Die Leidenschaft von Ansgar Barth ist spürbar. Wenn er von Streuobstwiesen erzählt, vom Geruch eines guten Edelbrandes und wie sich Obst veredeln lässt – dann ist er in seinem Element. Davon konnten sich fünf SÜDKURIER-Leser mit jeweils einer Begleitperson am Freitagnachmittag einen Eindruck verschaffen.

Bei herrlichem Sonnenschein führte Barth die Besucher über die Streuobstwiese neben seinem Wohnhaus. Was hier wächst, das benutzt er auch, um daraus Schnaps zu brennen. "Der Begriff Streuobstwiese kommt nicht daher, dass die Bäume hier verstreut stehen. Die Wiese darunter konnte lediglich als Einstreu für den Stall benutzt werden", erklärt Barth.

Gemütlich auf Bänken zwischen summenden Bienen gab es dann auch einige der hochprozentigen Produkte zu probieren, die aus dem Obst hergestellt werden: "Als wir mit dem Brennen anfingen haben wir gesagt, dass wir verarbeiten wollen, was hier auch wächst. Darunter eben auch alte Obstsorten", erklärt der Schnapsbrenner, während er einen Brettacher Apfelbrand ausschenkt. Dabei handelt es sich um einen grünlichen Apfel, der sich lange lagern lasse. "Das ist jenes Aroma, dass man auch als 'grüner Apfel' kennt", so Barth. Eine Besonderheit präsentierte er mit einem Brand aus der Aronia-Beere, dem "Vogelbeerbrand für Arme". Relativ herb und erdig besitzt die Beere viel Vitamin C. "Das ist etwas Spezielles", erklärt Barth.

Die Faszination an der Herstellung der edlen Brände mache für ihn aus, dass es unzählige Varianten gebe, neue Geschmäcker hineinzubringen, etwa über das Mischen sortenreiner Brände, oder etwa durch die Lagerung in einem Holzfass. So bietet er auch einen Zwetschgenbrand zur Verkostung, der in einem Maulbeerbaum-Fass gelagert wird. "Der passt etwa zu einer schönen Räucherforelle oder Schokolade mit 70-prozentigem Kakao-Anteil."

Der Fachmann klärte über gängige Irrtümer auf und hatte etliche Tipps rund um Obstanbau und die weitere Verwendung der Früchte parat. Die Leser hatten auch im Anschluss noch etliche Fragen an Barth, die er gerne beantwortete.