Unternehmen scheinen sich in der Zähringerstadt wohlzufühlen. Dafür sprechen die zahlreichen Investitionen der Bräunlinger Wirtschaft, die durchaus als eine Standortsicherung zu interpretieren sind. Mit einer eben solchen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro reiht sich nun auch das Unternehmen Metalltechnik Scherzinger (MTS) in die Reihen jener Bräunlinger Betriebe ein, die am Standort für Innovation und Vergrößerung sorgen.

Erweiterung auf 300 Quadratmetern

Neben der Neu-Anschaffung zweier großer Maschinen arbeitet der Betrieb im Gewerbegebiet Stetten an der Erweiterung in Form einer rund 300 Quadratmeter großen Verladeschleuse. Das geschieht einerseits, weil durch die Neu-Investitionen etwas Platz wieder ausgeglichen werden muss, andererseits helfe das auch bei der Optimierung verschiedener Prozesse und erhöhe die Flexibilität: „Wir sind hoffnungsvoll, das im Sommer zu realisieren“, sagt Geschäftsführer Karlheinz Scherzinger. „Die Fläche ist wichtig. Durch die Schleuse haben wir die Möglichkeit, im Gebäude be- und entladen zu können.“ Geschützt vor Wind und Wetter geht das dann sicherer und bequemer.

Keine Lösungsmittel

Der 1,5-Millionen-Betrag ist in eine neue Faserlaserschneidemaschine und eine neu errichtete Anlage für Pulverbeschichtung geflossen. Letztere ist Teil einer Entwicklung, weiter auf das bisher übliche Nasslackieren zu verzichten: „Im Laufe das Jahres wollen wir die Nasslackierung weghaben.“ Das hat nicht nur wirtschaftliche Gründe, sondern auch solche, die im Gesundheits- und Umweltschutz verankert sind. So werden bei der Pulverbeschichtung etwa keine Lösungsmittel benötigt.

Neue Anlagen

Die Anlage ist in mehrere Kammern unterteilt, über Verschiebebahnen an der Decke lassen sich die zu bearbeitenden Teile von Schritt zu Schritt befördern: dem Reinigen der Teile, dem Haftwasser-Trockner, der eigentlichen Pulverbeschichtung und dem Einbrennofen, in dem das Pulver schließlich zu einer Kunststoffoberfläche verschmolzen wird.

In der Pulverbeschichtungsanlage wird das Material manuell aufgetragen. Bei der Menge an Kleinteilen, die darin bearbeitet werden, müsste im Falle einer Automatisierung zu häufig umgestellt werden.
In der Pulverbeschichtungsanlage wird das Material manuell aufgetragen. Bei der Menge an Kleinteilen, die darin bearbeitet werden, müsste im Falle einer Automatisierung zu häufig umgestellt werden. | Bild: Simon, Guy

Früher ging das über andere Unternehmen, die diesen Teil übernahmen, heute geht das bei MTS selbst: „Das Volumen an Aufträgen ist mittlerweile so, dass wir reagieren mussten. Wenn es tagtäglich etwas zu beschichten gibt, dann sparen wir Kosten und schonen die Umwelt, wenn wir das selbst übernehmen“, so Scherzinger. Er ergänzt: „Wir leben im Paradies und müssen als Unternehmen unser Bestmögliches tun, um dem gerecht zu werden.“ Dieser Ansatz lässt sich entsprechend auch auf den neuen Faserlaser übertragen, der ohne CO² auskommt. „Das ist eine Ersatzanschaffung, bei der wir darauf geachtet haben, eine für uns neue Technologie zu verwenden“, erklärt der Geschäftsführer.

Über Verschiebebahnen an der Decke werden Teile vorbereitet, die später in die Pulverbeschichtungsanlage (rechts im Bild) gehen sollen. Mit der Neu-Investition kann das Bräunlinger Unternehmen seine Bedürfnisse besser abdecken.
Über Verschiebebahnen an der Decke werden Teile vorbereitet, die später in die Pulverbeschichtungsanlage (rechts im Bild) gehen sollen. Mit der Neu-Investition kann das Bräunlinger Unternehmen seine Bedürfnisse besser abdecken. | Bild: Simon, Guy

Sie schaffe eine Energieeinsparung von bis zu zirka 70 Prozent, weise dennoch eine höhere Produktivität von bis zu etwa 50 Prozent auf. „Wir wollten hier bewusst den neuen Weg gehen und werden schauen, wie sich das in den nächsten Jahren bewährt“, so Scherzinger. Letztendlich sei es eine logische Folge, bei einer Investition in neue Geräte auch auf Zukunftstechnologien zu setzen.

Unruhige Weltwirtschaft

Diese Technik ist für MTS wichtig, auch wegen der Situation auf dem Weltmarkt, ob Brexit, Trump oder das Erstarken der chinesischen Wirtschaft: „Indirekt spüren wir über unsere Kunden, was sich weltweit so abspielt. Gerade jene aus der Automobil-Branche merken das“, erklärt Scherzinger, „bei dem ein- oder anderen sind in diesem Bereich Schwankungen auszumachen.“ Wie der MTS-Geschäftsführer sagt, gehe man davon aus, dass die Entwicklung der vergangenen Jahre so nicht weitergehen werde: „Es gibt genügend Faktoren, die den Weltmarkt beunruhigen.“