Döggingen (mi) Wenn sich am kommenden Wochenende tausende Narren beim Freundschaftstreffen der Schwarzwälder Narrenvereinigung in Döggingen ein Stelldichein geben, werden sicherlich bei manchen Erinnerungen an das letzte Narrenfest in Döggingen vor 20 Jahren wach.

In einer wohl einmalig bleibenden Aktion machten die Narren den Rohbau des B 31-Tunnels zur legendären Untertage-Festmeile. Kaum vorstellbar, dass bei den heute strengeren Sicherheitsvorschriften, der Verschärfung des Brandschutzes und der novellierten Versammlungsstättenverordnung und unter dem Eindruck der Duisburg-Katastrophe eine solche Veranstaltungslokalität noch einmal genehmigt würde.

Einfach war es aber schon damals nicht für den seinerzeitigen Zunftmeister Wolfgang Gassenschmidt mit seinem Team, grünes Licht für die Festmeile im Tunnelrohbau zu bekommen. Ganz abgesehen von den Installationen von Bar, Bühnen, Theken Beleuchtung und Notstromversorgung wurde es zeitweise beängstigend eng in der Tunnelröhre. Zum Glück spielte das Wetter mit beachtlichen Minusgraden mit und stabilisierte das Geläuf, ansonsten wäre wohl mancher Hexenstrohschuh im Morast der Baustelle stecken geblieben.

Als Dauergast ließ sich der Chef des Donaueschinger Straßenbauamts Achim Laule ebenso von der sinnvollen Zweckentfremdung "seines" Bauwerks überzeugen wie Regierungspräsident Schröder und Landrat Karl Heim. Nicht ganz teilen wollten einige Eltern die Begeisterung für das 500 Meter lange Festgelände, weil ihre Nachwuchsnarren in der lärmigen Tunnel-Enge mit Platzangst kämpften und weinend ihr Heil in der Flucht ins Freie suchten.

Strom-Engpässe zu Beginn der Veranstaltung trieben den Verantwortlichen zusätzliche Schweißperlen auf die Stirn. Letztendlich aber wurde das Narrentreffen aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Gauchenzunft für alle ein lange beeindruckendes Erlebnis, das es in dieser Form wohl nie mehr geben wird.

Platzangst dürfte am Wochenende kein Thema sein, können die Narren sich doch an elf Straußenwirtschaften, drei Zelten und in der Gauchachhalle austoben. Nachdem am Freitag die Straßen mit extra für dieses Narrentreffen neu angefertigten Fasnetbändeln geschmückt wurden, gilt es für die Helfer nun, das Narrendorf mit dem Rundzelt auf dem Bolzplatz vor der Halle und zwei weiteren Zelten auf dem Pausenhof zu möblieren und zu dekorieren, ehe am Freitagabend die ersten Hexen und Guggenmusiken beim Nachtumzug das Festwochenende lautstark ankündigen.