Die Stadt kann sich glücklich schätzen. Sie ist bei Touristen begehrt wie nie zuvor. Wie sich das äußert? Die Zahlen der Besucher des Jahres 2018 sprechen eine deutliche Sprache: "Wir haben im vergangenen Jahr die Marke von 50 000 Übernachtungen geknackt", freut sich Anna Welke, Leiterin des Tourismus-Amtes der Stadt Bräunlingen. 2017 habe es in den Zahlen eine kleine Delle gegeben, dennoch sei es die vergangenen Jahre stetig bergauf gegangen. Damit liegt man auch deutlich über dem Schnitt der Region Schwarzwald und sogar des gesamten Landes Baden-Württemberg.

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Mehr Ankünfte in der Stadt

Zu verzeichnen sei ein großer Anstieg bei den Ankünften. Waren das 2017 noch 10 237 Personen, konnte 2018 mit 11 537 auftrumpfen: "Was sich allerdings verringert hat, das ist die Aufenthaltsdauer. Die ist kürzer geworden", so Welke. Wie kommt es zu diesen Zahlen? "Der Schwarzwald boomt und ist weiterhin sehr beliebt", ergänzt die Tourismus-Chefin. Wie Bürgermeister Micha Bächle sagt, seien die Zahlen auch die ersten Auswirkungen kräftiger Investitionen in den touristischen Bereich der Stadt: "Wir freuen uns über die mehr als 50 000 Übernachtungen, da wir in diesen Bereich viel investiert haben. Das reicht von der autarken Toilette am Kirnbergsee, über die Brändbachhalle, den Mountain-Bike-Trail bis hin zum Bierpfad und zahlreichen Veranstaltungen in der Stadt." Es ist also viel passiert in den vergangenen vier Jahren.

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Keine freien Betten mehr

Besonders erfolgreich waren dabei die Monate Mai, Juni und Juli. Besonders im Mai seien natürlich auch die vielen Feiertage ausschlaggebend. Ungeschlagen ist 2018 allerdings der Monat August: "Wir haben festgestellt, dass uns da die Kapazitäten ausgegangen sind. Wir hatten schlicht keine freien Betten mehr. Alles war belegt", so Welke. Einerseits sehr erfreulich, andererseits entsteht dadurch das Problem, dass für spontane Übernachtungen kein freier Platz mehr zur Verfügung steht.

"Wir freuen uns darüber natürlich, es ist allerdings umso schöner, wenn auch die Randmonate ein wenig zulegen", erklärt Welke. Dazu zählt etwa der Oktober und generell die Wintermonate: "Das ist immer etwas schwierig. Natürlich gibt es auch bei uns entsprechende Angebote wie Ski-Langlauf oder Schneeschuh-Wanderungen." Mit Orten wie etwa Schonach im Schwarzwald könne man da leider nicht mithalten.

Dorfurlaub-Projekt soll vernetzen

In Zukunft soll vor allem auch an der Qualität des Urlaubs gearbeitet werden. Dazu läuft etwa in Unterbränd aktuell das Projekt "Natürlicher Dorfurlaub", ein neuer Fernwanderweg soll auch durch Mistelbrunn und Döggingen führen. "Der Dorfurlaub bietet viele kleine Puzzleteile, die die Qualität unseres Angebotes steigern werden. Die Ideen, die es dort zu holen gibt, werden ja auch weitergetragen", sagt Welke. Die Vernetzung geschehe auch außerhalb. Das Projekt soll in Unterbränd weitere Impulse setzen und schauen, wo es eventuell Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Beratend stehen dabei die Schwarzwald-Tourismus GmbH und die Tourismus-Beratung Futour Südwest dem Ortsteil zur Seite.

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Die meisten aus Deutschland

Die meisten Touristen kommen übrigens aus dem Inland nach Bräunlingen. Entsprechend wird der Urlaub in der Zähringerstadt auch beworben: "Anzeigen schalten wir stark in Baden-Württemberg, aber etwa auch in Holland", sagt Welke.

Der Schwarzwald und generell Baden-Württemberg als Trendziel seien mittlerweile bereits seit rund zehn Jahren in dieser Position. Ob er das ewig bleiben wird, ist fraglich: "Die Entwicklung gibt zu bedenken. Allerdings sind wir nach wie vor mit den Zahlen deutlich über dem Landesdurchschnitt", so Welke.