Wie ist eigentlich der Stand der Dinge bei den Bauarbeiten in der Freiburger Straße? Danach hat sich CDU-Stadtrat Rolf Schütz in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates erkundigt. Auf der Baustelle hatte man zwischenzeitlicht mit einigen Überraschungen zu tun, dem Zeitplan hinke man ein wenig hinterher, erklärt Volker Koch vom Stadtbauamt.

Aber um welche Überraschungen handelt es sich genau?

„Mehrere Dinge aus dem Altbestand haben für Verzögerungen gesorgt“, präzisiert Koch. Man sei auf alte Leitungen in der Erde gestoßen, die in keiner baulichen Dokumentation vorhanden gewesen seien. „Dass wir dem Bauzeitenplan hinterher sind, ist dieser Fundsituation geschuldet.“ Werden solche Leitungen entdeckt, könne sie nicht einfach entfernt werden.

Zuerst müsse geprüft werden, ob sie noch in Benutzung sind: „Wenn notwendig, muss auch mit einer Kamera durchgefahren werden“, erklärt Koch. Noch in Benutzung müsste dann ein Anschluss an das neue Netz hergestellt werden. Das sei in Döggingen jedoch nicht notwendig gewesen. Die alten Leitungen habe man außer Betrieb nehmen können. Alles werde über das neue System abgewickelt.

Im Randbereich ist die Freiburger Straße noch offen. Vor dem Winter soll sich das jedoch ändern. Wichtig ist vor allem das Setzen der Randsteine.
Im Randbereich ist die Freiburger Straße noch offen. Vor dem Winter soll sich das jedoch ändern. Wichtig ist vor allem das Setzen der Randsteine. | Bild: Guy Simon

Hinter dem Zeitplan

Davon abgesehen habe man schon etliche Wasserleitungs-Umschlüsse erledigt. Der erste Maßnahmen-Abschnitt der Kanalsanierung werde in diesem Jahr wohl dennoch nicht zum Abschluss kommen. Bereits der Auftakt des Projektes im März hatte sich aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse um einige Tage verzögert, hinzugekommen sei jetzt eben noch die Sondersituation mit den Leitungen. Zudem habe sich während der Bauphase auch die Verlegung von Gasleitungen ergeben.

Geplantes Ende für den ersten Bauabschnitt war ursprünglich der 31. Oktober. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem Schmutz- und Regenwasserkanal, sowie der notwendigen Druckleitung, um alles schließlich in Richtung Adlerplatz pumpen zu können. Es handle sich dabei im Leitungsgraben in der untersten Ebene. Was dann im kommenden Jahr noch anstehe, mache am Gesamtprojekt etwa 20 bis 30 Prozent aus.

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Pumpen gehen in Betrieb

Was jedoch definitiv dieses Jahr noch gelingen werde, das sei die Einrichtung der Pumpen, um das Wasser der Freiburger Straße wieder den Hügel hinauf zu bekommen: „Die Pumpstation soll dieses Jahr noch in Betrieb gehen“, sagt Koch. Daran werde in den kommenden drei Wochen gearbeitet. Es gehe jetzt darum, die eigentlichen Pumpen sowie die notwendigen Steuerelemente und die Versorgung mit Elektrizität einzurichten. „Dann folgt die Inbetriebnahme.“ Die dafür notwendigen Schächte sind bereits vorhanden.

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Bereit für den Winter

Nun gibt es noch weitere Arbeiten, die in der Freiburger Straße noch dringend vor dem einsetzenden Winter erledigt werden müssen. Dazu zählt etwa das Setzen von Randsteinen entlang des Straßenrandes und die Asphaltierung der Straße. „Die Randsteine brauchen wir vor allem auch für die Anlieger.

Damit soll geregelt werden, dass eine Entwässerung nicht über die privaten Grundstücke läuft“, erklärt Koch. Und schließlich sei es auch noch notwendig, die Straße in einen solchen Zustand zu bekommen, dass der Winterdienst ungehindert seiner Arbeit nachgehen kann. Das ist besonders wichtig, um die Strecke als potenzielle Umleitung für die Bundesstraße frei zu halten. Außerdem steht noch der Leitungsbau im Gehwegbereich an. Besonders die Arbeiten an der Straße seien noch abhängig von der Wetterlage.

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Das Projekt Kanalsanierung

  • Worum geht es? Mit den Arbeiten folgt für Tunnelweg und Freiburger Straße das Ende einer langen Zeitspanne, in der Schmutzwasser-Zisternen in regelmäßigen Abständen von Lastwagen abgesaugt werden mussten. Mit der neuen Lösung wird das ganze Schmutzwasser die Freiburger Straße hinabfließen und von dort schließlich wieder die Strecke zurück nach oben gepumpt werden. Es mündet dann schließlich im Abwasserkanal auf dem Adlerplatz, von wo es zukünftig entsorgt wird.
  • Schon früher geplant: Eigentlich habe man die Neu-Regelung der Abwasserbeseitigung in der Feiburger Straße und dem Tunnelweg bereits 2018 angehen wollen. Allerdings wurde damals keine Firma gefunden, die das Projekt übernehmen konnte. Der Gemeinderat entschied sich schließlich dazu, eine erneute Ausschreibung in die Wege zu leiten.
  • Taktung: Die Arbeiten an der Freiburger Straße sind immer auch abhängig von Bauarbeiten am Dögginger Tunnel oder der großen Gauchachtalbrücke. An der wurde im Sommer etwa an den Fahrbahnübergängen gearbeitet. Diese Zeit nutzte man in der Freiburger Straße für die Handwerkerferien. Für mögliche Umleitungen muss die Straße weiter einsatzfähig sein. (guy)