Ein florierendes Vereinsleben hat der 380 Einwohner zählende Stadtteil Hubertshofen. Voraussetzung hierfür sind Bürger, die Vereine und ehrenamtliche Organisationen durch ihr Engagement bereichern. Hierzu gehört sicher Manfred Grimm, der bei der Eröffnung des neuen Babybeckens als letztes Gründungsmitglied des Fördervereins Schwimmbad Hubertshofen aus dem Vorstand verabschiedet wurde. Er möchte etwas kürzer treten, sagt er. Trotzdem bleibt er dem Verein erhalten.

Gut gelaunt sitzt der mittlerweile 73-Jährige, dem man sein Alter nicht ansieht, in seinem gemütlichen Gartenhaus. Das hat er sich vor vielen Jahren als Refugium hinter dem Haus gebaut, um ab und zu dem Alltag als Heizungsmonteur mit ständiger Bereitschaft zu entfliehen. Er plaudert über seine Vereine, bleibt dabei aber immer bescheiden.

  • Feuerwehr und Rotes Kreuz: Als Kind war er nach Hubertshofen gekommen und trat mit 18 Jahren dem Roten Kreuz Wolterdingen bei. Hier ist er heute noch Mitglied und hat im Laufe der Jahre seine Ausbildung vielfach erneuert. Gleichzeitig trat Grimm 1961 in die Hubertshofener Feuerwehr ein. Im gleichen Jahr brannte das Anwesen von Bürgermeister Scherzinger nieder. Auslöser war ein in Brand geratener Häcksler. An dem Sonntag Abend habe er sich gerade schick gemacht, um die Freundin zu besuchen, erinnert er sich. Im Jahr 1972 wurde Grimm dann stellvertretender Kommandant und 1982 bis 2002 Kommandant der Feuerwehr Hubertshofen. 1982 und 1984 holte die Wettkampfgruppe Bronze und Silber.
    1984 tagte gerade das Organisationsteam für das große Vereinsfest, als ein dumpfer Schlag ertönte. Ein Blitz war in den Firstbalken im Heustock des Anwesens Knöpfle eingeschlagen. Da man sofort vor Ort war, reichte es, einige Glutnester mit Leitern zu entfernen. Man habe nicht einmal löschen müssen. Anders 1997, als das Anwesen Josef Ritter nach Blitzschlag niederbrannte.
  • Narrenzunft Waldwinkel: 1963 war Manfred Grimm Gründungsmitglied der Narrenzunft Waldwinkel. Man hatte noch kein Häs, man habe sich eben so verkleidet. Ganz besonders ist ihm in Erinnerung, dass man zu Beginn der Raumfahrt für den Sonntagsumzug einen Sputnik auf einem Wagen nachgebaut habe.
  • Förderverein Schwimmbad: Nachdem er 2002 die Feuerwehrleitung an Franz Troll – "in gute Hände" – übergeben hatte, fand er bald eine nicht weniger zeitraubende Tätigkeit. Die Existenz des 1957 gebauten Hubertshofener Schwimmbads stand auf dem Spiel. Die Unkosten waren der Stadt 1994 zu hoch geworden. Ortsvorsteher Heinz Weniger suchte Mitstreiter zur Gründung eines Fördervereins. Als gelernter Installateur und Blechner war Manfred Grimm prädestiniert für den Posten des Beisitzers Technik. Bereits im ersten Jahr konnten der Förderverein durch die Übernahme der Pflegearbeiten die Kosten um 10 000 Mark senken, der Ort behielt sein Schwimmbad. Viele Dinge waren erneuerungsbedürftig und wurden in Eigenleistung repariert. 2006 ging Grimm in Rente und nur Holz machen füllte ihn nicht aus. Gleichzeitig stellte die Stadt einen neuen Sandfilter zur Verfügung. Die komplette Sanierung der Technik und die Umstellung von Ölheizung auf Solar standen an. Unterstützt von Peter Maier aus Allmendshofen stürzte sich Manfred Grimm in die Arbeit. Seitdem habe ihn das Schwimmbad nicht mehr losgelassen, blickt er zurück. Ein neues Filtergebäude wurde gebaut, die Umwälzanlage erneuert, die Chemieversorgung für die Wasserhygiene ersetzt und zuletzt das neue Babybecken installiert. Jeden Sommer hat Grimm die Technik betreut, notwendige Wartungen und Reparaturen durchgeführt. Handwerker habe er kaum gebraucht. Fragt man seine Vereinskollegen, so hat er jedes Jahr die meisten ehrenamtlichen Stunden geleistet. Da sein Nachfolger momentan noch die Schulbank drückt, sah man ihn auch dieses Jahr wieder oft im Bad. Und von einer Schließung ist keine Rede mehr, betonte auch Donaueschingens Bürgermeister Pauly.
  • Senioren: Doch Manfred Grimm kann immer noch nicht loslassen. Seit 2013 kümmert er sich um die Senioren in Hubertshofen und Mistelbrunn, organisiert die monatlichen Seniorennachmittage. Um das Programm interessant zu halten, werden regelmäßig Fahrten durchgeführt. Nur in der Wirtschaft zu sitzen, sei langweilig, meint er. So organisiert er beispielsweise Besichtigungen verschiedener kleiner Museen in der Umgebung.

Aber die Freitage gehören Manfred Grimm. Da geht der Ehrenkommandant mit der Altersmannschaft der Feuerwehr wandern.