Die vergangene Sitzung des Gemeinderates fand in der Brändbachhalle in Unterbränd statt. Der Rat will auch in den Ortschaften präsent sein. Das allein ist jedoch noch nicht von historischem Prädikat. Und Stadtkämmerer Sebastian Grytner präsentierte den Räten dort den Jahresabschluss für das Haushaltsjahr 2018. Auch nichts für die Geschichte. Oder vielleicht doch? Das Ganze klingt jetzt nicht unbedingt für jeden nach einer besonders vergnüglichen Abendbeschäftigung. Wenn da nicht Kämmerer Grytner wäre. Neben den Zahlen gelingt es ihm auch immer wieder, noch andere Elemente in seine Ausführungen einfließen zu lassen, die für eine lockere Erheiterung sorgen.

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Geschichte wird spürbar

So gab es in der Sitzung quasi einen historischen Moment. Wie genau, das erklärte Grytner. Das für das Kassenwesen genutzte Verfahren der Buchhaltung war über lange Jahre die sogenannte Kameralistik. Generationen von Verwaltungsfachleuten haben sich damit auseinandergesetzt, konnten die Mechaniken des Systems im Schlaf durchdeklinieren. Es wird nun allerdings sukzessive durch andere Verfahren, in diesem Fall die Doppik-Buchhaltung ersetzt: „Ich habe mal nachgeschaut. Bereits seit 1762 wird mit der Kameralistik gearbeitet. Für uns ist es heute allerdings der letzte Jahresabschluss mit diesem System“, so Grytner. „Historisch.“

Der Realismus des Kämmerers

Ob der geschichtlichen Tragweite ist der Kämmerer dann doch wieder ganz nüchtern und sachlich, ebenso, wie es mit den Zahle auch sein muss: „Ich rechne allerdings nicht damit, dass ich es mit dieser Ansage in die Chronik der Stadt Bräunlingen schaffen werde.“