Die große Heutrocknungsanlage der Familie Friedrich bei Bruggen ist beeindruckend. Allein die schiere Größe der Anlage ist selbst für einen landwirtschaftlichen Laien faszinierend.

Das dort getrocknete Heut dient als Nahrungsmittel für Vieh und hat mannigfaltige Auswirkungen, wie Landwirt Mathias Friedrich erklärt. Die Tiere sollen gesünder werden, länger leben. Das entstehende Produkt, die Heumilch, besitzt nur geringe Säure, ist also besonders für die Herstellung von Hartkäse geeignet. Und schließlich soll es auch noch Leute geben, die den Unterschied des Futters auch in der Milch schmecken können – ob Silo oder Heu.

Wichtiger Apparat in der goßen Anlage ist der Entfeuchter. Er regelt, wie viel Flüssigkeit dazu kommt, wie viel zurückgehalten wird. An Lammellen in der meterlangen Maschine sammelt sich dann das Wasser, kondensiert und wird abgeleitet. Anfangs ließ Friedrich es noch in einem Behälter auffangen, war dann allerdings über die so zustande kommenden Mengen mehr als erstaunt: "Der Entfeuchter zieht ziemlich viel. Wir hatten einen Tank mit 3,5 Kubik, der war sofort voll", sagt der Landwirt. Das Wasser habe er dann weggefahren und ausgeschüttet. Ein Feuerwerk der Olfaktorik: "Es roch richtig schön nach Heu." Das Aroma hatte sich auf die Flüssigkeit übertragen.

Nun gibt es auch schon Unternehmen, die jenes Wasser vermarkten und als Getränk den Kunden anbieten, etwa gemischt mit etwas Apfelsaft. Heu kommt immerhin bei etlichen Gerichten auch in der Küche zum Einsatz. Wer weiß also, vielleicht gibt es irgendwann nicht nur Heumilch aus Bruggen zu kaufen, sondern auch das entsprechende Wasser. Als neues Trendgetränk, vielleicht.

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