Die Zeit drängt. Noch in diesem Jahr soll der neue Verkehrsknotenpunkt Döggingen in Betrieb gehen. Diese Aufwertung wird durch Änderungen in der Nahverkehrsplanung bedingt. Die notwendigen verkehrtechnischen Vorarbeiten vor dem Fahrplanwechsel summieren sich, ohne sichere Zuschussaussichten, auf insgesamt rund 580 000 Euro und stehen in Döggingen und Mistelbrunn an. Sie wurden am Donnerstag im Gemeinderat thematisiert.

In Mistelbrunn wird an der Unterbränder Straße eine Buswendeanlage angelegt. Hintergrund sind Änderungen in der Linienführung des Busverkehrs. Der Bus fährt ab nächstem Jahr nicht mehr direkt zwischen Mistelbrunn und Unterbränd. Dank des Entgegenkommens der Pfarrpfründe konnte die Stadt die notwendige Fläche von etwa 720 Quadratmeter am Straßenrand erwerben. Weil die Bushaltestelle in Mistelbrunn noch in gutem Zustand, ist auch laut Ortsvorsteher Norbert Knöpfle keine neue Anlage notwendig. Allerdings, so Bürgermeister Michael Bächle, müsse die Barrierefreiheit aller Bräunlinger Haltestellen zum Zukunftsthema werden.

Die Kosten für die Maßnahmen in Mistelbrunn belaufen sich auf 130 000 Euro, in Döggingen werden rund 450 000 Euro ausgegeben. Hier möchte sich die Stadt um Zuschüsse bemühen. Seit Ende April ist es sicher, dass die Stadt ins ÖPNV-Programm nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) aufgenommen wird. Was aber nur die erste Stufe bedeute, aber noch nicht eine konkrete Förderung, wie der Bürgermeister erläuterte. Um einen Zuschuss zu bekommen, müssen Pläne, Kostenschätzungen und mehr gemeinsam mit dem Förderantrag eingereicht werden. Die Ausarbeitung laufe gerade.

Mit einem Konzept, das den gängigen Standard verlasse, erhofft sich Bächle einen sattsamen Förderbetrag. Döggingen werde als „multimodaler Knoten“ ausgebaut. Denn hier wechseln Autofahrer, Bus- und Bahnreisende und Radfahrer die Verkehrsmittel.

Das Projekt in Döggingen fand im Gremium den größeren Diskussionsbedarf. Neu angelegt werden am Bahnhof eine Buswendeplatte und zwei barrierefreie Bushaltestellen. Dank einer leichten Verzahnung der Zustiege können zwei Busse gleichzeitig Passagiere aufnehmen und abfahren, ohne sich gegenseitig zu behindern. Gebaut werden zudem ein Buswartehäuschen und eine Anlage mit zehn abschließbaren Fahrradboxen. Entlang der Bahnlinie wird eine Einfriedung angelegt. Damit soll verhindert werden, dass Fußgänger über die Bahnlinie laufen.

Schwierig war auch in Döggingen der Grundstückerwerb. Das warf die Frage auf, inwiefern Parkmöglichkeiten auf städtischem Grund geschaffen werden können. Clemens Fahl (SPD) verwies darauf, dass hier keinerlei Möglichkeiten bestünden. Rolf Schütz (CDU) brachte in Erwägung, Parkflächen aus dem gegenüber dem tatsächlichen Flächenbedarf zu groß dimensionierten Friedhofareal zu nehmen.

Ins Spiel brachte Bächle ein großes Bahn-Grundstück östlich der Bahnlinie. Dies sei mittelfristig, nach Umsetzung der aktuellen Projekte, ein geeigneter Standort für Park-and-Ride-Parkplätze. Angelegt würde er auf Kosten der Stadt. Gespräche liefen. Kurzfristig, so Bächle, könnte man im Bahnhofsbereich Flächen schottern und zu provisorischen Stellplätzen machen.

Unabhängig von den Zuschüssen müssen beide Projekte auf den Weg gebracht werden. Denn der Fahrplanwechsel zum Jahresende verlangt fertige Umsetzungen. Deshalb ließ sich die Verwaltung am Donnerstag vom Gemeinderat eine Ermächtigung ausstellen, um Vergaben zu tätigen. Der Grund liegt in der Kommunalwahl. Nach dem 26. Mai ist der „alte“ Gemeinderat nur noch bedingt entscheidungsfähig.