Klassen- oder Jahrgangstreffen sind für viele ehemalige Schulkameraden immer ein willkommener Anlass, über frühere Zeiten, alte Geschichten und die verschiedenen unterschiedlichen Lebenswege zu berichten. Etliche ehemalige Schulkameraden wohnen schon seit vielen Jahren nicht mehr in der Heimatstadt und haben so die gute Gelegenheit, wieder viel Neues zu erfahren. Ausflüge in die nähere Umgebung oder sogar mehrtägige Fahrten in größere Städte wie Berlin oder Hamburg sind in Bräunlingen nicht selten das Ziel eines Jahrgangstreffens.

Maria Hug präsentiert unter anderem eine hervorragende Malerei von Bräunlingen mit Stadttor und Häuserfront. <em>Bild: Stadt Bräunlingen</em>
Maria Hug präsentiert unter anderem eine hervorragende Malerei von Bräunlingen mit Stadttor und Häuserfront. Bild: Stadt Bräunlingen

Dass jedoch ein Jahrgang im Rahmen eines Treffens 1948/49 sogar eine Kelnhofausstellung in Bräunlingen mit selbst hergestellten Hobbykunstgegenständen im Rahmen der Zusammenkunft anbietet, das ist auch für die alte Zähringerstadt bisher einmalig. Vom 16. September bis 21. Oktober, jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr, stellt der Bräunlinger Jahrgang 1948/49 viele Holzarbeiten, Bilder, Steinskulpturen, Schmiedearbeiten, Fotografieren sowie Zeichnungen und Schrottskulpturen aus. Neun Hobbykünstler des Jahrganges beteiligen sich an der Ausstellung "Kreative 48er", die am Samstag, 15. September von Bürgermeister Micha Bächle, Beginn 17 Uhr, offiziell eröffnet wird.

Bernhard Weißer, einer der Hobbykünstler, hält die Laudatio und geht dabei auch auf die Intention ein, was Willi Brugger, Maria Hug, Hermann Hummel, Helmut Knöbel, Peter Mantel, Irene Stier, Berthold Wehinger, Wilfried Weiß und ihn selbst bewegt hat, eine solche Ausstellung zum Jahrgangstreffen in Angriff zu vorzubereiten. Das Jahrgangstreffen selbst führt die früheren Schulkameraden nach Ludwigsburg, wo Konrad Werner einen "Tag in Ludwigsburg" organisiert hat.

  • Die Idee: Woher kam die Idee, eine Ausstellung des Jahrganges als Teil des Jahrgangstreffens zusammenzustellen? Immer wieder erzählten die früheren Schulkameraden bei den Klassentreffen von ihren Hobbys, mit denen sie ihre Freizeit gestalten. "Da kam ich auf die Idee, diese Hobbykunstwerke in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bei manchen konnte man schon in der Schulzeit Talente erkennen. Nach Rücksprache mit dem Kulturamt und meinen Schulkameraden habe ich bei guter Unterstützung die Ausstellung Kreative 48 mit Bildern, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien in Angriff genommen", sagt Bernhard Weißer. Er wird bei der Eröffnung am Samstag die Laudatio halten und dabei die Hobbykünstler seines Schuljahrganges kurz vorstellen.
  • Die Hobbykünstler des Jahrganges 1948/49: Einen der künstlerischen Rahmen der Ausstellung prägen die Bilder von Maria Hug, die die Malerei in all ihren Facetten zu ihrer Leidenschaft machte. Viele großformatige Werke, darunter auch von Bräunlingen, sind zu sehen. Irene Stier hat sich ebenfalls auf das Thema Malerei eingeschworen und auch Bruno Wehinger bewegt sich, jedoch erst seit seiner Pensionierung, im Malereibereich und zauberte mit flottem Pinsel einige farbenfrohe Aquarelle auf das Papier, die er zur Verfügung stellte. Peter Mantel kam bisher in vielen Ländern umher, hatte immer seinen Fotoapparat mit dabei und diese Bilder immer gut archiviert. Er zeigt einen Querschnitt seiner Aufnahmen, dabei auch aus Thailand, Afrika und Indonesien. Bei viel Ruhe und fast ganz im Stillen arbeitet Hermann Hummel an seinen Steinskulpturen aus verschiedenen Steinarten, die manchmal an prähistorische Kunstwerke erinnern. Etliche Schmiedearbeiten und auch handgefertigte Messer stellt Helmut Knöbel aus, Willi Brugger arbeitet viel mit Holz und ist auch im Flugzeugmodelbau zuhause. Wilfried Weiß hat sich schon seit längerem der Fotografie verschrieben und dabei viel im Makrobereich. Auch Holzschnitzereien gehören als früherer Zimmermann zu seinem Hobbybereich. Welche tollen Kleinkunstwerke unter anderem aus alten Löffeln, Gabeln, Metallstücken und Schrott mit viel Muße hergestellt werden können, zeigt Bernhard Weißer.
  • Wann ist die Ausstellung zu sehen? Die Hobbykünstlerausstellung ist vom 16. September bis 21. Oktober jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 7. Oktober, ist das gesamte Kelnhofmuseum geöffnet. Am Kilbigsonntag, 21. Oktober, präsentiert der Kulturförderverein von 11 bis 17 Uhr "Altes Handwerk" auf dem Kelnhofvorplatz.