Pfarrer Christoph Nobs, der aus Bräunlingen stammt und im Herbst auf 25 Jahre Priesterdienst zurückblicken kann, hat an seinen bisherigen Berufsstationen im In- und Ausland viel erlebt und kann auf eine segensreiche Zeit zurückblicken. Die Bräunlinger TuS-Turner haben ihn beim Gaukinderturnfest an seiner jetzigen Wirkungsstätte in Hausach getroffen. Der 56-Jährige hat viel gesehen und viel erlebt – seiner Heimat Bräunlingen bleibt er dennoch stets verbunden.

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Am Tag der deutschen Einheit treffen sich die Initiatoren der „Geschichtswerkstatt“ zu einem Arbeitsgespräch. Von links nach rechts: Stephan Wehinger, Wolfgang Kropfreiter, Heinz Geyer und Christoph Nobs.
Am Tag der deutschen Einheit treffen sich die Initiatoren der „Geschichtswerkstatt“ zu einem Arbeitsgespräch. Von links nach rechts: Stephan Wehinger, Wolfgang Kropfreiter, Heinz Geyer und Christoph Nobs. | Bild: Veranstalter

„Nach Hausach kam ich über das katholische Ordinariat Freiburg, nachdem ich zwölf Jahre in Ottobrunn bei München war. Mein aktueller Pfarrbereich der Seelsorgeeinheit reicht von Hausach bis nach Hornberg und Niederwasser„, erläuterte der Geistliche im Gespräch. Es gefalle ihm in Hausach und Umgebung sehr gut, denn die Mentalität passe. „Ich hab immer noch gute Kontakte in meine Heimatstadt und ich denke auch an meine frühere Marathonlaufzeit beim Schwarzwald-Marathon zurück“, erzählt der Pfarrer.

Damals gewann Nobs auf der 42,1-Kilometer-Strecke den Schülermarathon in neuer Rekordzeit. „Leistungssport wie damals mache ich nicht mehr, doch ab und zu gehe ich joggen, setze mich aufs Fahrrad oder laufe um die Burg bei Hausach„. Die Mentalität sei hier etwas anders und auch sprachlich gebe es Unterschiede, denn je weiter man Richtung Niederwasser komme, desto ähnlicher werde der Dialekt dem „Briilingerischen“. In Hausach überwiege die Ortenau.

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Die Pfarrer Christoph Nobs, Augustus Izekwe, Walter Eckert und Manuel Grimm (von links) zelebrieren gemeinsam einen Dankgottesdienst.
Die Pfarrer Christoph Nobs, Augustus Izekwe, Walter Eckert und Manuel Grimm (von links) zelebrieren gemeinsam einen Dankgottesdienst.

In der Seelsorgeeinheit Hausach/Hornberg ist Christoph Nobs der einzige Geistliche, der von einer Gemeindereferentin unterstützt wird. „Fast ein Jahr war ich allein, da sie erkrankt war, doch nach den Ferien wird sie mich wieder unterstützen“, berichtet er. Er denke oft an Bräunlingen, vor allem, wenn Festtage wie die Kilbig und die Fasnet anstehen. Hier in Hausach habe die Fasnet auch einen großen Stellenwert. Wie in Bräunlingen sei immer etwas los, hier werde es nie langweilig.

„Mein Beruf bietet an jeder Stelle und an jedem Ort ganz viele positive Dinge und Erlebnisse. Natürlich gibt es auch immer wieder Schwierigkeiten. Eine besondere Erfahrung war meine Zeit in der Schweiz in Luzern und Basel. Auch der Umgang mit der Drogensituation ist eine nicht alltägliche Erfahrung“, so der 56-jährige Geistliche. In Kolumbien, wo er ebenfalls einige Jahre verbrachte, sei schon allein die Natur phänomenal und dort treffen drei Kulturen aufeinander. „Ich freue mich auch, dass ich etliche Jahre in Bayern war, denn man nimmt von überall her etwas mit. Wenn jeder mit seinem Beruf so zufrieden sein kann wie ich, dann kann man nur gratulieren“, betonte der ehemalige Marathonläufer. Die kirchlichen Aktivitäten seien ähnlich wie in Bräunlingen, doch auch hier gebe es Nachwuchsprobleme.

Letzte große Stelle

„Ich mache gerne Städtereisen, die mit Archäologie und Geschichte etwas zu tun haben und ich bin gerade dabei, die Vorbereitungen für eine Gedenkveranstaltung über den Nationalsozialismus in Bräunlingen zu treffen“, berichtet der Geistliche. Am 20. September hält Christoph Nobs nach einem Gedenkgottesdienst einen Vortrag im katholischen Pfarrheim über die Auswirkungen der Nazis in Bräunlingen. „Wenn ich es schaffe, werde ich auch noch ein kleines Buch darüber schreiben. Ich kann zwar jetzt keine Lebensprognose geben, doch wie es zu Zeit läuft, sieht es so aus, dass dies hier in Hausach meine letzte große Stelle sein wird“, so Christoph Nobs.