Eigentlich hat die Energiedienst-Gruppe mit Wasser überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil: Die regional und ökologisch ausgerichtete deutsch-schweizerische Aktiengesellschaft am Hochrhein, im Schwarzwald und im Kanton Wallis doch mehrere Wasserkraftwerke. Auf Wasser von oben, so wie an diesem tristen Oktobervormittag, hätte Alexander Lennemann, Leiter Kommunikation bei Energiedienst, aber gerne verzichtet. Denn wenn Regen vom Himmel fällt, scheint keine Sonne. Und die braucht‘s halt für die erste Photovoltaik (PV)-Anlage, die das Unternehmen für eine Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro auf eine Wiese in der Nähe der Dögginger Firma Freilacke stellt. Bei Einheimischen ist das Gebiet unter dem Gewannnamen „Lachen“ bekannt.

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In unmittelbarer Nachbarschaft und damit auch direkt an der Schienentrasse der Höllentalbahn gelegen ist bereits eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Und zwar seit rund zwei Jahren. Investor ist hier die Lumus GmbH mit Standort in Donaueschingen. Deren Anlage bringt es auf eine Jahresleistung von 750 Kilowatt. Im Endausbau wird das Energiedienst-Projekt dreimal so viel Strom aus Sonne liefern. Doch das wird noch ein wenig dauern. Der erste Bauabschnitt, dessen 2727 Module schon stehen, geht spätestens zum 1. Januar 2020 ans Netz, der zweite zu Beginn 2022 und der dritte 2024. Weshalb geht‘s nicht schneller? Laut Albert Vonnier, Vertriebsmitarbeiter bei Energiedienst und Initiator des Projekts, fehle für die erste Ausbaustufe der Trafo, der noch nicht lieferbar sei. Dass die weiteren Ausbaustufen nur mit zweijährigem Abstand in Betrieb gehen, hänge mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz zusammen, das die Anlage 20 Jahre lang fördert.

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Das Besondere an der Anlage in Döggingen ist die Bauweise. Sie benötigt keine Betonfundamente. Die PV-Module sind auf Stahlträgern montiert, die 1,2 Meter tief in die Erde gerammt werden. Sie können mühelos entfernt werden, wenn die Förderung beendet ist oder das Gelände wieder anderweitig genutzt werden soll. Nur einige Träger mussten aufgrund des bodennahen Felsens einbetoniert werden.

Das Wasserkraftwerk von Energiedienst in Laufenburg.
Das Wasserkraftwerk von Energiedienst in Laufenburg. | Bild: Leo-Tippbilder

„Die umweltschonende Konstruktion passt zur ökologischen Ausrichtung von Energiedienst,“ erklärt Jochen Ulrich, Leiter Assetmanagement. „Wir verzichten so auf eine zusätzliche Flächenversiegelung und sind mit dem Gelände weiter flexibel. Wenn es anders genutzt werden soll, können wir die Module schnell abbauen und die Stahlträger einfach aus dem Boden ziehen.“ Ein weiterer Vorteil sei die enorm kurze Bauzeit. Sie habe nur rund vier Wochen betragen.

Vom Landwirt zum Energiewirt

Grundstückseigentümer ist Hans-Jörg Bader. Der macht klar, dass die Verpachtung an Energiedienst für ihn wirtschaftlicher sei, als seinen Acker selbst zu bestellen oder einem Berufskollegen zu überlassen. Ziegen kämen zur Pflege des Grundstücks nicht in Betracht, da sie auf die Module springen. Und Schafe knabbern die Leitungen an. So wird es wohl auf einen Mähroboter hinauslaufen, damit die Flächen nicht verbuschen.

Bürgermeister sprich von einem „Signal für die Zukunft“

Für Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle können Großflächenphotovoltaikanlagen einen Beitrag zur Energiewende leisten. „Energiedienst als regional verankertes Unternehmen setzt damit auch ein Signal für die Zukunft.“ In Döggingen war das Projekt zuletzt Gesprächsthema, einige Bürger zeigten sich überrascht. Der Rathauschef stellt deshalb klar: „Das Projekt selbst wurde bereits vor mehreren Jahren im Ortschafts- und Gemeinderat diskutiert und genehmigt und wird nun umgesetzt.“

Im Endausbau Strom für rund 600 Haushalte

Wenn alle drei Bauabschnitte errichtet sind, hat die Anlage eine Leistung von 2,25 Megawatt. Sie kann dann voraussichtlich rund 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich erzeugen. Das reicht aus, um rein rechnerisch rund 600 Haushalte mit Ökostrom aus Sonnenkraft zu versorgen.

 

 

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