Ganze 22 Monate hat es gedauert und aus dem ehemaligen Unterbränder Schulhaus wurde die schmucke Brändbachhalle, die Ende Juli feierlich eröffnet wurde.

Am 10. September 2016 begann die Dorfgemeinschaft mit dem Ausräumen des Gebäudes und ersten Abrissarbeiten. Das Gebäude wurde anschließend mit schwerem Gerät abgetragen, Keller und Bodenplatte blieben erhalten und bilden heute das Fundament für die neue Halle. Am 27.Juli 2017 feierte man Richtfest. Doch nicht immer lief alles glatt. Im Laufe der Bauzeit musste manches Problem gelöst werden, es gab immer wieder Überraschungen. Auch einige Liefertermine konnten nicht eingehalten werden, wodurch sich Gewerke verschoben. Die gute Baukonjunktur schlug sich auf die Verfügbarkeit der Handwerker und auch auf die Kosten nieder. Der angedachte Eröffnungstermin musste mehrfach verschoben werden. Es gab aber im Laufe der Bauzeit Veränderungen, neue Anregungen Umplanungen und Verbesserungen.

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Im Januar 2018 machte der neue Bürgermeister Micha Bächle die Angelegenheit zur Chefsache. Nachdem er sich an einem Ortstermin kundig gemacht hatte, versprach er, dass die neue Halle pünktlich zum Annafest eröffnet wird und dass es keine weiteren Verzögerungen mehr geben wird. Bis zum letzten Tag wurde gearbeitet und schließlich konnte das Gebäude samt Außenanlage termingerecht der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Miserable Energieeffizienz und heruntergekommene Bausubstanz: So sah das ehemalige Unterbränder Schulhaus vor den Umbaumaßnahmen aus. <em>Bilder: Lutz Rademacher</em>
Miserable Energieeffizienz und heruntergekommene Bausubstanz: So sah das ehemalige Unterbränder Schulhaus vor den Umbaumaßnahmen aus. Bilder: Lutz Rademacher

50 Jahre stand das alte Unterbränder Schulhaus. Schon lange gibt es Wünsche, die Halle zu vergrößern. Zunächst war ein Küchenanbau geplant, später gab es mehrere Pläne zur Umgestaltung. Zuletzt gab es aufgrund der heruntergekommenen Bausubstanz und der schlechten Energieeffizienz dringenden Handlungsbedarf.

Das alte Gebäude ist am 24. September 2016 schließlich für den Abbruch vorbereitet und ausgeräumt.
Das alte Gebäude ist am 24. September 2016 schließlich für den Abbruch vorbereitet und ausgeräumt.

Insgesamt 311 Arbeitsstunden investiert die Dorfgemeinschaft in die ersten zwei Arbeitseinsätze. Das Gebäude wird ausgeräumt, alles brauchbare Inventar verpackt und eingelagert, der Rest entsorgt. Fenster, Sanitäranlagen, Heizkörper, Elektroinstallationen und die Bühne werden abgebaut. Im September 2016 bauen Freiwillige die Heizungsanlage aus.

Eine Woche sind die Bagger bereits mit dem Abriss beschäftigt. Das Bild stammt vom 11. Oktober 2016.
Eine Woche sind die Bagger bereits mit dem Abriss beschäftigt. Das Bild stammt vom 11. Oktober 2016.

Am 5. Oktober 2016 werden von einer Spezialfirma im Vollschutz die Asbestplatten auf dem Dach abgebaut. Sechs Tage später rückt der Bagger an. Fein säuberlich wird das Gebäude abgetragen, die Baumaterialien sorgfältig getrennt in die bereitgestellten Container verteilt. Zuerst kommen die Sozialräume weg, am 12. Oktober fällt die letzte Mauer.

Im Frühjahr 2017 laufen die Vorarbeiten an der neuen Halle. Die Bodenplatte ist am 28. April schon bereit für weiter Bauarbeiten.
Im Frühjahr 2017 laufen die Vorarbeiten an der neuen Halle. Die Bodenplatte ist am 28. April schon bereit für weiter Bauarbeiten.

Der November 2016 wird genutzt, um die Kellerwände zur Dämmung und Erneuerung der Drainage freizulegen. Das Treppenhaus wird zum Schutz vor Feuchtigkeit eingehaust. Nach der Winterpause wird die Bodenplatte hinten erweitert und im vorderen Bereich repariert. Die Umrandung für die neue Außentreppe in den Keller wird betoniert, der Keller entkernt.

