Unterbränd – "Frohe Stunden, schöne Feste, diese sollen in diesem Hause Gäste oft erfreuen" oder "Möge Eintracht und Zufriedenheit darin herrschen alle Zeit": Diese und ähnliche gute Wünsche enthielt der Richtspruch von Zimmermeister Axel Fehrenbach auf der Baustelle des Unterbränder Bürgerhauses. Und auch das Glas zersprang auf dem Boden, sodass die Zukunft des Hauses in einem guten Licht erstrahlt.

65 geladene Gäste, darunter Bürgermeister Jürgen Guse, Ortvorsteher Winfried Klötzer, Architekt Alexander Schmid, Vertreter des Ortschaftsrates, des Gemeinderates, des Stadtbauamts sowie der beteiligten Handwerker des Bauunternehmens Butkus, der Zimmerei Fehrenbach und der Firma Schleicher wohnten dem Richtspruch bei, mit dem Richtbaum ist nun auch offiziell der erste Bauabschnitt des Gebäudes abgeschlossen. Erstmals wurden in der künftigen Halle Biergarnituren aufgestellt, für die Bewirtung sorgte die Köhlerzunft mit Fleischkäse und Getränken. Dort, wo später die Bühne aufgestellt wird, stand das Rednerpult, so konnte sich jeder der Gäste schon ein Bild von den Dimensionen der künftigen Versammlungsstätte machen.

"Richtfest heißt, es ist aufgerichtet und dieses Gebäude zeigt uns schon in aller Deutlichkeit die architektonische Vision unseres Planers, Architekt Schmid": Mit diesen Worten hob Bürgermeister Guse auf die besondere Form des Baukörpers ab, die jetzt schon erkennbar ist. Das Gebäude sei ein modernes, eigenständiges Gebäude mit Unikatcharakter. Damit nehme ein lange gehegter Wunsch von Unterbränd konkrete Formen an. Dabei lobte Guse die gelungene Zusammenarbeit von Ortschaftsrat, Projektteam, Planungsbüro und Stadtbauamt. Hier seien die wesentlichen Weichenstellungen für das Projekt auch unter Einbeziehung der Vereine vorgenommen worden. Der Gemeinderat habe die nötigen Spielräume eingeräumt, diese seien sehr gut genutzt worden. Es entstehe ein wunderbares Veranstaltungszentrum im geografischen Ortsmittelpunkt.

"Es hat mehrere Anläufe gebraucht, aber im Nachhinein haben wir Glück, denn jetzt haben wir den optimalen Entwurf erreicht", blickte Ortvorsteher Winfried Klötzer zurück. Ein Bürgerhaus sei wichtig für eine intakte Dorfgemeinschaft. Es solle Spaß machen, hier zu wohnen. Nur so könne man ein Abwandern verhindern und die Einwohnerzahl, die aktuell bei 301 liegt, halten. Er wünscht sich für die Zukunft, dass im neuen Haus viele Aktivitäten herrschen und die Dorfgemeinschaft hier viele Stunden verbringen kann. Handwerkern sowie Architekt und Stadtbauamt überreichte Klötzer eine Unterbränder Spezialität, einen edlen Tropfen aus "Barths Hüsli".

Architekt Alexander Schmid lobte die kurzen Wege und die gute Kommunikation mit den Handwerkern und dem Ortschaftsrat. Er erläuterte den Anwesenden die komplette Planung und das Konzept des Gebäudes. Die nächsten Bauschritte sind der Einbau der Fenster und des Blechdaches.

Das Bürgerhaus

1966 wurde in Unterbränd eine neue Schule mit zwei Klassenzimmern eingeweiht. Bereits zwei Jahre später wurden dort nur noch Grundschüler unterrichtet, Anfang der 70er Jahre wurde die Schule geschlossen und das Gebäude in ein Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert. Mit der Zeit wurde es enger, in den 80-er Jahren kam ein Küchenanbau auf die Wunschliste, später ein Bühnenanbau. In den vergangenen 20 Jahren gab es diverse Pläne, die nie umgesetzt wurden. 2007 war der Umbau Thema einer Technikerarbeit. Im Jahr 2015 setzte der Gemeinderat das Thema in der Prioritätenliste an Nummer 1. Es wurden Zuschüsse beantragt, die zunächst abgelehnt wurden. 2016 wurden Zuschüsse in Höhe von insgesamt 593 000 Euro aus ELR und Ausgleichsstock genehmigt. Der Gemeinderat bewilligte die Bausumme von 1,6 Millionen Euro. Am 10. Septmeber begann die Dorfgemeinschaft mit den Abbrucharbeiten. Das alte Gebäude wurde bis auf die Bodenplatte abgetragen, die nun als Basis für das neue Bürgerhaus dient, über dessen Namen noch entschieden wird.