Am Samstag, 23. Juni, um 14 Uhr geht der Laien Man, der Triathlon für Amateure am Kirnbergsee, in die 17. Runde. Es machen Einzelstarter und Stafetten mit, bei denen drei Mitglieder in der Mannschaft ihre Stärken im Schwimmen (350 Meter), Radfahren (12,1 Kilometer) oder Laufen (2,6 Kilometer) ausspielen.

Herr Franke, warum haben Sie 2017 pausiert?

Unser Handicap-Team besteht aus drei Jungs. Der Dritte, Michael Schell, hatte letztes Jahr keine Zeit, er war beruflich in Asien. Auch dieses Jahr musste er absagen. Wir können aber zu zweit fahren. Mit dem Spezialfahrrad mit Simon vorne drauf haben wir in etwa das doppelte Gewicht wie mit einem normalen Fahrrad. Das ist den Berg von Waldhausen hoch in angemessener Zeit nur mit Unterstützung zu schaffen. Und ein wenig Ehrgeiz haben wir auch.

Waren Sie 2016 mit Ihrer Zeit zufrieden?

Ja, wir haben mit 55 Minuten eine extrem gute Zeit gemacht. Man muss bedenken, bei jedem Wechsel von Simon brauchen wir sicher länger als jeder andere. Raus aus dem Boot, anschnallen im Fahrrad, Helm aufsetzen. Noch einmal zwei Minuten verlieren wir beim Wechsel auf den Rollstuhl. Auch hier muss er angeschnallt werden, ich kann nicht einfach loslaufen.

Siegerehrung beim Laien Man 2016: Simon Franke freut sich über den goldenen Laufschuh als Preis.
Siegerehrung beim Laien Man 2016: Simon Franke freut sich über den goldenen Laufschuh als Preis.

Wird sich dieses Jahr etwas ändern?

Ja, wir kommen als größeres Team. Mit uns startet noch eine Stafette aus drei Frauen, die die einzelnen Teilstrecken mit uns mitgehen. Den Mädels ist es dabei egal, wie sie gewertet werden, sie sind einfach bei uns dabei. Schwimmen wird eine Freundin, auf Rad geht Simons Cousine und die Laufstrecke macht meine Frau. Sie hilft auch bei den Wechseln.

Sie haben von Ehrgeiz gesprochen, Sie wollen doch sicherlich die Zeit vom letzten Mal toppen?

Ich bin aber auch zwei Jahre älter geworden. Wir können aber einiges besser machen. Wir werden versuchen, beim Wechsel schneller zu werden und auch auf der Strecke wissen wir jetzt, wo die Schwierigkeiten sind. Wir kennen die Anstiege. Früher habe ich jede Disziplin einzeln trainiert. Heute fahre ich mit dem Fahrrad ins Schwimmbad, mache meine Bahnen und fahre wieder zurück. Das Lauftraining findet dann mit Simon im Rollstuhl statt. In der Regel unsere Hausstrecke von Grüningen nach Aufen und zurück, der Hund läuft voraus. Simon selbst braucht nicht zu trainieren. Aber unser Hauptteilnehmer ist schwerer geworden. Wir versuchen trotzdem, besser zu werden.

Laien Man 2016 : Die Radstrecke ist erfolgreich bewältigt/ 25.06.2016 / Simiri / Foto : Archiv Lutz Rademacher
Laien Man 2016 : Die Radstrecke ist erfolgreich bewältigt/ 25.06.2016 / Simiri / Foto : Archiv Lutz Rademacher

Vor zwei Jahren haben Sie über Crowd-Founding ein teures Spezialfahrrad besorgt. Fehlt noch etwas?

Nein. Das Fahrrad gehört jetzt uns und wir haben es im letzten Jahr noch etwas umgebaut. Vor zwei Jahren war es ein wenig knapp mit der Anpassung an Simon. Wir nutzen das Rad permanent. Ich hoffe, das Boot hält.

Was unternehmen Sie sonst mit Simon?

Wir nehmen ihn oft mit raus, denn Simon ist sehr aufmerksam und nimmt viel auf. Im Sommer fahren wir Fahrrad, im Winter Sitz-Ski, gelegentlich leihen wir in seiner Schule die Sänfte aus und gehen mit ihm wandern. Und auch im Urlaub ist er immer mit dabei. In Frankreich gibt es am Strand sogar Rollstühle mit dicken Reifen, mit denen der Rollstuhlfahrer bis ans Wasser geschleppt wird. Die gibt es südlich von Bordeaux an der ganzen Küste. Das ist dort selbstverständlich. Man kann sogar ins Wasser damit.

Zurück zum Laien Man: Was hat Sie motiviert, wieder mitzumachen?

Im Frühjahr haben mich verschiedene Leute darauf angesprochen. Ich war damals noch keinen Meter Fahrrad gefahren oder gelaufen. Dann haben sich Helfer in Erinnerung gebracht haben gefragt. Da fiel die Entscheidung leicht. Und so gibt es das Team Simiri (Simon-Michael-Richard) wieder. Vielleicht finden wir noch weitere Mitstreiter, die uns in Stafetten begleiten.

Zum Thema Motivation möchte ich noch etwas hinzufügen: Viele Eltern, die wie wir ein besonderes Kind haben, igeln sich zu Hause ein. Der Grund hierfür ist auch, dass man immer unter Beobachtung steht. Du bist sozusagen prominent. Wir können uns nicht frei und unauffällig bewegen. Auch mit unserem Tandem werden wir immer angeschaut. Andere Eltern mögen das nicht und ziehen sich nach Hause zurück oder lassen die Kinder daheim. Wir möchten diesen Eltern Mut machen: Bringt eure Kinder raus auf die Straße! Bewegt euch, je mehr ihr euch draußen auf solchen Ereignissen bewegt, umso normaler wird das für die Umwelt. Außerdem gibt es nichts Besseres, als dass die Kinder draußen an der frischen Luft sind.

Fragen: Lutz Rademacher

Laien Man 2016 : Das Team Simiri ist angekommen: v.l.ln.r. Michael Schell, Richard Franke, Simon Franke, Jim Hamberger / 25.06.2016 / Simiri / Foto : Archiv Lutz Rademacher
Laien Man 2016 : Das Team Simiri ist angekommen: v.l.ln.r. Michael Schell, Richard Franke, Simon Franke, Jim Hamberger / 25.06.2016 / Simiri / Foto : Archiv Lutz Rademacher