Eine erfreuliche Nachricht für die beiden Nachbargemeinden Bräunlingen und Löffingen: Der 2017 verstorbene ehemalige Bürger aus Unadingen, Fritz Reimnitz, hat sein Vermögen an eine Stiftung vermacht, die nun gegründet wurde. Unter dem Namen „Dr.-Fritz-Reimnitz-Stiftung“ soll sie zukünftig die Bereiche Bildung, Denkmal- und Landschaftspflege fördern.

Ein riesiges Stiftungsvolumen

Das Stiftungsvermögen beläuft sich auf über 20 Millionen Euro. Die Stiftung gehört daher zu den fünf Prozent der größten Stiftungen in ganz Deutschland. „Es ist eine tolle Sache, dass das in die Wege geleitet wurde. Wir sind dankbar, in diesen Genuss zu kommen“, sagt Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle. Er ist Teil des Vorstandes der neuen Stiftung. Sie besteht aus den Bürgermeistern von Bräunlingen und Löffingen, den Ortsvorstehern von Unadingen und Döggingen sowie zwei Familienangehörigen des Verstorbenen, heißt es in einer Mitteilung.

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Wer die Stiftung leitet

„Wir wollen mit der Stiftung an das Wirken von Fritz Reimnitz erinnern und in seinem Sinne seine Projekte und Bürger unterstützen“, so das Vorstandsgremium mit Tobias Link (Bürgermeister der Stadt Löffingen), Micha Bächle (Bürgermeister der Stadt Bräunlingen), Elmar Fehrenbach (Ortsvorsteher von Unadingen), Dieter Fehrenbacher (Ortsvorsteher von Döggingen), Dinah Reimnitz (Tochter von Fritz Reimnitz) und Dr. Peter Reimnitz (Bruder von Fritz Reimnitz). Zum Vorsitzenden wurde Bürgermeister Tobias Link gewählt, ihm folgt im Herbst 2021 Bürgermeister Micha Bächle. Stellvertretende Vorsitzende ist Dinah Reimnitz.

Welchen Zweck verfolgt die Stiftung?

Die Stiftung komme dabei der Bevölkerung zugute, so Bächle. Das spiegle sich auch im Stiftungszweck. Der ist folgendermaßen festgelegt: Die Förderung der schulischen und beruflichen Bildung mit Priorität auf Förderung der akademischen Ausbildung, einschließlich der Studentenhilfe. Die Förderung der Wissenschaft und Forschung, die Förderung der Denkmalpflege, insbesondere des Erhalts und der Unterhaltung des Ensembles Posthaus in Löffingen-Unadingen, die Förderung der Landschaftspflege sowie der Heimatpflege und Heimatkunde unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte und Bedeutung des Gipsbergbaus. Entsprechend befindet sich auch eines der Gebäude beim Posthaus im Besitz der Stiftung. Es handelt sich dabei um das Elternhaus von Fritz Reimnitz.

Das Elternhaus von Fritz Reimnitz beim Posthaus befindet sich im Besitz der Stiftung.
Das Elternhaus von Fritz Reimnitz beim Posthaus befindet sich im Besitz der Stiftung. | Bild: Micha Bächle

Die Zwecke der Stiftung sollen dabei vornehmlich im Bereich der Städte Löffingen und Bräunlingen verwirklicht werden. Bereits in seinem Testament sei hinterlegt, dass Fritz Reimnitz die akademische Bildung von jungen Menschen fördern wollte. Daher sei eine Vergabe von Stipendien an begabte Schüler sowie Studierende und Doktoranden angedacht.

Wann wird sie einsatzfähig sein?

Derzeit sei man damit beschäftigt, die Stiftungsarbeit aufzubauen. Sitz der Dr.-Fritz-Reimnitz-Stiftung ist Unadingen. Das Vorstandsgremium wird dann anhand der Satzungszwecke konkret festlegen, wie die Förderung erfolgen wird. Bis das erledigt ist, wird es noch etwas dauern: „Man macht sich jetzt Gedanken wie alles aufgebaut und betreut werden kann“, erklärt Bächle. Dabei gebe es viele Aspekte zu berücksichtigen und Absprachen zu treffen. Die Stiftung ist allerdings bereits vom Regierungspräsidium Freiburg anerkannt und seit diesem Monat rechtsfähig. Der Prozess habe etwa ein Jahr gedauert. „Wir haben damit eine große Verantwortung, aber auch eine große Chance“, so Bächle. Er ergänzt: „Bevor es zur Vergabe von Geldern kommen kann, braucht es vom Vorstand auch Vergabe- und Förderrichtlinien. Dies wird aber noch dauern, zuerst muss die Stiftung arbeitsfähig sein und viel Organisatorisches geregelt werden.“

Was sie abwirft

Ein Gedankenspiel: Mit einem Volumen von über 20 Millionen Euro und einer Verzinsung von lediglich einem Prozent, bewegen sich die dadurch entstehenden Zinsen bereits in einem sechsstelligen Bereich. „Vielleicht wird es zukünftig auch ein Argument sein, hierher zu ziehen, wenn eine entsprechende Förderung im Bereich der Bildung besteht“, sagt Bächle.