Der Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist nicht mehr. Bei der letzten Mitgliederversammlung wurde er einstimmig aufgelöst. Die stellvertretende Vorsitzende, Uschi Pfeiffer, wurde per Akklamation zur Liquidatorin bestellt und leitet die nötigen Maßnahmen in den nächsten Wochen ein.

Von der kommissarischen Leiterin, die den Ortsverband nach dem Tod der bisherigen Vorsitzenden Brigitte Hellwing seit Anfang vergangenen Jahres führt, wird diese Entwicklung sehr bedauert: „Wir versuchten vergeblich, eine neue Vorstandschaft auf die Beine zu bringen, doch stellte sich aus Altersgründen niemand mehr zur Verfügung. Jüngere Generationen haben andere Interessen entwickelt und wir konnten da keine Bereitschaft erkennen“, war für Uschi Pfeiffer diese Entscheidung alternativlos.

Corona spielte mit rein

Laut Satzung mussten zur endgültigen Auflösung mindestens sieben Vereinsmitglieder anwesend sein. Diese Vorgabe wurde bei der Versammlung mit neun von noch 32 Vereinsvertretern erfüllt. „Auch Corona war für diesen Prozess mit entscheidend. Wir mussten in den beiden vergangenen Jahren einen großen Schwund feststellen. Dazu durften wir unseren neuen, ebenerdigen Raum im neuen Malteser-Gebäude in der Hauptstraße aufgrund der Pandemie nicht betreten“, stellte die aktive Sozialdemokratin eine weitere Ursache für die negative Entwicklung fest.

Ein umfangreiches Programm

Uschi Pfeiffer selbst ist seit 25 Jahren ein treues AWO-Mitglied und engagiert sich seit zehn Jahren als stellvertretende Vorsitzende besonders für das gesellige und soziale Miteinander. „Wir haben uns in großer Runde jeden Mittwoch noch in unserer alten Vereinsstube im alten Schulhaus in der Friedhofstraße getroffen. Und auch so manche Bingo Runde gespielt. Gerade für die älteren Leute war dieser Treff für den sozialen Austausch wichtig“, denkt sie gerne zurück.

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„Neben Bastelnachmittagen oder unseren Weihnachtsfeiern organisierten wir auch Ausflüge an die italienische Adria“, lässt sie ein reges Vereinsleben Revue passieren. Mit den Erträgen, die aus den Mitgliedsbeiträgen sowie dem Wirtschaftsbetrieb in den Kaffeerunden erzielt wurden, unterstützte man regelmäßig soziale Institutionen.

Ob für die Reha-Einrichtungen auf der Katharinenhöhe in Schonach, dem Blumberger Jugendhaus oder zuletzt direkt vor Ort mit der Unterstützung für schwerbehindert Kinder aus der Ukraine, half man mit vielen Spenden.

Mehr Mitglieder

Damit setzte man eine lange Tradition der Blumberger AWO, die nach ihrer Gründung 1969 einen großen Zulauf verzeichnete, fort. Über Jahrzehnte platzte die Altenstube in der Friedhofstraße auf Grund von vielen Mitgliedern aus allen Nähten. Die organisierten Altennachmittage waren immer voller Leben gefüllt und es herrschte ein soziales Miteinander. Dank einem Gästebuch wurden die zahlreichen Aktivitäten chronologisch fest gehalten.

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Der damalige Bürgermeister Werner Gerber sprach bereits zur Gründung dem sozial engagierten Verein, seine ganze Anerkennung aus. Im Lauf der Jahre wurde auch eine Jugendgruppe gegründet. Besonders die gemeinsamen Fastnachtsveranstaltungen am „Schmutzigen Donnerstag,“ spiegelten das pulsierende Vereinsleben wieder. Von den siebziger Jahren bis weit über die Jahrtausendwende war der Ortsverband nicht aus dem Blumberger Ortsgeschehen nicht wegzudenken.