Die Stadtwerke schreiben nach 2016 auch in der Jahresabrechnung für 2017 rote Zahlen. "Wir schließen mit einem Verlust ab", erklärte Kämmerer Sebastian Grytner den Stadträten. Der beträgt 20 384 Euro.

Erzeugung deckt Aufwendung nicht

Wie schon in den vergangenen Jahren sei dabei die Stromerzeugung über die Turbinen in der Brändbachtalsperre am Kirnbergsee unprofitabel. Schuld haben Investitionen in der Vergangenheit. Regelmäßig müsse ausgebessert werden oder man müsse Sicherheitsüberprüfungen vornehmen. "Wir kommen hier nicht so schnell auf einen grünen Zweig", so Grytner. Die Erträge aus der dortigen Stromerzeugung decken die Aufwendungen nicht ab. 2017 gab es einen entsprechenden Verlust von 114 241 Euro. Grytner betonte dennoch die Wichtigkeit als touristischer Faktor. Die Abschreibungen für die Sperre dauern noch etwa 15 bis 20 Jahre.

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Auch wenig erfolgreich laufe die Breitbandversorgung mit einem Minus von rund 60 000 Euro. "Breitband ist mittlerweile eine Daseinsvorsorge und daher schon ein Erfolg", so der Kämmerer.

Die Stadtwerke operieren aktuell mit einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent, das bedeutet: 70 Prozent des Kapitals wird durch Kredite gedeckt. "Wenn weiterhin solche Investitionen anstehen, kommen wir an einer Erhöhung der Eigenkapitalquote nicht vorbei", erklärte Grytner. Das Geld fehle dann eben für Investitionen im Kernhaushalt.

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Das sagen die Stadträte

"Die Situation der Stadtwerke wird prekär werden. Wir sind sehenden Auges in diese Situation hinein", mahnte Berthold Geyer, Sprecher der Gruppe 84. Ähnlich sah das auch Armin Ewald von der FDP: "Als es um die Grundversorgung mit der Staumauer ging, war damals jemand hier, der das erklärt hat. Die Faktoren waren alle klar. Wir haben wieder jemandem geglaubt. Ich weiß nicht, wie wir abgestimmt hätten, wären die Zahlen damals bekannt gewesen." Davon abgesehen sei der See eine schöne touristische Attraktion in der Region.

"Irgendwann fällt es einem eben auf die Füße, wenn man alles in die Eigenbetriebe auslagert", sagte Hannes Wehinger, CDU-Stadtrat. CDU-Sprecher Michael Gut erkundigte sich, ob die Energieversorgung Südbaar (ESB) nicht mehr Anteile übernehmen könne: "Wir haben das diskutiert, aber von der Staumauer ist die ESB nicht so begeistert", antwortete der Bräunlinger Kämmerer.