"Ich spiele zwar auch gerne Fußball und Tischtennis, doch am liebsten spiele ich Schach, auch wenn ein Schachspiel manchmal bis zu drei Stunden dauert", sagt Semir Ljuca vom Bräunlinger Schachclub. Das ist schon eine erstaunliche Aussage für einen Elfjährigen, der es fertig bringt, trotz vieler Ablenkungen bis hin zum Handy, sowie die natürliche Unruhe eines Jugendlichen, sich für zwei Stunden und mehr, voll auf das Schachspiel und die Züge seines Gegners zu konzentrieren.

Nach einer Turnierwoche mit teilweise zwei Partien am Tag, wurde Semir vor Kurzem in Karlsruhe erstmals badischer U 12-Meister im Schachspiel und hatte sich damit für die deutschen Meisterschaften in Willingen (Hessen) qualifiziert. Dort belegte er als Neuling in einem hochkarätigen Feld den besten U 12-Schachspielern aus Deutschland einen sehr guten 46. Rang. "Zwar dürfen wir innerhalb des Zeitlimits während des Spiels aufstehen, etwas trinken oder Kleines essen, doch muss ich immer wieder aufpassen, dass ich dabei die Konzentration und den Spielgedanken nicht verliere, was auch passieren kann", erklärt Semir. Zusammen mit seinem Bruder Rijad, auch ein begeisterter Schachspieler, und unterstützt von Vater Senad Ljuca, gehen sie auf Turniere in der Region und auch in der Schweiz. Beide besuchen das Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen.

"Uns machen das Spiel mit den Schachfiguren, die taktischen Varianten der einzelnen Züge sowie auch die Analyse des Spielsystems viel Spaß und regen uns zum Nachdenken an", sagt der 13-jährige Rijad. Er analysiert auch nach dem Spiel noch die Spielzüge, vor allem jene des Gegners und versucht herauszubekommen, was sein Gegenüber für eine Spieltaktik hatte. Auch die Vorgehensweise am Schachbrett und die Körpersprache des Gegners sage viel aus. Denn aufgrund der vielen bisherigen Spiele und auch Meisterschaftserfahrungen könne man sich gut darauf einstellen, so die Jugendschachspieler.

Beide Jungs haben das Schachspiel von ihrem Vater Senad Ljuca gelernt bekommen und früh mit dem Figurenspiel begonnen, bevor sie zum Schachclub Bräunlingen kamen. Zuvor spielten sie einige Jahre beim Schachclub in Villingen. Viel Zeit benötigt auch die Vorbereitung auf die bevorstehenden Partien, auf die sich beide, immer mit Unterstützung der Jugendbetreuer, gut vorbereiten. Dabei spielen die Eröffnung, das Mittel- und das Endspiel als einzelne Spielteile immer eine große Rolle. Zur Unterstützung hilft auch das Internet, denn beide schauen sich ab und zu Spiele der Gegner am Bildschirm an und versuchen dadurch ihr Spiel zu verbessern. "Ohne Zweifel braucht jeder Spieler viel Talent, um gut Schach spielen zu können. Man muss viel spielen sowie trainieren und versuchen, andere Gedanken auszublenden. Mit Schachlektüre und Spielsystemen beschäftigen ist auch eine wichtige Grundlage, was auf beide zutrifft", sagt der SC-Vorsitzende Uwe Majer, der sich sehr über die Erfolge der beiden freut.