Bräunlingen – Seit 2017 hat die in den Jahren 2015/16 für rund sieben Millionen Euro sanierte Stadthalle eine zweite, neue Beschallungsanlage, nachdem die bei der Sanierung eingebaute Beschallung trotz guter Leistungsprognosen vor allem bei Großveranstaltungen nicht den Ansprüchen genügt hatte. Viel Kritik, auch von den Veranstaltern und aus der Bevölkerung, führte nach längeren kommunalpolitischen Diskussionen unter Hinzuziehung von Akustikfachleuten dazu, die erste Anlage wieder größtenteils auszubauen und eine neue Beschallung für etwas über 400 000 Euro zu installieren.

Die neue Anlage hat inzwischen bewiesen, dass sie den teils hohen Ansprüchen der neu sanierten Stadthalle genügt. Doch was ist mit der alten Beschallungsanlage passiert, gab es dafür inzwischen einen finanziellen Rückfluss und wie groß ist das Interesse, die kaum genutzte erste Anlage zu kaufen? Danach fragte ein Bürger im Rahmen der jüngsten Gemeinderatsitzung, nachdem sich die Idee, die kaum genutzte Anlage im sanierten Dorfgemeinschaftshaus Unterbränd einzubauen, zerschlagen hatte. "Unser Bestreben ist es, die erste Anlage auf dem freien Markt anzubieten", meinte jetzt Alexander Misok vom Stadtbauamt: "Doch wir sind bisher in diese Richtung noch nicht aktiv geworden." Derzeit sind die Armaturen, Zuleitungen und auch Lautsprecher in der Stadthalle deponiert und sollen noch in diesem Jahr verkauft werden.

  • Neue Beschallung: Wichtige Schwerpunkte bei der aktuellen neuen Beschallung: Verkleidung der Binderstützen, die mit Gipskarton belegten Emporenbrüstung, Sturzstreifen unter der Empore und abgehängte Deckenschallsegel. In den Wandnischen der Süd- und Nordseite sollen Verbundplattenresonatoren vor allem die Tieftonlagen begünstigen. Ein Filzbelag im Bereich der Fensterbrüstung dämmt ab und an der Vorbühne wurden entsprechend den Herstellervorgaben die Bassboxen integriert. Auch etliche schallabsorbierende Umbauten mit Platten wurden vorgenommen.
  • Finanzielle Auswirkungen: Die Stadt musste 2017 Schulden aufnehmen, da die bereits begonnenen Projekte weiter verfolgt wurden und nicht mehr gestoppt werden konnten. Andere Vorhaben mussten verschoben werden.
  • Erste Anlage nur multifunktional: Die Stadthalle wurde für eine multifunktionale Nutzung gebaut und wird auch mit einer gemischten Nutzung betrieben. Für diese multifunktionale Nutzung war auch die erste Beschallung ausgelegt. Für Gesangsabende, Tagungen oder einfache Veranstaltungen war die Anlage ausreichend. Für die Großveranstaltungen sollten die Veranstalter ihr eigenes Equipment mitbringen, was auch teilweise geschah.
  • Neujustierung unzureichend: Eine Neujustierung mit verschiedenen Neueinstellungen der ersten Anlage brachte nichts. Nach den Empfehlungen der Fachbüros war ein vollständiger Austausch und eine neue Beschallungsanlage notwendig. Zwingend notwendig war auch die Verkürzung der Nachhallzeit, die mit dem Nachrüsten von zusätzlichen Absorberflächen erreicht wurde.