Eines der markantesten Zeichen mit auch aktuellen Hinweisen auf die Bräunlinger Fasnet und dem damit verbundenen Geschehen auf der Straße und in den Hallen sowie Gasthäusern, ist das Fasnetabzeichen („Fasnetzächili“), das seit 1983 mit jährlich unterschiedlichen Motiven verkauft wird und als Eintritt für den Fasnetmontag mit der Schauspielfasnet gilt. Immer wieder fanden die Zunftverantwortlichen im jeweiligen Jahr auch ein eneues Motiv, das nicht nur an Figuren und Hästräger, sondern auch an Jubiläen, Gebäude oder städtische Bauten mit Fasnetbezug erinnert.

Ein weiteres Jubiläum holt das symbolträchtige Mühlentor auf die Fasnet-Abzeichen. Zum Jubiläum des 125-jährigen Bestehens der Bräunlinger Narrenzunft Eintracht ist das Wahrzeichen der Stadt zu sehen.
Ein weiteres Jubiläum holt das symbolträchtige Mühlentor auf die Fasnet-Abzeichen. Zum Jubiläum des 125-jährigen Bestehens der Bräunlinger Narrenzunft Eintracht ist das Wahrzeichen der Stadt zu sehen. | Bild: Dagobert Maier

Neues Fasnetzächili 2019 ist die Fahnenhexe

Im neuen Jahr 2019 ist die Fahnenhexe auf dem Fasnetabzeichen der 35. Auflage aus Zinkdruckguss nachgebildet, die über die närrischen Tage die Schar der 16 wilden Urhexen anführt. Beim Rumwirbeln der furchterregenden Gestalten mit ihrer Chaise und dem Hexenrad nimmt sie nur noch sporadisch teil.

2011 feiert ein wichtiger und traditioneller Aspekt der Bräunlinger Fasnet sein Jubiläum: Die Schauspielfasnet wird 150 Jahre alt. Die Narrenzunft entscheidet sich daher dazu, in diesem Jubiläumsjahr das Abbild eines klassischen Narren zu zeigen, mit standestypischer Kappe, der sogenannten Gugel.
2011 feiert ein wichtiger und traditioneller Aspekt der Bräunlinger Fasnet sein Jubiläum: Die Schauspielfasnet wird 150 Jahre alt. Die Narrenzunft entscheidet sich daher dazu, in diesem Jubiläumsjahr das Abbild eines klassischen Narren zu zeigen, mit standestypischer Kappe, der sogenannten Gugel. | Bild: Dagobert Maier

Fasnetabzeichen aus Zinkdruckguss

Die von der Bräunlinger Firma Dynacast gefertigten Fasnetabzeichen wurden 1983 erstmals verkauft. Sie werden von dem Unternehmen aus einer Holzvorlage gefertigt. Damals waren der Stadthansel und ein Jahr später die Urhexe darauf zu sehen. Helfer der Narrenzunft verkaufen jedes Jahr die beliebten Abzeichen aus Zinkdruckguss, die in ihrer Gesamtheit einen hohen Sammlerwert haben. Eine Ausnahme beim Verkauf gab es allerdings 1991. Damals war der Irak in Kuwait einmarschiert und die USA rückten zu einem Militäreinsatz in den Nahen Osten aus: Der Golfkrieg begann. Aufgrund dessen ließ man in Deutschland die Fasnet ausfallen, was unter Narren teilweise zu Protestaktionen führte. Die Abzeichen von 1991 kamen schließlich ein Jahr später zum Einsatz.

Mit diesem Abzeichen geht es im Februar auf die Bräunlinger Fasnet. Das neue Abzeichen 2019 zeigt die Fahnenhexe.
Mit diesem Abzeichen geht es im Februar auf die Bräunlinger Fasnet. Das neue Abzeichen 2019 zeigt die Fahnenhexe. | Bild: Dagobert Maier

Inzwischen ein Liebhaberstück

Etliche Liebhaber haben die meist im Straßenverkauf angebotenen Bräunlinger Fasnetzeichen archiviert und inzwischen eine umfangreiche Sammlung, oft auf Holzbrettchen, an der Wand hängen. Besondere Motive gab es bei Jubiläen der Bräunlinger Narretei, darunter das 100- und 125-jährige Jubiläum der Narrenzunft „Eintracht“ Bräunlingen in den Jahren 1990 und 2015. Damals waren das Stadttor (1990) und der Stadthansel (2015) zu sehen.

Der Auftakt der Bräunlinger Abzeichen wird 1983 gemacht. Als erstes Motiv entscheidet man sich für den Stadthansel. Die Serie der Abzeichen läuft seit über drei Jahrzehnten.
Der Auftakt der Bräunlinger Abzeichen wird 1983 gemacht. Als erstes Motiv entscheidet man sich für den Stadthansel. Die Serie der Abzeichen läuft seit über drei Jahrzehnten. | Bild: Dagobert Maier

Das Jubiläum „150 Jahre Schauspielfasnet“ wurde im Jahre 2011 durch das Abzeichen besonders geehrt. Auch außergewöhnliche Ereignisse waren ab und zu auf den Abzeichen zu sehen. So im Jahre 2014 als das römische Wagenrennen mit Pferden am Fasnetmontag viele Besucher zum seltenen innerstädtischen Schauspiel einlud. Weitere Motive waren unter anderem die Stadtwehr (1986), die Hemdglonker (1988), das Zunfthaus (2002), den Plärrer am Aschermittwoch (1991), die historischen Trommler (1989), die Stadtwehrkanone (2004), das Stadttor (2005) und 2007, sowie die Blumennarren (2007). Zur Jahrtausendwende wurde der Bräunlinger Stadtwappen als Motiv verwendet. Die Bräunlinger sind jedes Jahr gespannt, welches neue Motiv das sehr beliebte Fasnetabzeichen abbildet und für die Sammler die ganze Breite und Vielfalt der Bräunlinger Fasnet zeigt.

1990 wird groß gefeiert, entsprechend schlägt sich das auch auf den Fasnetsabzeichen nieder: Die Narrenzunft Eintracht feiert das Jubiläum ihres 100-jährigen Bestehens.
1990 wird groß gefeiert, entsprechend schlägt sich das auch auf den Fasnetsabzeichen nieder: Die Narrenzunft Eintracht feiert das Jubiläum ihres 100-jährigen Bestehens. | Bild: Dagobert Maier
Viele Tränen lassen die Narren fließen, wenn die Fasnet zu Ende geht. Traditionell geht das In Bräunlingen bei der Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch. Der Plärrer ist eben in jenem Moment auf dem Abzeichen 1991 festgehalten.
Viele Tränen lassen die Narren fließen, wenn die Fasnet zu Ende geht. Traditionell geht das In Bräunlingen bei der Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch. Der Plärrer ist eben in jenem Moment auf dem Abzeichen 1991 festgehalten. | Bild: Dagobert Maier