Später und teurer: Gleich in seiner zweiten Woche muss Bürgermeister Micha Bächle schlechte Nachrichten verkünden. Die Planungen für die Brändbachhalle können nicht gehalten werden. Das teuerste Hochbauprojekt der Stadt seit der Stadthalle wird deutlich später fertig als erwartet. Und es ist auch mit Mehrkosten von rund 90 000 Euro – inklusive einem Risikopuffer – zu rechnen. „Ich habe mir in meiner ersten Woche alle wichtigen Vorgänge der Stadt geben lassen“, sagt Bächle. Darunter auch die Brändbachhalle Unterbränd. „Es war mir schnell klar, dass wir einen kurzfristigen Termin brauchen“, so Bächle.

  • Die Sitzung: Und so wurden Fraktionssprecher, der zuständige Architekt Alexander Schmid und der Unterbränder Ortschaftsrat zu einer nicht-öffentlichen Sitzung zusammengetrommelt, um sich vor Ort einmal alles anzuschauen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eines war Bächle dabei besonders wichtig: „Mir ist es wichtig, hier Klarheit zu schaffen und die Bürger und den Gemeinderat über die Verzögerungen und Mehrkosten zu informieren und den aktuellen Stand umfassend offen zu legen“, so Bürgermeister Micha Bächle. Denn dass es auf der Baustelle nicht vorangeht, war ersichtlich und es habe schon einige Nachfragen gegeben. Wichtig sei ihm Transparenz und Verlässlichkeit.
  • Die Bauverzögerungen: Verschiedene Faktoren sorgen für eine Bauverzögerung. Zum einen ist die Gebäudehülle nicht dicht, was natürlich auch Auswirkungen auf den Innenausbau hat.
    „Sobald die Dichtigkeit aber hergestellt ist, wird der Innenausbau fortgeführt“, sagt Bächle. Die Witterung und Schimmel in der Decke, der erst beseitigt werden musste, haben zusätzlich zu Verzögerungen an der Fassade gesorgt. Denn hier sollte als Nächstes das Vollwärmeverbundsystem angebracht werden. Die Voraussetzung allerdings: Die Nachttemperaturen müssen über fünf Grad Celsius liegen. Damit sei erst Ende März bis Mitte April zu rechnen. Bis dahin könnten deshalb verschiedene andere Gewerke nicht angegangen oder fertiggestellt werden. Danach brauche man einen Monat zur Fertigstellung des Gebäudes, weitere acht Wochen sind für die Außenanlagen geplant.
  • Neuer Eröffnungstermin: „Gerne hätten wir das Bürgerhaus bereits nach Ostern übergeben. Realistisch ist aber Ende Juli. Wir wollen die Brändbachhalle mit dem Annafest am 27. Juli eröffnen. Mir war es wichtig, dass wir hier einen realistischen Termin haben und diesen nicht nochmals verschieben müssen“, so Bächle. Denn es gab bereits verschiedene Terminanfragen für die neue Brändbachhalle. So hatte beispielsweise die Feuerwehr geplant, dort ihre Hauptversammlung mit 150 Mann stattfinden zu lassen. Nun muss ein neuer Veranstaltungsort gefunden werden.
  • Die Eigenleistungen: Bei den Planungen waren 50 000 Euro an Eigenleistungen der Dorfgemeinschaft in Unterbränd berücksichtigt worden. Dies lässt sich so nun allerdings nicht umsetzen. Zum einen waren diese Eigenleistungen teilweise mit konkreten Arbeiten hinterlegt worden. Zum anderen müssen nun die Arbeiten eng miteinander verzahnt werden, damit es nicht noch zu weiteren Verzögerungen kommt. Dies macht es aber schwieriger, Eigenleistungen zu erbringen, wenn sich die Unterbränder nach dem Terminkalender richten müssen. So wird nun davon ausgegangen, dass nur 20 000 Euro anstatt 50 000 Euro durch die Bürger erbracht werden können. Die Differenz von 30 000 Euro muss durch Handwerksfirmen erledigt werden.
  • Die Kosten für das Bürgerhaus waren bislang mit 1,6 Millionen Euro kalkuliert. Laut Bürgermeister Bächle sind in verschiedenen Bereichen bislang rund 59 500 Euro Mehrkosten entstanden. So wurde beispielsweise in der Kellerdecke Schimmel gefunden, der beseitigt werden musste. Auch der Brandschutz führte zu höheren Kosten. Zwar habe es auch Einsparungen in Höhe von 29 500 Euro gegeben, weiter könnten die Kosten jedoch nicht gesenkt werden. Bislang seien Aufträge im Volumen von 1,3 Millionen Euro vergeben worden. Deshalb wurden die Kosten nun auf 1,69 Millionen Euro prognostiziert – darin ist auch ein Puffer von 20 000 Euro vorgesehen, damit mögliche Steigerungen der Baukosten abgefangen werden können. Und natürlich die 30 000 Euro für die nicht möglichen Eigenleistungen. „Wir haben nun eine klare und realistische Zielmarke mit 1,69 Millionen, die es einzuhalten gilt“, so Bürgermeister Bächle.