Landwirt Oswald Schey von den Riedöschinger Schabelhöfen ist sauer: eine Rotte Wildschweine sucht nachts regelmäßig seine Wiesen heim und hinterlässt dabei eine Spur der Verwüstung. Vor drei Wochen haben die Schweine begonnen, ihr nächtliches Unwesen zu treiben. Zunächst war nur ein kleiner Teil der Wiesen oberhalb der Siedlung der Schabelhöfe betroffen. Inzwischen ist eine Fläche von etwa 270 Ar, also knapp drei Hektar, von tiefen Löchern und Furchen durchzogen, zum Großteil komplett umgegraben.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Wiesen werden normalerweise als Weidefläche für das Jungvieh des Kuhbestands genutzt und dienen in Form von Silage als Futtermittel für die Tiere. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hat das Schwarzwild vereinzelt Stellen in derselben Wiese umgepflügt. „Dort wächst bis heute kaum mehr etwas, obwohl wir sie eben gemacht und gewalzt haben“, erklärt Oswald Schey.

Schaden noch größer als im Vorjahr

Diesmal ist die betroffene Fläche und der entstandene Schaden allerdings bedeutend größer. Daher will er den Schaden nun auch bei der Stadt Blumberg als Verpächter der Jagdreviere anzeigen, um gemeinsam mit dem Pächter eine Lösung zur Behebung der beschädigten Flächen zu finden, so wie es auch der Jagdpachtvertrag im Schadensfall vorsieht. Bei der Stadt liegen derzeit keine Hinweise auf ein vermehrtes Aufkommen von Schäden durch Wildschweine vor, wie Kämmerer Jürgen Fischer erläutert.

Das könnte Sie auch interessieren

Der kommissarische Hegeringleiter Bernhard Keller erklärt das Verhalten der Wildschweine und ihre nächtlichen Streifzüge außerhalb der Wälder wie folgt: „Die Schweine sind aktuell vermehrt auf der Suche nach tierischem Eiweiß, das sie im Winter nur deutlich schwerer erreichen, wenn sich Würmer, Engerlinge und Käfer bei Bodenfrost in tiefer gelegene Erdschichten zurück ziehen.“

Die Sonne lockt die Sauen

Während der Waldboden auch jetzt teilweise noch hart und ohne allzu viel Grün ist, laden die von der Sonne bereits aufgewärmten Wiesen das Schwarzwild dazu ein, ihrem Instinkt zu folgen und sich unter der Grasnarbe wie an einem kalten Buffet zu bedienen. Die Sauen und ihre meist im März geborenen, hungrigen Frischlinge fühlen sich dann quasi wie im Schlaraffenland, auch wenn sie auf Wiesen und Feldern großen Schaden anrichten können.

Hegering: Wildschweine sind ein unkalkulierbares Risiko

„Wildschweine stellen immer ein unkalkulierbares Risiko dar, da sie sehr flexibel sind und problemlos Strecken von bis zu 20 Kilometern zurücklegen können, weshalb sie häufig an ganz unterschiedlichen Plätzen anzutreffen sind. Das macht es für die Jäger manchmal auch nicht leicht, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um ein Wildschwein zu schießen.“