Zügig soll das neue Wohngebiet am Bregenberg auf den Weg gebracht werden. Und zügig geht es voran. Bereits am Dienstag, 1. Oktober, rollen die Bagger an, um mit den Erschließungsarbeiten am Gebiet zu beginnen. Die zuständige Firma Müller aus Zimmern ob Rottweil wird an zwei Stellen damit beginnen.

„Es handelt sich dabei um den größten Einzelvertrag, den die Stadt je vergeben hat“, sagt Alexander Misok vom Stadtbauamt. Entsprechend groß seien auf die Vorbereitungen für den Baustart gewesen. Dabei gebe es etliche Punkt abzuklopfen: „Man muss schauen, wo man die Zufahrten zur Baustelle laufen lässt, wie auch im Winter die Durchgängigkeit der Straßen erhalten bleibt. Zudem gibt es dort Landwirtschaft mit entsprechendem Verkehr, auch Busse sind auf der Strecke unterwegs“, so Misok.

Das könnte Sie auch interessieren

Auftakt an zwei Punkten

Los geht es schließlich einerseits an der Kreuzung Bregenberg- und Donaueschinger Straße. Dort soll es eine halbseitige Straßensperrung ohne Ampel geben. Verkehrsschilder übernehmen die Regelung. „In diesem Bereich befindet sich der Regenüberlauf des Bregenbergs, und von hier aus werden die notwendigen Leitungen bis hinauf in das Gebiet“, sagt Misok.

Bregenbergstraße trifft von links auf die Donaueschinger Straße. Vom Spitz der beiden Straßen aus werden Leitungen ins neue Wohngebiet gezogen.
Bregenbergstraße trifft von links auf die Donaueschinger Straße. Vom Spitz der beiden Straßen aus werden Leitungen ins neue Wohngebiet gezogen. | Bild: Simon, Guy

Der Hauptanteil der Bau-Logistik laufe allerdings über den bestehenden Feldweg zum neuen Gebiet, der später zur Hauptzufahrt werden soll. Hier geht es auch am 1. Oktober los: „Hier werden wir auf der Donaueschinger Straße mit der Geschwindigkeit runtergehen müssen.“ Derzeit ist dort eine Begrenzung auf 100 Kilometer pro Stunde, während der Baustelle wird hier jedoch Einbiegerverkehr herrschen. Der Fuß muss entsprechend runter vom Gas. Das Tempolimit soll an dieser Stelle noch vor dem Winter kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Was 2020 noch ansteht

2020 geht es dann in der Palmbuckstraße weiter, eventuell sogar mit einer Vollsperrung. Dann geht es um den Schmutzwasser-Anschluss und den Kanal vom neuen Gebiet. Das soll im sogenannten Trennsystem entwässert werden. Wann genau das passieren soll, steht noch nicht definitiv fest: „Das hängt auch vom Fortschritt der Arbeiten ab“, so Misok. Die Arbeiten an der Kreuzung nehmen sicher etwa zwei Wochen in Anspruch, denn dort laufen viele Bestandsleitungen durch. Manche davon eventuell auch auf keinem Plan vermerkt. Was auch 2020 angegangen werde, ist die Einrichtung einer neuen Abbiegespur von der Donaueschinger Straße hinein in das neue Gebiet.

Eine riesige Laderaupe

Wenn im Oktober die Baumaschinen anrollen, dann sind auch große Kaliber dabei, die für die Erdarbeiten gebraucht werden. Darunter auch die, laut Unternehmen, größte Laderaupe der Welt. „Sie wird etwa eine Woche dort eingesetzt und ist dazu da, den Oberboden abzuschieben. Dabei handelt es sich um eine Menge von 3500 Kubikmeter Erde. „Das sind enorme Flächen. Die Landschaft wird sich dort verändern“, erklärt Misok.

Was sich bei der Erschließung auszahle, sei die jahrelange Arbeit in Bezug auf das Ansammeln von Ökopunkten. Hier werde die Stadt auf das vorhandene Konto-Polster zurückgreifen, um ein Defizit von etwa 90 000 auszugleichen.

E-Ladestationen möglich?

Abgeklopft sind übrigens auch die Möglichkeiten der E-Mobilität. „Das Thema ist bei uns natürlich nicht so präsent, wie etwa in den größeren Städten, dennoch haben wir uns damit beschäftigt“, so Misok. Ein 11 Kilowatt-Stunden-Anschluss sei möglich und könne über eine sogenannte Wallbox vernünftige Ladezeiten bieten. Nur dass Schnellladen sei im Gebiet nicht möglich. Dafür bräuchte man quasi ein zweites Netz zur Unterstützung.

Mit den ersten Baugenehmigungen rechne man etwa im Jahr 2021. Das Verfahren könne mittlerweile beschleunigt ablaufen, mit einer Novellierung der Landesbauverordnung habe man für eine Vereinfachung gesorgt.

Eine Kirche, ein Kindergarten und sogar eine Einkaufspassage. Erste Pläne für den Bregenberg als Stadtteil stammen vom Anfang der 1960er-Jahre.
Eine Kirche, ein Kindergarten und sogar eine Einkaufspassage. Erste Pläne für den Bregenberg als Stadtteil stammen vom Anfang der 1960er-Jahre. | Bild: Simon, Guy

Schon in den 1960er-Jahren

Dabei beginnt nun ein Projekt, das in Grundzügen sogar schon Anfang der 1960er-Jahre angedacht war. Damals gab die Stadt den Auftrag an den Münchner Architekten Karl Plössl, für den Bregenberg eine gesamte Stadtteilplanung auszuarbeiten. Und die gab es dann auch, samt Schule, Turnhalle, Kirche und eigener Einkaufspassage. 1979 ruderte man dann etwas zurück und schraubte die Ambitionen herunter. Nichtsdestotrotz: Jetzt geht es los.