Es ist schon fast symbolisch: Die Kandidaten der Bräunlinger SPD stehen vor einem großen Wandbild Bräunlingens mit den Wappen der Zähringerstadt. Hier wollen sie mitbestimmen und gemeinsam den Weg festlegen, die Richtung entscheiden in die sich die Geschicke der Stadt wenden sollen.

Fünf Kandidaten

Für die Kommunalwahlen am 26. Mai stehen dabei für die SPD vier Kandidaten aus der Kernstadt und mit Wolfgang Weber ein Nominierter aus Unterbränd auf der Wahlliste. Neben Clemens Fahl und Peter Ebnet haben sich zwei erfahrene Stadträte aufstellen lassen, neu mit dabei sind Simon Gawlick und Jörg Bofinger. Wermutstropfen der Kanidatenliste: Es hat sich keine Frau mehr aufstellen lassen. Marlen Heinrich, die bisher für die SPD im Stadtrat mitentschied, wird nicht mehr antreten.

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Verwunderung über kleine Liste

Irritationen herrschten aufgrund der verhältnismäßig kleinen Liste. Bei vergangenen Kommunalwahlen gelang es der SPD in Bräunlingen einige Kandidaten mehr ins Rennen zu schicken. So versuchten etwa 2014 noch insgesamt elf Bewerber, in den Gemeinderat einzuziehen. Gereicht hatte es damals immerhin für drei Plätze im Rat: Clemens Fahl, Peter Ebnet und Marlen Heinrich. Genug, um eine Fraktion zu bilden. Anders sehe das aktuell etwa in Donaueschingen oder Hüfingen aus, wo die Listen der SPD voll sind.

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Weiter offen für Kandidaten

Im Rahmen der Möglichkeiten habe man im Vorfeld jedoch alles unternommen, um weitere potenzielle Kandidaten ins Boot zu holen. Auch jetzt sei man noch offen, um eventuell jemanden nachzumelden, so Jörg Bofinger, stellvertretender Vorsitzender der Bräunlinger Ortsgruppe, mit derzeit vier aktiven Mitgliedern.

Auf das Geld achten

Dennoch sind die Kandidaten motiviert, weiterhin im Rat mitdiskutieren zu können. "Wir sind die Bremser beim Geld ausgeben und achten darauf, dass nicht leichtsinnig damit umgegangen wird", positioniert sich Peter Ebnet. Gerade bei Projekten wie der Buswende in Döggingen mit Kosten in Höhe von einer halben Million Euro sei zu leichtfertig entschieden worden. "Wir wollen in Zukunft verstärkt darauf achten, wie das Geld ausgegeben wird", so Ebnet, der für die SPD auf dem ersten Listenplatz steht.

Verstärkt grüne Themen

Für die anstehende Legislaturperiode wolle man zudem verstärkt Umweltinitiative in das Ratsgremium bringen. Eine weitere grüne Partei brauche es daher gar nicht: "Wir sind grün genug", so Ebnet. Man wolle in Zusammenarbeit mit dem Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) verschiedene Anreize bieten. Etwa für den Insekten- und Vogelschutz, Landwirte oder durch das Fördern privat angelegter Biotope.

Nach wie vor sei die Partei "der Vertreter des kleinen Mannes", so Ebnet. So habe die CDU durchgesetzt, dass es bei der städtischen Bauförderung keine Einkommensgrenze gebe. "Das geht also auch für Millionäre", sagte Ebnet. Man wolle indes diejenigen unterstützen, die es auch nötig haben.

Jörg Bofinger ist seit eineinalb Jahren bei der SPD. Für ihn ist es die erste Teilnahme an einer Wahl. Der Geschäftsführer eines IT-Unternehmens möchte sich lokal engagieren. "Ich wohne hier, daher ist es mir auch ein Anliegen, was hier genau passiert", so Bofinger. Ihm sei es auch wichtig, Kontakte über die Kreisebene mit ins Spiel zu bringen und auf Landesebene für Interessen zu kämpfen.

Simon Gawlick lebt seit eineinhalb Jahren in Bräunlingen. Er kommt aus Schleswig-Holstein und war dort schon zuvor für die SPD aktiv. "Wenn Politik, dann muss es SPD sein", sagt der 53-Jährige, der sich in der Zähringerstadt engagieren möchte. "Die Bekanntheit kommt mit der Zeit. Ich werde sehen, was ich einbringen kann", so Gawlick.

Vergnügungssteuer angehoben

Bereits seit 2004 gehört Clemens Fahl dem Bräunlinger Gemeinderat an, seit 2015 ist er Fraktionssprecher der SPD im Gremium. Das fortzusetzen ist auch bei der anstehenden Wahl sein Ziel. Wie er betont, werden viele Entscheidungen im Rat mit einstimmig von allen Fraktionen beschlossen. Dennoch sei es der SPD gelungen, sich zu profilieren: "Als größten Erfolg werte ich die Anhebung der Vergnügungssteuer auf den maximal möglichen Satz, die auf meinen Antrag erfolgte", sagte Fahl. Ziel dahinter sei es, dass Betreiber weniger Automaten aufstellen, die Anzahl der Spielsüchtigen nach unten geht. "Es ist erschreckend, was die Spielsucht alles bewirken kann." Zudem sorge der hohe Satz auch für entsprechend hohe Einnahmen für die Stadt. Für ihn ist es wichtig, am Puls der Zeit zu sein: "Wer sich kommunalpolitisch einbringen möchte, für den ist der Gemeinderat die erste Wahl."

Kandidat für Unterbränd

Der 41-jährige Wolfgang Weber geht für die SPD in Unterbränd auf die Liste. Bild: Lutz Rademacher
Der 41-jährige Wolfgang Weber geht für die SPD in Unterbränd auf die Liste. Bild: Lutz Rademacher | Bild: Lutz Rademacher

In Unterbränd wird Wolfgang Weber für die SPD antreten. Der 41-Jährige ist beruflich als Jugendreferent in Immendingen tätig und passe schon deshalb gut zum sozialdemokratischen Profil der Partei. Weber ist zudem der Vorsitzende der Unterbränder Köhlerzunft.

Weitere Themen auf der SPD-Agenda sind die Schulkindbetreuung, die gebührenfreie Kindertagesstätte, die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung, sowie ein bezahlbarer Nahverkehr. Außerdem die Mobilfunk-Abdeckung im ländlichen Raum.