Das Wasserdargebot in Mistelbrunn wird in den kommenden Wochen verstärkt, dies berichtete Bauamtsleiterin Kerstin Milse in der Ortschaftsratssitzung. In den vergangenen beiden Jahren musste der Ort in den Sommermonaten mit externem Wasser versorgt werden. Die Schüttung der Kohlwaldquelle ist stark rückgängig. Mistelbrunn hat aktuell einen Bedarf von neun bis zehn Kubikmeter am Tag.

Über längere Zeit wurde der Sachverhalt geprüft. Überlegt wurde, eine andere Quelle zu suchen oder mittels Pumpe eine zweite zuzuschalten. Dann hat man Wasseransammlung beobachtet und ist auf Spurensuche gegangen. Klares Wasser floss in Mengen am Überlauf. Bei einer Prüfung durch eine Fachfirma stellte sich heraus, dass die Quelle eigentlich genug Wasser bringt, aber die Quellfassung durch Wurzelgeflecht beschädigt ist und das Wasser sich zusätzlich andere Wege gesucht hat. In Handarbeit muss die Quelle jetzt freigelegt werden, parallel müssen die Bäume gefällt werden. Damit in Zukunft die Fläche Baum frei bleibt, hat man das Stück vom Fürst gepachtet. Der Baubeginn ist etwa in zwei Wochen. Die Quelle wird freigelegt und frisch gefasst, ein neuer Kunststoffbehälter mit neun Kubikmetern Inhalt installiert. Man rechnet mit etwa vier bis sechs Wochen Bauzeit. In dieser Zeit wird Mistelbrunn mit externem Wasser beliefert.

Ortsvorsteher Norbert Knöpfle bezeichnete die Maßnahme als sehr wichtig und er hofft, wenn man schon das Geld in die Hand nimmt, dass die Arbeit mit Erfolg gekrönt wird. Der nächste Schritt sei die Sanierung des Hochbehälters. Kerstin Milse kündigte an, dass zukünftig alle Waldquellen geprüft werden.

Norbert Knöpfle gab bekannt, dass noch Gelder zur Heimatpflege zur Verfügung stehen. Nach längerer Diskussion einigte sich der Ortschaftsrat auf Anschaffung von Stehtischen, einen Anhänger für den Transport dieser Tische und die vorhandenen Garnituren. Ferner soll ein transportabler Elektroheizer angeschafft werden. Dies kommt alles der Dorfgemeinschaft zugute. Je nach Kostenlage kommt noch eine Wellnessliege dazu, die am Spielplatz aufgestellt werden soll. Der gewünschte Bücherbaum ist fertig und wird demnächst im Bereich der Bushaltestelle aufgebaut. Angeregt wurde ein kleiner Festakt zur Eröffnung. Ebenso soll das Bushäuschen in einem Arbeitseinsatz frisch gestrichen werden.

Norbert Knöpfle gab noch bekannt, dass die Kläranlage Wolterdingen schließt und eine Druckleitung nach Donaueschingen gebaut wird, so dass das Abwasser ab 2020 nach Donaueschingen fließt.

 

Rund um die Quelle

Die Kohlwaldquelle, die Mistelbrunn versorgt, wurde 1891 entdeckt. 1892 wurde der Brunnen in Mistelbrunn erbaut. 1960 erfolgte der Bau des Hochbehälters, 1969 wurde dann die Hebeanlage gebaut. 1979 sowie 1988 musste die Quelle nachgefasst werden. 1990 kam eine Wasseraufbereitungsanlage in den Hochbehälter. 1994 wurde das Einzugsgebiet der Quelle zum Wasserschutzgebiet erklärt. (lrd)