Das große Kunstrasenprojekt des FC Bräunlingen interessiert. Sogar so sehr, dass das Gelände jetzt eingezäunt werden musste, damit die Arbeiten ungestört voranschreiten können. "Wir haben hier ziemlich viel Publikumsverkehr und der ein- oder andere Humusdieb war auch schon unterwegs", sagt Patrick Gemeinder. Der Vorsitzende der Bräunlinger Fußballer hat die Stadträte dazu eingeladen, sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten zu machen. Er sei zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Zeitmäßig sei man besser unterwegs als geplant, bei den Kosten seien einige dazugekommen, dennoch stehe unter dem Strich die schwarze Null. Rund eine halbe Million sollen das gesamte Projekt in etwa kosten.

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  • Großes Projekt: Dabei sei es nicht nur der Kunstrasenplatz, um den es hier gehe: "Das Projekt umfasst mehrere Phasen, einen Teil davon haben wir schon fertig", so Gemeinder. Bereits im vergangenen Herbst sei das neue Flutlicht mit LED-Technik installiert worden. Dabei haben die Mitglieder vieles an Eigenleistung eingebracht: "Wir konnten dadurch sicher rund 30 000 Euro einsparen", so der Vorsitzende. Das neue Licht habe sich bereits bewährt: "Es ist gigantisch, kein Vergleich zu vorher."

Ebenfalls neu dazugekommen ist eine Hütte neben dem Clubhaus, in der jetzt die Bewirtung stattfinden kann. Sie steht auf einem gepflasterten Platz, bekommt jetzt noch einen Kühlschrank und Waschbecken: "Bisher fand die Bewirtung immer direkt vor dem Clubhaus statt. Jetzt können wir das hier machen", sagt Gemeinder. Auch hier haben sich viele eingebracht. Ein Punkt, der auch Identifikation für die Vereinsmitglieder schaffe.

Ein künstlicher Rasen wächst: Die Stadträte sind beeindruckt von dem neuen Platz, der in Bräunlingen entsteht.
Ein künstlicher Rasen wächst: Die Stadträte sind beeindruckt von dem neuen Platz, der in Bräunlingen entsteht. | Bild: Simon, Guy
  • Alte Drainage notwendig: Eigentlich habe man vorgehabt, mit dem Kunstrasenplatz etwa zehn Meter weiter in Richtung der Firma Dynacast zu rücken, der hohe Grundwasserspiegel hat diesem Vorhaben allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Daher müssen wir die vorhandene Drainage verwenden", sagt Gemeinder. Für die zahlreichen Jugendspieler soll eine Lücke im Wall auf der Anlage geschaffen werden, sodass sie nicht gezwungen seien, über die doch regelmäßig befahrene Straße vor dem Stadion zu gehen. "Um hier eine passende Lösung zu finden haben wir mit dem Motor-Sport-Club Bräunlingen und mit der Stadt Gespräche geführt", so Gemeinder. Der Austausch zwischen Stadt und Vereinen sei entsprechend kontrolliert worden.

Der hintere Teil des Stadions leuchtet bereits in prächtigem Grün. In nicht ganz drei Wochen habe die zuständige Firma die Tiefbauarbeiten erledigt, jetzt kümmere sich eine Spezialfirma um den Kunstrasen. Im Oktober werde schließlich noch der Umrandungsweg gepflastert und es komme ein Zaun außen um die Anlage. Das übernehme der Verein dann wieder in Eigenleistung.

FC-Vorsitzender Patrick Gemeinder erklärt, wie der neue Kunstrasen im Otto-Würth-Stadion aufgebracht wird und welche Pflege notwendig ist.
FC-Vorsitzender Patrick Gemeinder erklärt, wie der neue Kunstrasen im Otto-Würth-Stadion aufgebracht wird und welche Pflege notwendig ist. | Bild: Simon, Guy
  • Paule-Wäldle: Für den Nachwuchs entstehe zudem ein Kleinspielfeld, der mit altersgerechten Materialien, etwa der Größe angepassten Toren ausgestattet werde. Die zuständige Firma kümmere sich noch etwa fünf bis sechs Mal um die notwendige Platzpflege, dann werde er an den Verein übergeben. "Dieses Jahr wollen wir noch nicht drauf. Er soll erstmal ausgesät und gepflegt werden", erklärt der FC-Chef. Der Paule-Wäldle-Platz werde übrigens auch weiterhin gebraucht: "Im November sind viele Mannschaften hier, zudem soll bei Minusgraden nicht auf dem Kunstrasen gespielt werden, empfiehlt der Hersteller." Bei anderen Plätzen werde zwar auch noch bei Minus 14 Grad gespielt, die Empfehlung laute jedoch anders.
  • Modern: Der Bräunlinger Kunstrasenplatz gehört zu den modernsten in der Region. Er ist ein sogenannter Mischplatz, besitzt gekräuseltes und glattes Haar. Zwischen die Halme komme dann noch eine Sand- und Granulatmischung für die Stabilität.
Diese elastische Schicht kommt als Dämpfung zwischen den Kunstrasenteppich und die Schottertragschicht.
Diese elastische Schicht kommt als Dämpfung zwischen den Kunstrasenteppich und die Schottertragschicht. | Bild: Simon, Guy
  • Das Material bestehe zu gleichen Teilen aus Hanf und einem Polymer. Das sei zwar ein höherer Kostenfaktor, aber umwelt- und gesundheitstechnisch die bessere Wahl: "Das ist es uns wert", sagt Gemeinder. Wer früher mal auf einem Kunstrasen gespielt habe, erinnere sich auch noch an die offenen Knie – auch das sei bei den modernen Anlagen kein Problem mehr. Eine Laufwegeverdichtung finde hier außerdem nicht mehr statt: "Die Schottertragschicht ist in dieser Hinsicht besser für den Platz", sagte Alexander Misok, stellvertretender Bauamtsleiter.
  • Pflege: Wie gestaltet sich die Pflege des neuen Rasens? Spieler sollten nicht mit Eisenstollen auf das Feld, ansonsten gebe es keine Probleme. Jede zweite Woche müsse der Platz entsprechend abgebürstet werden. In gewissen Abständen gehöre auch die Reinigung des Granulats dazu: "Sand und Granulat werden dabei mit einem Sauger angezogen, gewaschen und wieder aufgebracht", so Gemeinder. Bei ordentlicher Pflege erreiche der Platz dann sicher eine Halbwertszeit von rund 30 Jahren. Sollten Stellen im Rasen kaputt gehen, so könne man sie rausschneiden und ersetzen.

Lob gab es auch von Bürgermeister Micha Bächle: "Dieses Engagement und der Einsatz sind auch eine große Aufwertung unserer Stadt. Es ist wichtig, dass wir alles in gegenseitigem Einvernehmen klären konnten."

Ein Teil der vorherigen Rasenfläche aus dem Otto-Würth-Stadion befindet sich mittlerweile in Unterbränd. Das Material wurde dort rund um die neue Brändbachhalle verlegt.

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