Schritten optimiert. Heute haben bis zu 100 Spieße Platz auf dem Grill. Er wird zwar heiß, aber genauso, wie es sein soll.

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Weg zum Straßenmusiksonntag

"2006 wollten wir dann unser Brunnenfest machen. Das war gedacht als eine Feier, die auch alle zwei Jahre stattfindet", erklärt Scherzinger. Seitens der Stadt sei dann jedoch der Vorschlag gekommen, einfach beim Straßenmusiksonntag mit dabei zu sein. Dort sind die kleinen Schwerter vom Grill mittlerweile ein begehrtes Andenken, gerne können sie mit nach Hause genommen werden. Jeweils vor dem Straßenmusiksonntag werden wieder 300 neue davon mit einem Laser aus Edelstahl geschnitten. So sind sie auch lebensmittelecht. "Uns war klar, dass wenn wir beim Straßenmusiksonntag mitmachen, wir in die Vollen gehen oder es sein lassen", so Scherzinger. Er ergänzt: "Qualität liegt mir immer am Herzen."

Am Stand der Narrenzunft brutzeln die Filet-Spieße auf dem überdimensionalen, selbst gebauten Grill.
Am Stand der Narrenzunft brutzeln die Filet-Spieße auf dem überdimensionalen, selbst gebauten Grill. | Bild: Roland Sigwart

Und die Qualität kommt an. Je nach Wetterlage und Besucherzahl kann es vorkommen, dass die Spieße bereits um 14 Uhr restlos ausverkauft sind. "Wir haben die Menge nach und nach angepasst", sagt der Zunftmeister.

Grill und Spieße sind exklusiv

Den Grill samt den Spießen wird die Narrenzunft übrigens nicht verleihen. Entsprechende Anfragen habe genügend gegeben. Jedoch soll eine gewisse Exklusivität erhalten bleiben, findet Scherzinger: "Ich freue mich jedes Jahr auf die Dünnete der Landfrauen. Und alle zwei Jahre freue ich mich zweimal, da ist nämlich Kilbig und Straßenmusiksonntag. So bleibt das für alle etwas besonderes."

Das kulinarische Programm

  • Rudis Wurst Im Biss: Hier gibt es Original Thüringer, Currywurst mit selbst gemachter Soße, Kalbsbratwurst, Frikadellen und italienisches Eis. Der Stand befindet sich zwischen Stadttor und Hauptbühne in der Kirchstraße.
  • Chiccos Catering: Ein ganzes Gauklerdorf wartet auf die Besucher, die sich dort mit Flammlachs, Nudelvariationen, Pfannen- und Grillgerichten, Pizza, Süßigkeiten und Eis eindecken können. Das Angebot befindet sich in der Kirchstraße nach dem Rathaus in Richtung Stadthalle.
  • FC Bräunlingen: Nach Chiccos Catering der Kirchstraße entlang folgen und man kommt zum FC, der mit panierten Schnitzeln, Pommes und Salatteller aufwarten kann.
  • Geländespieler: Sie befinden sich mit Flammkuchen vom Strandcafé Kirnbergsee gegenüber der Schule an der Ecke zur Blaumeerstraße.
  • Art Culinair: Weiter in die Blaumeerstraße und beim Alten Schloss gibt es Pulled Boneless Spare Ribs, Pulled Pork, Veggie Burger, Grill- und Currywurst. Außerdem einen Cocktailtoaster.
  • Confoodzio: Etwa auf Höhe der Blaumeerstraße 4 gibt es am Straßenmusiksonntag italienische Spezialitäten wie Arancini, Salsiccia, Piadina, Pizza Crêpes und Eis.
  • Landfrauen: Auch in der Blaumeerstraße, etwa beim Friseur Fehrenbach haben die Landfrauen ihren Stand. Sie bieten den Besuchern wieder ihre Speck- und Apfeldünne an.
  • Narrenzunft: Beim Zunfthaus der Bräunlinger Narren gibt es die großen Filet-Spieße vom Holzkohlegrill mit Wedges und Salatteller.
  • Stadtkapelle: Die Musiker bieten in der Zähringerstraße neben der Stadtkirche Schweinhals mit selbstgemachtem Kartoffelasalat, Maultaschen und Bibbeleskäs.
  • Gauchenzunft: Die Dögginger befinden sich neben der Stadtkirche auf Seite der Dekan-Metz-Straße. Dort bieten sie den Besuchern eine Gemüsepfanne, Krautschupfnudeln und die Gauchenbratwurst. (guy)