Mit tausenden Narren und Besuchern ist das große Festwochenende in Döggingen zu Ende gegangen. Die Gauchenzunft hat damit ihr 45. Bestehen gefeiert und ein großes Narrentreffen der Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV) organisiert. Dafür bekam der Verein bereits beim Zunftmeisterempfang viel Lob von SNV-Präsidentin Anne-Rosel Schwarz: "Die Gauchenzunft hat wahnsinnig viel geschafft."

Das Wetter war jedoch nicht immer auf der Seite der Narren. Bei kaltem Schmuddelwetter wurde im Vorfeld der Untergrund mit Holzschnitzeln stabilisiert und Zeltdächer mussten vom Schnee am Freitag freigeräumt werden. Auftakt des Treffens war ein Nachtumzug am Freitagabend. Als der sich in Bewegung setzte, taten das auch Schnee und Wind wieder. "Der Schnee hat zum Glück erst eingesetzt, als die Zuschauer und die Narren schon da waren. Hätte das schon früher begonnen, wären vielleicht nicht so viele da gewesen", sagt Martin Friedrich, Zunftmeister der Dögginger Gauchenzunft. Er ergänzt: "Man darf nicht vergessen, dass die Fasnet nun mal im Winter stattfindet. Außerdem: Einem echten Narren macht das nichts aus."

Wie das Wochenende sich finanziell ausgewirkt hat, dazu kann er noch keine definitiven Angaben machen. Noch seien nicht alle Rechnungen da, genaue Zahlen können daher nicht genannt werden. "Wir denken aber, dass es positiv ausfallen wird", ist er sich sicher.

Mit den Zuschauerzahlen sei die Zunft zufrieden: "Im Großen und Ganzen sind wir darüber sehr glücklich", so Friedrich. Lediglich zum großen Finale, dem Umzug am Sonntag, habe man sich ein wenig mehr Zulauf erhofft.

Bereits beim Zunftmeisterempfang des Narrentreffens gab es von Anne-Rosel Schwarz, der Präsidentin der Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV) viel lob für die Gauchenzunft. <em>Archivbild: Guy Simon</em>
Bereits beim Zunftmeisterempfang des Narrentreffens gab es von Anne-Rosel Schwarz, der Präsidentin der Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV) viel lob für die Gauchenzunft. Archivbild: Guy Simon | Bild: Guy Simon

Ein durchaus positives Fazit kann in Sachen Sicherheit gezogen werden. Die Polizei hat beim Narrentreffen lediglich zwei Männer festgenommen, die einige Gramm Marihuana bei sich hatten und im Verdacht stehen, es zum Kauf angeboten zu haben. "Ich habe auch noch mit dem Sicherheitsdienst gesprochen. Es gab wohl am Wochenende auch zwei Schlägereien", sagt Friedrich. Größeres sei nicht passiert, "das ist ganz wichtig", so der Zunftmeister. Ein solch friedliches Wochenende ist bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung keine Selbstverständlichkeit.

"Über die Tage des Narrentreffens waren etwa 8000 Leute in Döggingen, Narren und Besucher", sagt Friedrich. Das sorgt auch für Zufriedenheit bei den Dögginger Vereinen, die die Besenwirtschaften am Rande der Umzugsstrecke betrieben haben. Sie hatten ausreichend Gäste zu bewirten und dementsprechend auch klingelnde Kassen: "Wir haben da eigentlich bisher nur positive Rückmeldungen bekommen. Sei es von den Besenwirtschaften oder den Discozelten vor der Halle", so der Zunftmeister.

Nach dem Treffen 1998 im Dögginger Tunnel, wird wohl auch 2018 in guter Erinnerung bleiben.

Tunneltreffen

In besonders guter Erinnerung ist in Döggingen das Narrentreffen in der Tunnelbaustelle der Bundesstraße geblieben. 1998 gelang es der Gauchenzunft, eigens für ein Festwochenende den im Bau befindlichen Tunnel in eine große Besenwirtschaft zu verwandeln, samt Bar sowie Musik- und Lichtanlage und tausenden Besuchern. Damals feierte die Gauchenzunft ihr 25-jähriges Bestehen. (guy)