Langsam wächst das neue Gebäude: Wand um Wand wird aufgestellt.
Langsam wächst das neue Gebäude: Wand um Wand wird aufgestellt.

Am 27. Juni 2017 ist es soweit: Die vorgefertigten Wände aus Holz werden angeliefert und per Kran an die geplante Stelle gehievt. Stück für Stück fügt sich das Puzzle zusammen, mit jedem neuen Teil wächst das Gebäude und lässt die späteren Dimensionen erahnen. Auf diesem Bild vom 29. Juni sind bereits die nach außen hin schrägen Wände zu erkennen.

Aus Bürgerhaus wird Brändbachhalle. Die ist zum Jahreswechsel 2017/2018 gegen das Winterwetter warm eingepackt.
Aus Bürgerhaus wird Brändbachhalle. Die ist zum Jahreswechsel 2017/2018 gegen das Winterwetter warm eingepackt.

Zum Jahresechsel 2018 heißt das Projekt "Bürgerhaus" nun Brändbachhalle. Die Fenster sind drin, das Gebäude eingerüstet. Da das Wärmeverbundsystem erst bei Nachttemperaturen über fünf Grad angebracht werden kann, werden die Außenwände mit Planen geschützt.

Ende Mai ist Endspurt für die Bauarbeiten. Die Dorfgemeinschaft bringt in Eigenleistung die Holzverkleidung an.
Ende Mai ist Endspurt für die Bauarbeiten. Die Dorfgemeinschaft bringt in Eigenleistung die Holzverkleidung an.

Nachdem die Dichtigkeit des Gebäudes mittlerweile den Standard sogar übertrifft und auch das Wetter mitmacht, geht es im ersten Halbjahr 2018 an den Endspurt. Während der Vollwärmeschutz inzwischen fertiggestellt ist, läuft der Innenausbau auf Hochtouren. Die Firma Volz kümmert sich um die Außenanlagen, die Dorfgemeinschaft bringt die Holzverkleidung an.

Nach 22 Monaten ist die Brändbachhalle pünktlich zur offiziellen Eröffnung am Annafest fertig gestellt.
Nach 22 Monaten ist die Brändbachhalle pünktlich zur offiziellen Eröffnung am Annafest fertig gestellt.

Die Brändbachhalle präsentierte sich im Juli endgültig im neuen Gewand. Von der Halle aus führt eine Treppe zu einem großen Vorplatz. Der Rasen wird innerhalb weniger Tage vom Bräunlinger Fussballplatz transplantiert, sodass er nicht eingesät werden musste. Innen wird die Küche montiert. Der Eröffnunf am 27. Juli steht nichts im Weg.

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Zur Geschichte

Das Unterbränder Schulhaus wurde 1966 erbaut, weil die Räumlichkeiten im alten Rathaus, die seit 1905 als Grund-und Hauptschule dienten, nicht mehr dem Standard entsprachen. Doch bereits bei der Eröffnung stand fest, dass die Hauptschulklassen nicht in Unterbränd bleiben. Mit dem Schuljahresbeginn 1971/72 war dann endgültig Schluss. Nach einem Erlass des Kultusministeriums Baden-Württemberg waren zur Aufrechterhaltung der Grundschule mindestens 22 Schüler notwendig. Der damalige Schulleiter, Oberlehrer Edwin Sauter konnte nur 21 vorweisen.

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Und so wurden die Unterbränder Kinder, neun aus der vierten, sechs aus der dritten, vier aus der zweiten und drei aus der ersten Klasse in das durch einen Brand am 13. Februar beschädigte alte Schulhaus in Bräunlingen verlegt. Das Unterbränder Schulhaus wurde fortan als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Das Lehrerzimmer ging an die Ortsverwaltung, das Gemeindearchiv wanderte in einen der Kellerräume. Die beiden Klassenzimmer wurden zu einem großen Raum, später wurde im kleineren eine feste Bühne errichtet, im Eingangsbereich eine Theke mit Kochmöglichkeit. Im Keller wurde gemäß Eingemeindungsvertrag eine Sauna eingebaut. Trotzdem blieb das Gebäude im Ort "das Schulhaus".