Die Bräunlinger werden am Mittwoch, 14. März, über das Projekt informiert. Der Investor wird seine Planungen für den Windpark Bräunlingen erstmals vorstellen. Erst nach der Veranstaltung will der Gemeinderat über die Verpachtung der städtischen Flächen entscheiden.

Wenn es um den Windpark Länge geht, dann kritisieren die Windkraftgegner, dass es zu wenig Informationsveranstaltungen gegeben habe und der ganze Planungsprozess nicht transparent abgelaufen sei. Diesen Vorwurf will sich Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle von den Windkraftgegnern nicht machen lassen, schließlich hatte er im Wahlkampf auch Transparenz versprochen. Zwar gab es in Bräunlingen bereits am 10. Mai 2012 eine Bürgeranhörung zum Teil- Flächennutzungsplan Windkraft, doch damals ging es darum, dass der Bereich zwischen Waldhausen und Döggingen vorgesehen ist, um dort gegebenenfalls Windkraftanlagen installieren und einen Wildwuchs so vermeiden zu können.

Doch nun sind die Planungen des interessierten Investors "DGE Wind Baar eins" konkreter. Lange war es um das Projekt still gewesen, da die Windhöffigkeit in diesem Bereich als zu gering erachtet wurde. Nun gebe es aber neue Messungen, die den Betreiber dazu bewogen haben, die Planungen wieder aufzunehmen. Deshalb lädt die Stadt Bräunlingen am Mittwoch, 14. März, um 19 Uhr zu einer Einwohnerversammlung in der Stadthalle ein. Bei dieser Veranstaltung soll über den aktuellen Stand der Bräunlinger Windkraftplanung informiert werden. Bürgermeister Micha Bächle wird dabei die Rechtslage sowie die Chronologie und den aktuellen Stand der Planungen darlegen.

„Dem Gemeinderat und mir ist es sehr wichtig, hier die Bürger umfassend zu informieren. Gleichwohl kann die Stadt als Eigentümerin von Grundstücken im Flächennutzungsplan Windkraft nur darüber entscheiden, ob sie Windkraftflächen verpachtet oder nicht“, so Bächle. Eine generelle Diskussion, über die Windkraftnutzung sei nicht zielführend, denn auf den privaten Flächen sei eine Windkraftnutzung trotzdem möglich. Der Hintergrund: Die Stadt Bräunlingen ist nur im Besitz von rund zwei Dritteln der ausgewiesenen Fläche. Der Rest gehört dem Fürstenhaus und laut Bächle hätten die Verantwortlichen auch bereits die Verträge zur Verpachtung der Flächen unterschrieben.

Erstmals gibt es auch konkrete Zahlen zu den Abständen, in denen die Windkraftanlagen zu der örtlichen Bebauung errichtet werden sollen. In den Gesprächen mit dem möglichen Betreiber "DGE Wind baar eins" (DGE Wind, Enercon, Badenova-Wärmeplus) sei es gelungen, die Abstände zu den Höfen und der Wohnbebauung zu erhöhen. „Unabhängig davon, ob am Ende des Entscheidungsprozesses eine Verpachtung der städtischen Flächen zur Windkraftnutzung stattfindet oder nicht, ist es unser Ansinnen, dass die Windkraftplanungen nicht nur nach wirtschaftlichen Aspekten, sondern auch mit Blick auf die Angrenzer optimiert werden“, erklärt Micha Bächle.

Im Gegensatz zu den ersten Plänen, die DGE Wind dem Gemeinderat Anfang März 2018 vorgelegt hat, sei es nun auf Druck der Stadt gelungen, die Abstände zu den Höfen deutlich zu erhöhen. Die Abstände konnten so um bis zu 135 Meter erhöht werden, die kürzeste Entfernung einer Anlage liegt bei den jüngsten Planungen nun bei 925 Meter (zum Bittelbrunner Hof) anstatt 790 Meter. Zu den Höfen "Im Brand" konnte der Abstand ebenso von 850 Meter auf 980 Meter erhöht werden, zum Forsthaus liegt die Entfernung nun bei 940 Meter anstatt 880 Meter.

In der Einwohnerversammlung wird das Konsortium der "DGE Wind baar eins" die aktuellen Planungen, aber auch die angedachten Standorte vorstellen. Ebenso werden Fotovisualisierungen und Lärm- und Schattenwurfberechnungen gezeigt. Im Anschluss daran erhalten die Bräulinger Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Gegen 21 Uhr sind dann Thementische vorgesehen, bei denen sich die Bürger dann gezielt über spezifische Themen, die sie besonders interessieren, informieren können. Auch Windkraftgegner aus Bräunlingen werden im Foyer die Möglichkeit haben sich mit einem Infostand zu präsentieren. Die Bräunlinger Stadthalle wird ab 18.30 Uhr geöffnet sein.

Die Entscheidung

Der Gemeinderat der Stadt Bräunlingen wird am Donnerstag, 12. April, über die Verpachtung entscheiden. Bereits am Montag, 19. März, und Dienstag, 20. März, werden sich die Ortschaftsräte in Döggingen und Waldhausen – jeweils um 19.30 Uhr – mit dem Thema befassen. Die Ortschaftsratssitzung in Döggingen findet in der Gauchachhalle (Bühne) und in Waldhausen im Rathaus statt.