Es mag Gottes Fügung gewesen sein, doch jetzt ist er da: Wenige Stunden vor der Bräunlinger Pfarrgemeinderatssitzung traf Padre Jorgiano dos Santos da Silva in seiner neuen Heimat Bräunlingen ein. Der Brasilianer kam direkt aus München in die Zähringerstadt, wo er sogleich sein neues und soeben renoviertes Wohndomizil im Bräunlinger Pfarrhaus bezog. Noch sah er nicht viel von Bräunlingen und Umgebung. Doch das Gebiet der Seelsorgeeinheit „Auf der Baar„ war ihm bei seiner ersten Stippvisite sofort ans Herz gewachsen.

„Ich verstehe nichts von Musik“, sagt hier noch Padre Jorgiano, als er sich überreden lässt, beim Bräunlinger Skapulierfest das Badnerlied zu dirigieren. Stadtmusik-Dirigent Andreas Dangel applaudiert. Bild: Lutz Rademacher
„Ich verstehe nichts von Musik“, sagt hier noch Padre Jorgiano, als er sich überreden lässt, beim Bräunlinger Skapulierfest das Badnerlied zu dirigieren. Stadtmusik-Dirigent Andreas Dangel applaudiert. Bild: Lutz Rademacher | Bild: Lutz Rademacher

Damals traf er sich mit Pfarrer Manuel Grimm. Auf den ersten Blick war ihm klar, dass die Liaison mit den Menschen auf der Baar gelingen kann. In der Seelsorgeeinheit ist er Nachfolger von Augustus Izekwe, dessen Amt er für die kommenden fünf Jahre übernimmt. Padre Jorigano spricht sehr gutes Deutsch, was daran liegen mag, dass er in Deutschland studierte. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Freiburg zog es ihn in Richtung bayrische Landeshauptstadt. Dass es ihn nun wieder zurück in den Schwarzwald verschlägt, ist für ihn eine tolle Sache. Als Seelsorger ist er in der gesamten Seelsorgeeinheit tätig, eines möchte er nach eigenen Angaben noch so schnell es geht dazulernen: „Im Dialog verstehe ich, was die Menschen sagen, doch wenn sie in einer Gruppe stehen, ist es noch schwierig“, lacht Padre Jorgiano, der sich in der Pfarrgemeinderatssitzung nur kurz vorstellte, um danach weiter seine Umzugskisten auszupacken.

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Derweil ging die Pfarrgemeinderatssitzung weiter. Der Schwerpunkt der Diskussionen betraf die zukünftige Zusammensetzung des Gremiums, das am 22. März 2020 neu gewählt wird. Zur Disposition stand, den Status Quo zu belassen oder mit verkleinertem Pfarrgemeinderat die zukünftigen Herausforderungen anzupacken. Nach intensiver Diskussion einigte sich das Gremium auf eine Verkleinerung von derzeit 25 auf 18 Pfarrgemeinderäte unter Beibehaltung der vor fünf Jahren neu gebildeten Kirchenbezirke. Neu ist auch die Einführung der unechten Teilortswahl, die es jedem Katholiken der Seelsorgeeinheit ermöglicht, Kandidaten aller Kirchenbezirke zu wählen. Bislang waren die Katholiken nur berechtigt, den jeweiligen Kandidaten ihrer Kirchenbezirke eine Stimme zu geben. Der neue Pfarrgemeinderat besteht aus sechs Bräunlinger Vertretern, vier Hüfinger Mitgliedern, je zwei aus Mundelfingen und Döggingen, zwei aus der Pfarrgemeinde Hausen vor Wald/Behla und je einem Vertreter aus Fürstenberg und Sumpfohren. Katholiken, die sich für eine Kandidatur im neuen Pfarrgemeinderat interessieren, können ihr Interesse ab sofort bei einem Mitglied des Gremiums oder im Pfarrbüro anmelden.