„Schon als Bub habe ich gerne Sachen abgemalt, in der Schule war das Malen bei mir sehr beliebt. Dabei am liebsten Dinge mit Hörnern, vielen Klauen und Beinen. Meine Mutter sagte oft: ,Bub, mool doch emol ebbis scheens’ – und so kam auch einmal ein Strauß mit Blumen zustande. Aber auch da war eine Raupe mit Totenkopf dran.“ So schildert Bernhard Weißer von den Kreativen 48-ern seine Motivation, ungewöhnliche Kunstwerke herzustellen. Weißer hat zu großen Teilen die Jahrgangsausstellung 1948/49 mit organisiert. Er hatte auch die Idee, die Skulpturen, Bilder, Zeichnungen und Fotos des Schuljahrganges 1948/49 einer breiten Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung näher zu bringen.

Bizarre Kreaturen

Nach den ersten Versuchen in der Schule war später im Leben das technische Zeichnen auf dem Reißbrett sein Metier. Zwei Krankenhausaufenthalte brachten ihm das Zeichnen wieder näher, und so entstanden zwei Bildbände voller phantastischer Zeichnungen. Eine gute neue Motivation, ungewöhnliche Skulpturen herzustellen, war auch sein Hobby, mit Motorradoldtimern zu arbeiten. Bei der Restaurierung der Motorräder blieben immer wieder bizarre Formen und Restteilen, meist aus Metall. Daraus entstanden nach eigenen Ideen und Vorstellungen unter anderem Vögel, bizarre Kreaturen und auch kuriose Fahrzeuge. Etliche dieser Zeichnungen und Schrottskulpturen sind in der Ausstellung im Kelnhofmuseum zu sehen.

Vermeintlicher Schrott als Bestandteil

Bernhard Weißer hat ein tolles Talent, aus Dingen, nicht nur aus Metall, die andere Leute wegwerfen würden, mit viel Ideenreichtum ein Hobbykunstwerk zu gestalten. Dabei werden aus Löffeln, Metallteilen unterschiedlicher Länge und Breite sowie Gabeln, Schrauben, Metallstäben und Schrotteilen tolle Kunstwerke, die er im Kelnhofmuseum ausstellt. In seiner Wohnung sind viele der Arbeiten verteilt und machen dem Besucher sofort klar, mit was sich Bernhard Weißer in seiner Freizeit beschäftigt.

Der SÜDKURIER stellt in einer Serie die Künstler der Ausstellung Kreative 48er im Kelnhofmuseum Bräunlingen vor. Deren Werke sind noch bis einschließlich 21. Oktober jeweils sonntags zu sehen: morgen von 14 bis 17 Uhr.

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