Dreimal mehr Gäste hätte sie am Freitagabend bekommen können: Bei Beate Duffner, der Wirtin im Waldcafe Hensler in Mistelbrunn stand das Telefon nicht still, nachdem sie den Auftritt des Comedy-Duos Lactosefrei angekündigt hatte. Doch leider ist die Anzahl der Plätze begrenzt. Und so kamen nur die ersten 60 Anrufer zum Zug. Statt Eintritt zu verlangen, wurde „Emil Schluckspecht“ herumgereicht.

Im Waldcafe Hensler wird gelacht, geschunkelt und jeder Refrain mitgesungen.
Im Waldcafe Hensler wird gelacht, geschunkelt und jeder Refrain mitgesungen. | Bild: SK

Das Duo Lactosefrei besteht aus Norbert Staller, der Ukulele spielt und singt sowie Bernfried Hässler, der die zweite Stimme singt und am Cajón und diversen selbst gebauten Instrumenten für den Rhythmus sorgt. Mit zum Programm gehören stets trocken vorgetragene Witze. Denn beide sind Baaremer Originale und könnten vermutlich jeweils ganz alleine eine ganze Kneipe unterhalten. Und das vorwiegend im allemannischem Dialekt.

Wenn neue Programmpunkte entstehen, bekommt meist eine bekannte Melodie einen neuen Text verpasst. Manchmal geht es umgekehrt oder ein altes Gedicht wird vertont. „Wir modifizieren alles, was wir in die Finger bekommen“, sagt Norbert Staller, der bereits über 30 Jahren Musik macht. Und dabei nimmt er für das Lied ein Thema aus dem Alltag, über das sonst niemand singt. Es wird nicht drum herum geredet, die Dinge werden gnadenlos beim Namen genannt. Oft entwickelt die Geschichte dann ein unerwartetes komisches Eigenleben.

Und meistens gibt es einen gängigen Refrain, der jeder mitsingen kann. Und das taten die Gäste im Waldcafe dann auch von Anfang an mit Begeisterung. Nach dem Lied über den Tag, an dem alles schief läuft, kam es dann Schlag auf Schlag: Ein Lied über Kinder in der Pubertät, den Bierbauch, eine Fahrt mit 120 Schweinen nach Beirut, Schniposa oder das Lied vom Kugelschreiber.

Alles in Begleitung des Publikums, das sang, klatschte und schunkelte. Insgesamt gab es drei Runden mit zusammen über zwei Stunden lustigem Kurzweil aus dem unerschöpflichen Repertoire des Duos. Zum Schluss kam dann auch die Puppe „Emil Schluckspecht“ auf ihre Kosten. Sie schluckt Münzen, aber Scheine mag sie natürlich lieber.