Der rollende Kanal soll bald Vergangenheit sein in der Freiburger Straße. Was ein rollender Kanal ist? So werden die Lastwagen bezeichnet, die regelmäßig die Klärgruben in der Straße absaugen und vom Schmutzwasser befreien müssen. Geleert werden muss im einwöchigen und im 14-tägigen Rhythmus. Ein Zustand, der regelmäßig Geld kostet. Außerdem will das Landratsamt entsprechende Kanallösungen in der Region ausmerzen. Für die Stadt also eine Pflichtaufgabe.

Dazu sollen die Freiburger Straße und Teile des Tunnelwegs an das bestehende Kanalisationssystem angeschlossen werden. So kann das Schmutzwasser von in den Abfluss am Adlerplatz gelangen und dort verschwinden. Begonnen wurde mit dem ersten Bauabschnitt Ende März 2019, etwas später als eigentlich geplant.

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Wie geht es weiter?

Derzeit wurden die Arbeiten noch nicht wieder aufgenommen, erklärt Volker Koch, für das Bräunlinger Bauamt zuständig für das große Projekt. Rund eine Million Euro sind allein für den ersten Bauabschnitt notwendig. Aktuell werde mit der ausführenden Firma und dem Planungsbüro Greiner überlegt, mit welchen Schritten genau es weiter gehen soll. Was es dabei nicht einfach mache, das seien die Minusgrade. „Wenn im Tiefbau verfüllt und verdichtet werden muss, dann ist trockene Erde notwendig. Gefrorene setzt sich anders ab, wenn sie nach der Verdichtung wieder auftaut. Auch Pflasterarbeiten sind bei solchen Temperaturen nicht notwendig“, erklärt Koch.

Pumpstation ist montiert

Was allerdings vor der Weihnachtspause noch geschafft wurde: Die Montage der Pumpstation hat stattgefunden, ebenso ein Probebetrieb. Die Station wird gebraucht, um das von der Freiburger Straße herabfließende Schmutzwasser wieder in Richtung Adlerplatz den Anstieg hinauf zu befördern. Die Arbeiten rund um die alten Leitungen, die man in der Erde entdeckt hatte seien auch abgeschlossen.

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Hausanschlüsse sind wichtig

Was noch getan werden müsse, das sei der Umschluss sämtlicher Hausanschlüsse. Eine Arbeit, die auch trotz Frost möglich wäre. „Den Aushub kann man jetzt machen, wenn dann frostfreies Material zum Auffüllen benutzt wird“, sagt Koch. Die Umschlüsse sind auch eine Sache, die dringlich ansteht. Sind sie gemacht, dann sind die Hausbesitzer entlang der Straße an das Kanalsystem angeschlossen, der rollende Kanal indes wird obsolet. „Das ist jetzt das dringlichste Anliegen. Dann fallen die Kosten für das Leeren der Gruben weg.“

Neue Kabeltrassen

Schließlich soll noch eine Kabeltrasse mit Strom und Breitband kommen. Trassen und Umschlüsse müssen dann auch gepflastert werden. Sind die Arbeiten beendet, soll die Freiburger Straße dann auch etwas schmäler sein, als zuvor. Da der rollende Kanal nicht mehr unterwegs ist, wird die Straßenbreite nicht mehr notwendig sein. Sie soll für einen breiteren Gehweg für die Anwohner genutzt werden. Zudem werde an der Hangseite der Straße ein weiterer Weg geschaffen.

Wie lange das Projekt insgesamt bis zu Fertigstellung noch brauchen wird, das sei momentan noch nicht finit abzusehen.