Aus Wut über angeblich ausbleibende Zahlungen zerstörte Matija P. im Juli die Fassade eines Neubaus. Der Fall ging deutschlandweit durch die Presse und landete jetzt auch in Donaueschingen vor Gericht. Das Urteil: Ein Jahr und fünf Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Damit ist der Fall strafrechtlich abgeschlossen, lediglich eine Schadensersatzklage des Bauherren könnte noch auf den Baggerfahrer zukommen. Die Blumberger reagierten ganz unterschiedlich auf das Urteil.

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Bedingungen im Handwerk im Fokus

„Ich habe heute morgen von dem Urteil gelesen“, berichtet Fabian Martin, Vorsitzender des SV Hondingen. Er findet es gut, dass Matija P. die Tat gestanden hat. „Er steht dafür gerade, die Strafe ist da angemessen“, meint Martin. Die Tat rechtfertige das aber nicht.

Fabian Martin
Fabian Martin | Bild: Dieter Marx

Außerdem findet Fabian Martin es gut, dass durch die Aufmerksamkeit für das Thema vermehrt über die Arbeitsbedingungen im Handwerk gesprochen werde. „Es geht darum, die Leistung, die ein Handwerker bringt, wertzuschätzen“, so ein Fazit.

Viel zu hart ist das Urteil in den Augen von Franz Dörr. Er hat die Geschichte um den Wutbaggerfahrer und den Prozess von Anfang an verfolgt. „Der Mann hat Recht, ich stehe voll hinter ihm und hätte wohl genauso gehandelt“, sagt er über Matija P.

Franz Dörr
Franz Dörr | Bild: Bernhard Lutz/Archiv

Man merke dem Baggerfahrer an, dass er wisse, was er falsch gemacht hat. Eine Schadensersatzklage seitens des Bauherren hält Dörr daher nicht für sinnvoll. „Das kann er doch gar nicht zahlen“, ist sich der Vorsitzende des Schäferhundevereins aus Blumberg sicher.

Meinungen gehen auseinander

Monika Recktenwald sieht das anders. „Das Urteil ist aus meiner Sicht fast zu mild“, sagt die 62-Jährige. Gerade im Verhältnis zu anderen Straftaten sei ein immenser Schaden entstanden. Und: Er habe während der Aktion auch Garagen beschädigt, in denen Gasflaschen lagerten.

Monika Recktenwald
Monika Recktenwald | Bild: Hans Herrmann/Archiv

„Da hätte wer weiß was passieren können“, sagt Recktenwald. Wenn der Hauseigentümer nun auch noch auf Schadensersatz klagen würde, dann könne die Blumbergerin das gut verstehen. „Da haben Leute ihre Wohnung aufgegeben und konnten dann nicht in das neue Gebäude einziehen. Da sind ja auch Kosten entstanden“, findet die Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Blumberg.

Hannes Jettkandt, Fraktionssprecher der freien Liste Blumberg, hat das Thema nicht nur in den Medien verfolgt. Er wohnt in der Nachbarschaft des Gebäudes und war an dem Tag der Zerstörung vor Ort. „Ich konnte es nicht fassen, was da passierte. Alle waren sprachlos“, erinnert er sich. Das Urteil und vor allem die Bewährung findet der 68-Jährige angemessen.

Hannes Jettkandt
Hannes Jettkandt | Bild: Roland Sigwart/Archiv

Bei der Tat handle es sich schließlich um eine vorsätzliche Sachbeschädigung mit einem hohen Sachschaden. Wie der Fall zivilrechtlich bewertet wird – also ob es nochmal zu einer Schadensersatzklage des Bauherren kommt – kann Jettkandt nicht einschätzen.

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Entscheidung liegt beim Richter

Dieter Selig
Dieter Selig | Bild: Bernhard Lutz/Archiv

Dieter Selig, Fraktionssprecher der CDU, hat als Blumberger die Geschichte rund um den Wutbaggerfahrer und das zerstörte Gebäude ebenfalls verfolgt. Zum Urteil sagt er: „Das Gericht hat sich geäußert und damit ist der Sache genüge getan.“