Exakt vor fünf Jahren, es war auch ein 19. März, hat sich die Bräunlinger FDP im Gasthaus Blume getroffen, um ihre Kandidaten für die Kommunalwahl zu nominieren. Damals schickten die Liberalen 16 Kandidaten in den Wahlkampf.

Dieses Mal sind es 15 Nominierte, die einen Platz im Bräunlinger Gemeinderat ergattern wollen. Zwar nicht mehr ganz so viele, wie bei der vergangenen Wahl, dennoch eine Zahl, auf die die FDP stolz ist. „Wir haben zudem ein Altersspektrum von 19 bis 67 Jahren“, so Lorenz Neininger, Vorsitzender der Bräunlinger FDP. Ein guter gesellschaftlicher Querschnitt.

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Unter einem besseren Stern

Außerdem steht dieses Jahr die Wahl für die Partei unter einem besseren Stern, als noch vor fünf Jahren. „Damals war es nicht wirklich vergnügungssteuerpflichtig, Leute auf dem Markt anzusprechen“, sagte Niko Reith, FDP-Stadtverbandsvorsitzender aus Donaueschingen, der die Wahl der Bräunlinger Kandidaten leitete. Dieses Jahr gebe es von der Bundespolitik wesentlich mehr Rückendeckung. Die anstehende Wahl sei eine enorm wichtige, so Reith. „Es geht hier um die Rechtsstaatlichkeit, und darum, den linken und rechten Rand schmal zu halten.“ Die Bräunlinger Fraktion habe „einen tollen Job gemacht“, weshalb auch wieder so viele Kandidaten auf der Liste stehen.

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Gleiches Maß für alle

„Nach dem bewährten Motto: Gleiches Maß für alle, setzen wir unsere Ziele in Zukunft auf unsere Agenda“, umfasste Neininger den Anspruch der Liberalen. Die Partei dürfe hier in der Kommunalpolitik nicht an erster Stelle stehen, „sondern der gesunde Menschenverstand ist gefordert.“ Dennoch sei ein direkter Kontakt zu den Abgeordneten wichtig, um Unterstützung und Zuschüsse bewilligt zu bekommen. Einsetzen wolle man sich für Investitionen in die Bildungseinrichtungen sowie die Förderung der Sportangebote in den Schulen, den Kindergärten und den Vereinen. In Döggingen sollen die Straßen ausgebaut, Spielplätze errichtet und der Bildungsstandort erhalten bleiben. Beim städtischen Haushalt sei auf lange Sicht eine Schuldenreduzierung notwendig. „Das Wohl der Bräunlinger Bürger liegt uns am Herzen, dafür und für die Arbeitsplatzerhaltung wollen wir uns einsetzen“, so Neininger.

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Aktuelle Räte wieder mit dabei

15 sind es, die ihren Hut in den Ring werfen, um im Bräunlinger Gemeinderat die Geschicke der Stadt mitbestimmen zu dürfen. Mir dabei sind auch wieder die aktuellen Stadträte Lorenz Neininger, Armin Ewald und Siegbert Wernet. „Ich bin seit 25 Jahren im Rat. In dieser Zeit konnten wir viel umsetzen. Ich will meine Erfahrung auch weiterhin voll einbringen“, erklärte Neininger seine Motivation. Ähnlich bei Ewald und Wernet: „Meine bisherigen 20 Jahre im Rat waren eine tolle Zeit. Man nimmt unglaublich viel davon mit und bekommt einer bereichernde Erfahrung“, so Ewald. Wernet betonte Harmonie und Zusammenhalt in der Fraktion: „Ich war in der vergangenen Periode als Sportrespizient tätig und würde das gerne wieder machen.“

Bisher ohne politische Erfahrung

Daneben verzeichnet die Liste einige Kandidaten, die bisher nicht politisch in Aktion getreten sind. So etwa die 19-jährige Lisa Fritschi. Die Polizeimeisteranwärterin kandidiert dabei nicht nur an vierter Stelle der Liste für den Bräunlinger Gemeinderat, sondern gehört auch zu den Kreistags-Nominierten. „Ich habe 2018 mein Abitur gemacht und im September bei der Polizei angefangen“, erklärte sie. Seit 2017 sei sie bei der FDP, 2018 auch bei der Neu-Gründung der Jungen Liberalen im Schwarzwald-Baar-Kreis mit dabei. „Ich finde es wichtig, mich auch als junger Mensch aktiv an der Politik zu beteiligen.“ An der FDP gefalle ihr dabei, dass besonders der Aspekt der Freiheit dort sehr ins Gewicht falle.

Mit dem Alter von 20 Jahren lässt sich auch Julius Botos aufstellen, der bei der Versammlung selbst nicht vor Ort sein konnte. „Trotz seines Alters ist er sehr aktiv“, stellte der Bräunlinger Vorsitzende Lorenz Neininger ihn vor. Botos sei Urenkel des ehemaligen Bürgermeisters Bernhard Blenkle. „Wer früh die Schuhe anzieht, der merkt auch schnell, wo sie drücken“, so die Motivation.

Auch für Rainer Haug und Sven Moreira de Azevedo ist die Politik Neuland: „Es ist spannend, einen Einblick zu erhalten. Ich lasse das jetzt auf mich zukommen“, so der 31-jährige Moreira de Azevedo. Ähnlich ist das bei Thomas Schmid: „Ich mag Vereine und das Zusammen-Arbeiten von Menschen. Es ist eine Herausforderung für mich, und ich bin stolz, mit dabei zu sein.“

Seit 2005 lebt Ralf Wolf in Bräunlingen. Der stellvertretende Vorsitzende der Bräunlinger Stadtkapelle habe besonders die vergangenen Bürgermeister-Wahlen aufmerksam verfolgt: „Wenn das funktioniert, dann kann es nicht sein, dass niemand bereit ist, sich im Gemeinderat zu engagieren.“ Er wolle dieses Gut an Demokratie nun mitempfinden und sich für die Gemeinschaft einbringen. Christoph Barth ist Abteilungskommandant der Bräunlinger Stadtwehr. Die Erfahrungen aus dieser Funktion möchte er zukünftig auch weitergeben. Jasmin Schmid stand bereits bei den vergangenen Wahlen auf der Liste und begleite die FDP nun schon länger.

Für die Ortsteile

Aus den Ortsteilen stellen sich für Waldhausen Horst Kritzer und Thomas Kern auf. „Seit 1994 bin ich im Ortschaftsrat, seit 2004 Ortsvorsteher und mit im Gemeinderat“, sagte Kritzer. Es sei auch für den jeweiligen Ortsteil ein Vorteil, wenn Vertreter im Rat mit dabei seien. „In Waldhausen haben wir so viele Projekte.“ Für Döggingen kandidieren Lisa Minzer und Georg Baum. Beide auch erstmals politisch aktiv. „Ich dachte mir immer, mal was zu machen. Bisher war das zeitlich nicht möglich“, so Chemiker Baum.

Die Nominierten wollen sich nun bei einem weiteren Treffen auf die genauen Ziele für ihre Politik in Bräunlingen und den Ortsteilen festlegen.